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Friday, 2009-05-08

Ärzte der Dresdner Uniklinik operieren Kinder in Kambodscha

Zum 16. Mal entsendet Ärzte der Welt vom 7. – 20. Januar 2007 zwei Dresdner Ärzte nach Phnom Penh, Kambodscha. Prof. Dr. Dr. Lauer und Dr. Pinzer werden dort Kinder mit Meningoencephalozelen operieren.

Prof. Dr. Dr. Lauer und Dr. Pinzer

Dabei handelt es sich um Ausstülpungen des Gehirns in das Gesicht. Schon bei kleinsten Verletzungen können Kinder mit Meningoencephalozelen  an einer lebensgefährlichen Hirnhautentzündung erkranken. Aus diesem Grund ist eine frühe Behandlung sehr wichtig.

Nachdem das Pol Pot Regime fast alle ÄrztInnen umgebracht hatte, fehlt es in Kambodscha nun an SpezialistInnen, um komplizierte Operationen durchzuführen. Auch die Ausstattung ist noch nicht auf dem neusten technischen Niveau.
„Für die Meningoencephalozelen haben wir eine spezielle Operation konzipiert. Bei jedem Eingriff assistiert uns ein kambodschanischer Kollege, so dass in einiger Zeit die Operationen auch selbstständig durchgeführt werden“, berichtet Prof. Dr. Dr. Lauer über seine bisherigen Erfahrungen.
„Gerade die Ausbildung einheimischer KollegInnen verhilft dem Projekt langfristig, Spuren zu hinterlassen. http://www.aerztederwelt.org/Ärzte der Welt legt darauf großen Wert.“

In Kambodscha treten die beschriebenen Auffälligkeiten wesentlich häufiger auf, als z.B. in Deutschland. Gleichzeitig sind die Behandlungsmöglichkeiten schlechter. Es gibt keine Computertomografie oder andere bildgebende Verfahren. Die Operationen müssen daher ohne detaillierte Voruntersuchungen durchgeführt werden. Auch die Möglichkeiten von Bluttransfusionen sind begrenzt. Dennoch wagen die beiden Dresdner Ärzte sich an die Operationen.
„Wir hatten noch keinen Patienten über 21 Jahre, d.h. die Lebenserwartung ohne Behandlung ist sehr gering. Wenn wir Kleinkinder operieren, verhelfen wir den Kindern außerdem dazu, dass sie noch das räumliche Sehen lernen“ erklärt Dr. Pinzer.
In Phnom Penh gibt es schon eine lange Warteliste von Patienten und Patientinnen, die auf das kleine Team von Ärzte der Welt warten.

Das Projekt wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Während eine Operation im Ausland bis zu 30.000 € kosten würde, liegt der Aufwand für Ärzte der Welt bei 300 € pro Eingriff. Die Patienten und Patientinnen behandeln wir kostenlos.

Ärzte der Welt setzt sich im In- und Ausland für den Zugang zu medizinischer Versorgung als humanitäres Grundrecht ein.
Wir behandeln und versorgen Menschen in Krisensituationen unabhängig von ihrer Herkunft. Als deutscher Zweig der internationalen humanitären Organisation Médecins du Monde Frankreich engagieren wir uns derzeit in 51 Ländern mit 93 Projekten. 

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