Gesundheitliche Lage in Gaza: Ärzte der Welt fordert die Aufhebung der Blockade
Ärzte der Welt ist über die Gewalt schockiert, die den Angriff der Flotte vor der Küste Gazas am 31. Mai kennzeichnete und bedauert den Verlust menschlicher Leben. Dieses Ereignis weist auf die durch die Blockade verursachte kritische Lage hin; eine Blockade, die eineinhalb Millionen Palästinenser in eine seit 3 Jahren andauernde chronische Gesundheits- und Wirtschaftskrise gestürzt hat.» mehr
Ärzte der Welt kehrt nach Darfur zurück
Wiederherstellung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung für die ländliche Bevölkerung in der Region um Deribat» mehr
Haiti: Vier Monate nach dem Erdbeben, die Notsituation hält an
April 2010 - Mit dem Beginn der Regenzeit werden die Lebensbedingungen der 1,3 Millionen obdachlosen Menschen in Haiti noch schwieriger. Die 500 Mitarbeiter von Ärzte der Welt sind weiterhin in Port-au-Prince und im Südwesten des Landes aktiv.» mehr
Schweres Erdbeben in Sumatra: Einsatz von Ärzte der Welt in Padang
Seit Anfang Oktober interveniert ein Team von Ärzte der Welt im Norden von Padang. Ziel ist es, medizinische Hilfe zu leisten, die ärztlichen Anlaufstellen vor Ort zu unterstützen und den weiteren medizinischen Bedarf in den betroffenen Gebieten zu überprüfen. Unser Team gibt einen Bericht der Lage vom 07. Oktober.
Am Samstag, den 3.10.09 ist ein Team von 10 Personen in Padang, der Hauptstadt von West-Sumatra in Indonesien, eingetroffen, um den medizinischen Bedarf im Bezirk von Padang Pariaman, 90 km nördlich von Padang, zu überprüfen. Das MdM Team führte eine medizinisch-chirurgische Ausstattung für die Behandlung von bis zu 150 Verwundeten mit sich und ein Nothilfe-Kit, mit dem bis zu 1000 Personen 2 Wochen lang versorgt werden können.
Am Sonntag, den 4.10.09 hat Ärzte der Welt eine erste mobile Klinik in Betrieb genommen. Damit kann Ärzte der Welt nun auch die entferntesten Dörfer erreichen und vor allem der bislang von Hilfsmassnahmen abgeschnittenen Bevölkerung Hilfe und medizinische Versorgung zukommen lassen. "Die erste Phase der Soforthilfe vor Ort liegt nun hinter uns, jetzt müssen wir uns mit medizinischen Erkrankungen, wie Atemwegsinfektionen befassen und uns besonders um die schwächsten Gruppen vor Ort kümmern, darunter viele Kinder", so Frédéric Robin, der Einsatzkoordinator von Ärzte der Welt. Seit Montag 05.10.09 hat das Einsatzteam mehr als 300 Patienten behandelt. Zwei weitere mobile Kliniken werden ab Donnerstag in Betrieb genommen, um den Menschen vor Ort auch psychologische Unterstützung zukommen zu lassen. Zudem soll der allgemeine Gesundheitszustand der Bevölkerung überprüft und der eventuelle Ausbruch von Epidemien verhindert werden.
"Am Wochenende hat das Team von Ärzte der Welt bereits ein lokales, medizinisches Hilfszentrum in der Region unterstützt, das wegen des großen Zulaufs von Patienten dringend Verstärkung benötigte. Viele medizinische Zentren wurden beschädigt, Ziel ist es daher, beim Wiederaufbau des Gesundheitssystems zu helfen. „Manche Dörfer im Umkreis von Padang sind sehr stark betroffen, bis zu 80% der Häuser wurden zerstört. Nach ersten provisorischen Schätzungen zufolge wurden fast 130.000 Häuser komplett zerstört oder beschädigt, d.h. es gibt nun 4-5 Mal mehr obdachlose Menschen, als vor dem Beben. Mit Beginn der Regenzeit ist es nun sehr wichtig, dass die Menschen vor Ort eine Unterkunft bekommen", so der Einsatzleiter.
Um Ersthilfe zu leisten wird Ärzte der Welt nächste Woche damit beginnen, Zelte, Planen, Decken, Moskitonetze, Matten und Hygiene-Kits für mehr als 1500 Familien zu verteilen.
"Es lässt sich vor Ort gut beobachten:, die Leute kommen zu uns, auch wenn sie nicht wirklich krank sind. Sie fühlen sich verloren, manche sind traumatisiert. Sie haben nicht nur ihre Häuser verloren. Durch unsere Intervention unterstützen wir die Bevölkerung auch moralisch", erklärt Frédéric Robin.


