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Gesundheitliche Lage in Gaza: Ärzte der Welt fordert die Aufhebung der Blockade

Ärzte der Welt ist über die Gewalt schockiert, die den Angriff der Flotte vor der Küste Gazas am 31. Mai kennzeichnete und bedauert den Verlust menschlicher Leben. Dieses Ereignis weist auf die durch die Blockade verursachte kritische Lage hin; eine Blockade, die eineinhalb Millionen Palästinenser in eine seit 3 Jahren andauernde chronische Gesundheits- und Wirtschaftskrise gestürzt hat.» mehr

MedMobil seit Juli 2009 auf Stuttgarts Straßen unterwegs

Das Projekt „MedMobil“ bietet den Menschen in Stuttgart medizinische Grundversorgung ohne bürokratische Hürden. Bis Juli 2010 war das MedMobil über 197 Mal im Einsatz. Es wurden knapp 370 Menschen behandelt, davon 39% Frauen und 61% Männer. Insgesamt wurden über 2800 medizinische und präventive Maßnahmen geleistet. » mehr

Aktion Lächeln: Internationales Team zurück vom Einsatz

Vom 15. bis zum 29. März behandelte ein internationales Team von Ärzte der Welt - Médecins du Monde Deutschland in Kambodscha Patienten mit Entstellungen, Fehlbildungen und Verletzungen insbesondere im Bereich des Gesichtes und der Hände. Aktion Lächeln lautet der Name des Projektes, das von Ärzte der Welt 1989 in Kambodscha ins Leben gerufen wurde. Neben anderen Ärzten aus Frankreich, Ungarn und Deutschland nahm auch der Stuttgarter Hand-/Mikrochirurg Dr. Nikolaus Johannes Wachter an dem...» mehr

Tuesday, 2009-09-22

Wiederausbruch des Konflikts in Jemen

August 2009. Seit August 2009 wurden nach einer Offensive der jemenitischen Zentralregierung gegen die Al-Houthi-Rebellen im Regierungsbezirk Saada 35 000 Menschen zu Flüchtlingen. Ärzte der Welt hilft.

© Jean-Baptiste Lopez

Es gab zahlreiche Opfer. Die Lage der Bevölkerung im ärmsten Land des Mittleren Osten wird dadurch noch verschlimmert. Wegen der Kämpfe und der Straßensperren ist der zivilen Bevölkerung der Zugang zu den Gesundheitseinrichtungen und zur allgemeinen Versorgung nicht möglich.

Bei den vorangegangenen Auseinandersetzungen in Saada 2008 versorgte Ärzte der Welt mit Hilfe einer mobilen Klinik mehr als 2000 Flüchtlinge. Zudem hat Ärzte der Welt im Jahre 2008 in der Region Saada 15 Erste-Hilfe-Ausbildungskurse für 300 Teilnehmer organisiert. Diese erhielten auch ein Notfallset, um die wichtigste Notversorgung durchführen zu können.

Der extrem labile politische und soziale Lage sowie das langsame Wirtschaftswachstum des Landes haben außerdem zur Folge, dass die Grundbedürfnisse der Bevölkerung nur teilweise sichergestellt werden. Dementsprechend sind die Ärmsten die ersten Betroffenen einer Situation, in der das Gesundheitssystem nur 58% des Bedarfs an medizinischer Versorgung abdeckt. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium arbeitet Ärzte der Welt an der Stärkung des jemenitischen Gesundheitssystems.

In acht Monaten konnte Ärzte der Welt in Hajjah Sanitätshelfer ausbilden und Arzneimittel verteilt. Kliniken, die vorher leer standen, haben wir in Betrieb genommen. Seitdem werden sie wieder von der Bevölkerung aufgesucht.
Auch in der nordischen Stadt Saada wurden unverzüglich äußerst positive Ergebnisse beobachtet. Wir werden immer wieder aufgefordert Fordbildungen durchzuführen. Ärzte der Welt wird als eine seriöse Organisation, die rasch und positiv handelt, angesehen.

Saja Farouk Al Mayouf, medizinische Koordinatorin in Jemen

Der Kontakt mit den Helfern erweist sich seit Wiederauflammen des Konfliktes als schwierig. Nur wenige Informationen zu den gegenwärtigen Ereignissen dringen nach außen. Telefonverbindungen und Stromversorgung werden immer wieder unterbrochen. Informationen von offizieller Seite sind nicht vertrauenswürdig.
Im Frühjahr 2010 sind in drei Unterbezirken des Regierungsbezirks Saada weitere Erste-Hilfe-Kurse in den Schulen vorgesehen.

Die jemenitischen und internationalen Medien haben keinen Zugang zum Bezirk Saada, der bereits vor dem Konflikt einer der gefährlichsten Landstriche der Welt war. Die Zivilbevölkerung leidet daher unter einem Krieg, der totgeschwiegen wird. Gleichzeitig wird gerade durch die Gefahr, in Kampfhandlungen hineingezogen zu werden, jeglicher Zugang zu humanitärer Hilfe in dem Regierungsbezirk unmöglich gemacht.
Die schiitischen Rebellen kämpfen für die Wiedererrichtung des zaiditischen Imamats, ein monarchisches Regime, das 1962 durch einen Militärputsch gestürzt wurde. Im gleichen Jahr wurde auch die Republik ausgerufen.

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