„Aktion Lächeln“: Ärzte der Welt Team aus Kambodscha zurück
Vom 12.-26. März 2011 flog ein siebenköpfiges Team von Chirurgen, Anästhesisten und Krankenschwestern im Rahmen der „Aktion Lächeln“ nach Kambodscha. Zwei Wochen lang behandelten die ehrenamtlich arbeitenden Spezialisten hauptsächlich Kinder mit Fehlbildungen, Verletzungen und Verbrennungen im Bereich des Gesichtes und der Hände. Im Mittelpunkt der seit 1989 durchgeführten Einsätze steht neben der medizinischen Versorgung auch die Weiterbildung der Ärzte und Pflegekräfte vor Ort.
„Aktion Lächeln“ lautet der Name des Projektes, das von Ärzte der Welt 1989 ins Leben gerufen wurde. Seither reisen mehrmals pro Jahr Mediziner und Krankenschwestern ehrenamtlich nach Kambodscha. „Wir untersuchen bei jedem Einsatz durchschnittlich 200 Patienten und entscheiden, ob eine Operation in Frage kommt“, berichtet Dr. Dr. Steffen Müller, Oberarzt des Universitätsklinikums Regensburg, der nun schon zum 4. Mal an einem solchen Einsatz teilgenommen hat. Dieses Mal konnten 44 Patienten operiert werden. „Leider kann das engagierte Team manchen Patienten nicht gleich helfen – die Dauer von zwei Wochen pro Einsatz ist eine sehr kurze Zeit“. Häufig warten bei der nächsten Ankunft des Ärzte der Welt-Teams schon Patienten, die beim letzten Einsatz nicht operiert werden konnten oder weiterführende Operationen benötigen.
Während in Europa bereits wenige Wochen bis Monate nach der Geburt mit der Korrektur angeborener Lippen-Kiefer-Gaumenspalten – sogenannten Hasenscharten und Wolfsrachen – begonnen wird, bleiben in dem südostasiatischen Land viele Kinder unversorgt. Wenn hierbei außerdem der Gaumen betroffen ist, sind sowohl das Sprechen als auch die Sprachentwicklung deutlich beeinträchtigt. Für die betroffenen Kinder bedeutet dies neben den physischen Leiden häufig soziale Isolation: Oft werden sie von der Gesellschaft ausgegrenzt und sind dadurch größtenteils ohne Zukunftsperspektive.
Eine zweite wichtige Aufgabe des Teams ist die Ausbildung und Schulung der Ärzte, Studenten der Medizinwissenschaften und Pflegekräfte im Einsatzland, denn nur so kann medizinisches Wissen langfristig weitergegeben werden. „Da die Nachbehandlung – gerade in den speziellen Gebieten der Handchirurgie und der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie – eine entscheidende Rolle spielt, muss sie den vor Ort weiterbehandelnden Ärzten gezeigt werden. Eventuell auftretende Komplikationen müssen von den örtlichen Ärzten auch nach Abreise des Teams beherrschbar sein“, führt Dr. Dr. Steffen Müller weiter aus.
Dieser zweigleisige Ansatz zeigt bereits erste Erfolge: Dank entsprechender Schulungen, Verbesserungen der Operationsräume und des Instrumentariums erweitert sich das Spektrum der operativen Möglichkeiten von Jahr zu Jahr. In den folgenden Jahren soll die medizinische Hilfe auch auf die Notfallversorgung ausgeweitet werden und die Handchirurgie und Anästhesie verbessert werden – soweit es die Gegebenheiten vor Ort ermöglichen.
Warum wir in Kambodscha helfen
Das Gesundheitswesen in Kambodscha leidet bis heute unter der systematisch betriebenen Ermordung bzw. Vertreibung lokaler Mediziner durch die Roten Khmer. Über 90 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land, teilweise in sehr entlegenen Gebieten, oft in Armut und ohne Zugang zu medizinischer Versorgung. Insbesondere in den ländlichen Provinzen fehlen Ärzte mit einer chirurgischen Facharztausbildung. Man nimmt an, dass letztlich nur circa 50 der ehemals 1.000 Ärzte und Ärztinnen den Genozid überlebten. Auch mangelt es oft an medizinischen Möglichkeiten, Material oder Geld für eine Behandlung.
Alle Details zur Aktion Lächeln in Kambodscha finden Sie in unserer Broschüre „Aktion Lächeln.“


