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Thursday, 2009-05-14

17. Aktion Lächeln: „Lieber ein brennendes Haus als krank zu sein.“

Drei Münchner gaben Menschen ihr Lächeln zurück: am 23.03.07 beendeten Dr. Dr. Martin Gosau, Dr. Hilke Schneider und Dr. Monika Kleck von Ärzte der Welt ihren zweiwöchigen medizinischen Einsatz im Rahmen der Aktion Lächeln in Kambodscha. Mit dabei waren auch Prof. Dr. Dr. Schwenzer und Herr Dekoleadenu aus Tübingen. In den Provinzkrankenhäusern von Kampong Cham und O Reang Ov operierte das 7-köpfige internationale Team insgesamt 70 Patienten. Hauptaufgabe war es Entstellungen im Gesichtsbereich zu korrigieren.

Dr. Dr. Martin Gosau, Dr. Hilke Schneider und Dr. Monika Kleck

Unterstützung bekamen die Ärzte der Welt dabei von örtlichem Personal, das während dieser Zeit intensiv geschult wurde. Ziel ist es, die Mitarbeiter der örtlichen Krankenhäuser so gut auszubilden, dass sie in einigen Jahren diese Operationen selbständig durchführen können. „Unsere Kollegen sind sehr geschickt und begierig zu lernen. Sie greifen unsere Hinweise und Techniken sofort auf. Bei komplizierten Fällen holen sie unseren Rat ein“, berichtet Dr. Dr. Martin Gosau.

In Kambodscha wird die ehrenamtliche Hilfe der Ärzte der Welt dringend benötigt – und sehnsüchtig erwartet. Mit Aufrufen im Radio wurde die Bevölkerung der Provinz Kampong Cham, in der 1,6 Millionen Menschen leben, von der „Aktion Lächeln - Operation Sourire“ informiert. Entsprechend groß war die Schlange der Hilfe Suchenden, die am ersten Tag vor der Klinik in Kampong Cham auf eine Untersuchung warteten. „Wir haben jeden der über 80 Patienten untersucht und entschieden, ob eine Operation für ihn in Frage kommt“, berichtet Monika Kleck, Leiterin der Büros von Ärzte der Welt in München. Auch wenn viele Menschen dringend medizinische Betreuung benötigen, können die Ärzte der Welt nicht in allen Fällen helfen. „Zwei Wochen sind zu wenig, um sich an großflächige Brandverletzungen oder gefährliche Tumore zu wagen“, erklärt Kleck. Nocheinmal mehr als fünfzig Patienten erwarteten das Team in O Reang Ov.

In Kambodscha gibt es ein Sprichwort: „Lieber ein brennendes Haus als krank zu sein.“ Der Weg in die nächste Klinik ist oft lang, Arztbesuche und Operationen sind für viele Menschen unerschwinglich, da Verbrauchsmaterialien und Medikamente bezahlt werden müssen. Viele Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene leiden bis heute unter sichtbaren Folgen von Kriegsverletzungen, aber auch unter Verbrennungen, Tumoren und Kiefer-Lippen-Gaumenspalten. Viermal jährlich gibt ein Spezialisten-Team von Ärzte der Welt in Provinzkrankenhäusern in Kambodscha und in der Hauptstadt diesen Menschen das Lächeln wieder.

„Operation Sourire“ – Aktion Lächeln – lautet der Name des Projektes, das von Ärzte der Welt 1989 in Kambodscha ins Leben gerufen wurde. Zweimal im Jahr fliegt seither ein internationales Team, bestehend aus Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern für zwei Wochen in die Krankenhäuser von Kampong Cham, O Reang Ov und Kampong Thom, um vor allem Fehlbildungen und Verletzungen im Gesicht zu behandeln.

Die Operation eines Kindes mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte kostet im Durchschnitt nur 250 Euro.    

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