Ultraschall-Spendenaktion: „Aktion Lächeln“ in Kambodscha
Oktober 2011. Im Rahmen der „Aktion Lächeln“ behandeln ehrenamtlich arbeitende Spezialisten von Ärzte der Welt seit 1989 Menschen mit Fehlbildungen, Verletzungen und Verbrennungen im Bereich des Gesichtes und der Hände – so zum Beispiel Kinder mit angeborenen Lippen-Kiefer-Gaumenspalten oder Fehlbildungen des Übergangs zwischen Gesichts- und Hirnschädel.
Während in Europa die Korrektur angeborener Lippen-Kiefer-Gaumenspalten – so genannte Hasenscharten– in fast allen Fällen bis zum sechsten Lebensjahr abgeschlossen ist, bleiben in Kambodscha viele Kinder unversorgt. Für viele PatientInnen bedeutet ein chirurgischer Eingriff aber die Chance auf ein normales Leben oder gar das pure Überleben.
Das Gesundheitswesen in Kambodscha leidet bis heute unter der systematisch betriebenen Ermordung bzw. Vertreibung lokaler Mediziner durch die Roten Khmer. Man nimmt an, dass letztlich nur circa 50 der ehemals 1 000 ÄrztInnen den Genozid überlebten. 2010 kamen statistisch gesehen gerade einmal zwei Ärzte auf 10 000 Einwohner.
Die notwendigen Operationen bei Gesichtsversehrten, ihre Demonstration und die Supervision können nur durch hoch spezialisierte, erfahrene Ärzte erfolgen. In Kambodscha gibt es diese Ärzte nicht. Deswegen ist es nach wie vor unabdingbar, dass externe Chirurgenteams durch Einsätze vor Ort den Betroffenen helfen.
Aufbau von Kapazitäten
Ein langfristiges Ziel ist es aber, fachliche Kapazitäten und medizinische und logistische Rahmenbedingungen unter anderem am Projektstandort in Kampong Cham aufzubauen und zu stärken. Neben der operativen Tätigkeit besteht daher eine wichtige Aufgabe der Teams in der Ausbildung und Schulung der Ärzte und Pflegekräfte vor Ort. Nur so kann medizinisches Wissen langfristig weitergegeben werden.
Möglicher Einsatz von gespendeten Ultraschallgeräten
Zwei Ultraschallgeräte benötigt Ärzte der Welt für unseren Projektstandort im Provinzkrankenhaus in Kampong Cham. In diesem Krankenhaus befindet sich die größte Gynäkologie der Region, alle schwierigen Entbindungen werden dorthin verlegt. Pro Monat finden dort bis zu 150 Geburten statt. Ein Ultraschallgerät wäre für die Gynäkologie vorgesehen. Das zweite Ultraschallgerät würde in der Pädiatrie des Krankenhauses sowie in der allgemeinchirurgischen Abteilung und der Inneren Abteilung eingesetzt werden.







