Schweres Erdbeben in Sumatra: Einsatz von Ärzte der Welt in Padang
Seit Anfang Oktober interveniert ein Team von Ärzte der Welt im Norden von Padang. Ziel ist es, medizinische Hilfe zu leisten, die ärztlichen Anlaufstellen vor Ort zu unterstützen und den weiteren medizinischen Bedarf in den betroffenen Gebieten zu überprüfen. Unser Team gibt einen Bericht der Lage vom 07. Oktober.» mehr
Somalia: Ärzte der Welt leistet basismedizinische Versorgung
Juli 2011 - Zehn Millionen Menschen am Horn von Afrika sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der Großteil von ihnen in den Ländern Kenia, Äthiopien und Somalia. Ärzte der Welt setzt sich dafür ein, dass die Menschen in Boosaaso (Puntland, autonomes Gebiet in Somalia) Zugang zu medizinischer Basisversorgung haben.» mehr
Offizielle Eröffnung des neuen Projekts MedMobil...
... durch die Stuttgarter Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit, Gabriele Müller-Trimbusch. Am 21. Oktober weihte die Bürgermeisterin, Gabriele Müller-Trimbusch zusammen mit Prof. Dr. Heinz-Jochen Zenker – Präsident von Ärzte der Welt – und Vertretern der freien Träger der Wohnungslosenhilfe, das MedMobil offiziell ein.» mehr
MedMobil seit Juli 2009 auf Stuttgarts Straßen unterwegs
Das Projekt „MedMobil“ bietet den Menschen in Stuttgart medizinische Grundversorgung ohne bürokratische Hürden. Bis Juli 2010 war das MedMobil über 197 Mal im Einsatz. Es wurden knapp 370 Menschen behandelt, davon 39% Frauen und 61% Männer. Insgesamt wurden über 2800 medizinische und präventive Maßnahmen geleistet.
„MedMobil“ bietet Menschen in schwierigen Lebenssituationen kostenlos medizinische Versorgung und soziale Beratung an – individuell und niederschwellig. Mithilfe eines umgebauten Rettungswagens suchen medizinische und sozialpädagogische Fachkräfte öffentliche Plätze sowie Tagesstätten für wohnungslose Menschen auf. Es werden auch zwei Tagesstätten mit einem speziellen Angebot für Frauen und Minderjährige angefahren.
Ziel ist es, unbürokratisch zu helfen, die gesundheitliche Versorgung durch frühzeitige Diagnostik, Prävention und Gesundheitsaufklärung zu verbessern und den Zugang zum regulären Hilfesystem zu erleichtern. Angestrebt wird die Wiedereingliederung der Patienten in die Regelversorgung. Eine Voraussetzung hierfür ist eine vernetzte Zusammenarbeit, z.B. mit niedergelassenen Ärzten.
Das Team besteht aus zwei Sozialarbeiterinnen sowie einem Netzwerk von 16 ehrenamtlichen ÄrztInnen, KrankenpflegerInnen und AltenpflegerInnen.
Wie ist MedMobil entstanden?
Das „MedMobil“ entstand 2009 auf Anregung der Stadt Stuttgart, der durch ein Erbe Geld zukam, das zweckgebunden zum Wohl der wohnungslosen Menschen in Stuttgart eingesetzt werden sollte. Das Sozialamt der Landeshauptstadt beauftragte die Träger der Wohnungslosenhilfe (Caritas, Evangelische Gesellschaft, Sozialdienst katholischer Frauen, Sozialberatung, Ambulante Hilfe e.V.) ein entsprechendes Konzept zu entwickeln.
Ärzte der Welt, die auf dem Gebiet der ambulanten medizinischen Versorgung durch ehrenamtliche Mediziner über das notwendige Know-How verfügen, wurden zu diesem Zeitpunkt mit ins Boot geholt. Heute sind die Ambulante Hilfe und Ärzte der Welt geschäftsführende Träger des Projektes.
Im Jahr 2009 ging es zunächst darum, ein Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern aufzubauen und einzuarbeiten. Das Team besteht seit Beginn annähernd aus denselben MitarbeiterInnen. Einmal im Monat werden Einsatzpläne besprochen und thematisch relevante Fortbildungen veranstaltet (z.B. zum Drogengebrauch und Substitution, Prävention und Therapie zu Hepatitis und HIV-AIDS, Wundversorgung, etc.). Darüber hinaus erarbeitet das Team der Ehrenamtlichen an diesen Abenden alle medizinischen Inhalte und organisiert Instrumente, Material und Medikamente.
Der Einsatz beginnt
Ab Juli 2009 war das Team im Einsatz, zunächst um einen Überblick über die verschiedenen Standorte und den dortigen Bedarf zu erhalten und auch, um bei den Betroffenen das Angebot vorzustellen und bekannt zu machen. Während dieser Zeit war das Team lediglich mit einem Arztkoffer unterwegs. Diese Minimalausrüstung diente den Mitarbeitern als Türöffner zur Kontaktaufnahme und für Beratungsgespräche zu medizinischen und sozialen Themen.
Ab Oktober 2009 war das Team dann mit dem Behandlungsbus unterwegs. Inzwischen ist das MedMobil wöchentlich regelmäßig an sieben bis neun verschiedenen Einsatzorten in Stuttgart anzutreffen. Die Sprechstunden dauern in der Regel zwei Stunden. Die Einsatzorte variieren je nach Saison, im Winterhalbjahr werden eher Unterkünfte, im Sommerhalbjahr werden eher öffentliche Plätze aufgesucht.
Das MedMobil war bisher knapp 200 Mal im Einsatz. Es wurden über 350 Menschen behandelt, davon ca. 40% Frauen und 60% Männer.
Iris Scherrenbacher, Projektkoordinatorin von Ärzte der Welt, ist stolz über den Erfolg und erklärt: „Die Zahlen sprechen für sich - das MedMobil ist für die medizinische Versorgung von Menschen in Stuttgart ohne registrierte Unterkunft, ohne Dach über dem Kopf und ohne Versicherungsschutz eine wichtige Anlaufstelle.“, und führt weiter aus: „MedMobil ist eine unmittelbare Dienstleistung, aus der die Patientinnen und Patienten sofort Nutzen ziehen können. Denn oft werden während der medizinischen Betreuung auch andere Probleme, wie z.B. Sucht oder Schulden, von den Menschen angesprochen. Darauf kann dann auch gleich reagiert werden, indem bei Bedarf an eine andere Hilfseinrichtung weitervermittelt wird.“
Nicht nur auf den Straßen unterwegs
Das MedMobil war jedoch in seinem ersten Jahr nicht nur viel auf den Straßen unterwegs. Das Projekt war außerdem Mitorganisator des Fachtages „Arm und trotzdem gesund“ der Diakonie Stuttgart und ist Teil des Netzwerkes der „Medizinischen Ambulanzen Rhein-Main-Saar“ – ein Zusammenschluss von ähnlich strukturierten Projekten in Frankfurt, Mainz, Worms, Köln, Darmstadt usw.
„Mein Name ist Edeltraud Haug-Hiegemann. Ich bin Ärztin im Ruhestand. Ich habe früher u.a. bei der Aidsberatungsstelle im Gesundheitsamt Stuttgart gearbeitet. In dieser Zeit war ich auch in der niederschwelligen medizinischen Versorgung bei einer Anlaufstelle für schwerst-drogenabhängige und obdachlose Menschen tätig. Meine Erfahrungen aus dieser Zeit kommen mir jetzt bei der ehrenamtlichen Mitarbeit im MedMobil-Bus zugute“.
Für weitere Rückfragen steht gerne zur Verfügung:
Iris Scherrenbacher
Tel.: 0711/5204545-25
medmobil
aerztederwelt
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