Gesundheitliche Lage in Gaza: Ärzte der Welt fordert die Aufhebung der Blockade
Ärzte der Welt ist über die Gewalt schockiert, die den Angriff der Flotte vor der Küste Gazas am 31. Mai kennzeichnete und bedauert den Verlust menschlicher Leben. Dieses Ereignis weist auf die durch die Blockade verursachte kritische Lage hin; eine Blockade, die eineinhalb Millionen Palästinenser in eine seit 3 Jahren andauernde chronische Gesundheits- und Wirtschaftskrise gestürzt hat.» mehr
Alle wollen helfen! Ärzte der Welt präsentierte sich auf der Münchner Freiwilligen Messe
Fast 4 000 Besucher strömten am letzten Sonntag, 01. Februar 2009, durch die Räume der dritten Freiwilligen Messe im Münchner Gasteig. Für Ärzte der Welt standen bis zu fünf freiwillige Botschafter gleichzeitig am Infotisch. Sie informierten unablässig die zahlreichen interessierten Besucher über laufende Projekte sowie ehrenamtliche Einsatzmöglichkeiten für Ärzte der Welt im In- und Ausland. » mehr
Darfur, Sudan: Meningitis auf dem Vormarsch. Ärzte der Welt führt seit dem 25. April eine Impfkampagne durch
München/Paris, 5. Mai 2009: Seit Anfang April häufen sich die Fälle von Meningitis Typ A im Osten von Jebel Marra in Süddarfur. Geschätzte 65 000 Menschen sind von einem Ausbruch der Krankheit bedroht. Ärzte der Welt reagierte sofort und führt eine breit angelegte Impfkampagne durch. » mehr
Weltflüchtlingstag: Zugang zu medizinischer Versorgung - ein Menschenrecht für alle!
Egal ob Menschen legal nach Europa einwandern oder illegal nach Europa fliehen, der Zugang zu medizinischer Versorgung ist eine Menschenrecht und steht jedem in gleichem Maße zu!
Laut dem neuen Jahresbericht des UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) waren 2009 weltweit 43,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg, Konflikten und Verfolgung. Damit hat die Zahl der Flüchtlinge den höchsten Stand seit Mitte der 1990er Jahre erreicht. Gründe hierfür sind anhaltende Krisen wie etwa in Afghanistan oder dem Kongo.
Ärzte der Welt wird in seiner täglichen Arbeit in den sogenannten Entwicklungsländern ebenso wie in Europa Zeuge der schwierigen Lebensumstände in denen sich Flüchtlinge befinden.
Menschen verlassen ihre Heimat aus den verschiedensten Gründen, ein besonders hoher Anteil stammt aus Ländern der Sahelzone. In genau diesen Ländern - in Mali, im Senegal, im Sudan oder auch in Äthiopien - engagiert sich Ärzte der Welt für einen verbesserten Zugang der Menschen zu medizinischer Gesundheitsversorgung.
Mali beispielsweise ist gleichzeitig Herkunftsland und Zwischenstation für viele Migranten und Flüchtlinge auf ihrem Weg in den Norden. Dort ist Ärzte der Welt an der Seite der lokalen Organisation AME (Association malienne des expulsés) im Einsatz und bietet denjenigen, die wieder aus Europa in ihr Heimatland zurückkehren mussten oder es nicht über das Mittelmeer geschafft haben psychosoziale Hilfe. Zahlreiche Flüchtlinge werden während ihres Weges nach Norden Opfer von Gewalt - meistens bleiben sie danach unversorgt. Traumata oder Erkrankungen werden nicht behandelt. Eine wichtige Aufgabe der Teams von Ärzte der Welt ist es auch, die Bevölkerung über die Schwierigkeiten eines Asylantrags sowie über die oft daraus resultierenden Zwangsabschiebungen aufzuklären, damit die Abgeschobenen vor Ort nicht stigmatisiert werden.
Aufgrund der immer restriktiver werdenden Einwanderungspolitik der Europäischen Union werden viele Flüchtlinge in die Illegalität gedrängt. Das Recht auf ihre medizinische Versorgung ist in zahlreichen Abkommen, Internationalen Pakten und Sozialchartas festgehalten. Wie und in welchem Ausmaß dieses Recht jedoch in der Praxis in den einzelnen europäischen Ländern umgesetzt wird, ist sehr unterschiedlich. Oftmals stoßen Migranten ohne Papiere jedoch auf zahlreiche Zugangsbarrieren bei der Gesundheitsversorgung. Dies bestätigen auch die Teams der 194 europäischen Gesundheitsprogrammen von Ärzte der Welt, die in elf europäischen Ländern durchgeführt werden.
2009 veröffentlichte Ärzte der Welt zu diesem Thema den zweiten Bericht der Initiative „European Observatory on Access to Healthcare“. Der Bericht basiert auf Untersuchungen aus den europäischen Projekten von Ärzte der Welt und beschäftigt sich speziell mit dem Zugang zur Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Papieren in Europa. Die Bericht zeigt alarmierende Fakten auf: So wurden zum Beispiel 45% der Gesundheitsprobleme der Befragten überhaupt nicht behandelt sowie 52% der schwangeren Frauen während ihrer Schwangerschaft nicht betreut.
In Deutschland leben nach Schätzungen bis zu eine Million Menschen ohne Papiere. Man schätzt dass sich etwa 30.000 Migranten davon in München aufhalten. Damit auch diese Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, gründete Ärzte der Welt 2006 das Projekt open.med in Zusammenarbeit mit dem café 104 in München. Menschen ohne Krankenversicherung erhalten dort in einer Anlaufstelle medizinische Hilfe sowie rechtliche Beratung. Ziel der Hilfe ist eine Integration der Betroffenen in das reguläre Gesundheitssystem.
Zum Weltflüchtlingstag fordert Ärzte der Welt, dass alle in Europa lebenden Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten - unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus oder ihren finanziellen Möglichkeiten.


