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Wednesday, 2009-05-06

Aktion Lächeln - Operation Sourire Einsatz Oktober 2006

Das Team von Ärzte der Welt bereitet sich auf die Reise nach Kambodscha vor. Sterile Handschuhe werden eingepackt, Chirurgenbesteck, ein paar Medikamente und nicht zu vergessen die Plüschtiere zum Trost für die Kinder. Jetzt kann die Reise losgehen nach Kampong Cham und O Reang OV in Kambodscha, zwei Städte, in denen es nur eine sehr dürftige medizinische Versorgung gibt.

Kambodscha

Die durch Radioaufrufe informierten Patienten und Patientinnen warten schon auf das deutsche Team, welches als zuverlässig gilt. Viele der Menschen haben nicht genug Geld, um  einen Arzt bezahlen zu können, Spezialisten für Verbrennungen oder Lippen-Kiefer-Gaumenspalten sind zudem rar. Oft reisen die PatientInnen über 100 Kilometer an. Meistens kommen sie gemeinsam mit Angehörigen, welche die Betreuung im Krankenhaus vor und nach der Operation übernehmen.
Am ersten Morgen in Kampong Cham drängen über 60 PatientInnen zur Untersuchung. Möglichst vielen geben wir einen Operationstermin, einige müssen jedoch abgewiesen werden. Wie die kleine Tha Pi Hon, die noch nicht kräftig genug für einen Eingriff ist. Da es keine Blutkonserven gibt, wäre eine Operation ein zu großes Risiko.
Der nächste Tag gestaltet sich hektisch, eine Operation nach der anderen muss durchgeführt werden. Einige PatientInnen haben trotz ausdrücklicher Anweisungen etwas gegessen und dürfen nicht narkotisiert werden. Der OP-Plan muss kurzfristig mehrmals geändert werden. Neue Anfragen kommen hinzu, die Nachsorge der Operationen muss organisiert werden.
In Kampong Cham gibt es kaum Betten, deshalb müssen die Kinder nach dem Eingriff in Obhut der Verwandten auf dem Boden oder in Hängematten liegen. Nach ein paar Tagen werden die Fäden gezogen - erst jetzt wird das neue Gesicht sichtbar.
Thy Kim Hong kann sich glücklich schätzen, denn nach langer Wartezeit kommt er an die Reihe und wird untersucht. Der kleine Junge mit der zweifachen Lippen- und Kieferspalte benötigt dringend einen Eingriff, um sprechen zu lernen. Seine Mutter begleitet und umsorgt ihn, und versucht, ihm die Angst vor dem Eingriff zu nehmen. Das Stofftier, das der Junge geschenkt bekommt  ist nur ein spärlicher Trost. Auch Tage nach dem Eingriff würde Thy Kim Hong die Ärztin am liebsten gar nicht in seine Nähe lassen, als diese ihm die Fäden ziehen möchte. Große Tränen kullern über sein Gesicht. Die Mutter jedoch ist überglücklich, denn nun kann sie mit einem gesunden kleinen Jungen nach Hause zurück kehren, den sie nicht mehr vor dem Spott der Nachbarn verstecken muss und der ihr sicher bald erzählen kann, was er tagsüber so alles erlebt.

Innerhalb von 10 Tagen wurde an den beiden Einsatzorten 44 Menschen geholfen, dafür waren 65 Operationen notwendig.
Neue Ansätze für das Projekt brachte die mitgereiste Sprachtherapeutin. Durch gezielte Übungen erleichterte sie es den operierten Kindern, ein Gefühl für den Gebrauch der Lippen zu erhalten. Sie konnte erste Sprachübungen vermitteln und oft auch den Schmerz durch ein Lächeln ersetzen.

So wichtig die Operationen auch sind - Ärzte der Welt will sich nicht darauf beschränken,  regelmäßig Ärzte nach Kambodscha zu schicken und Menschen zu behandeln. Unser Ziel ist es, langfristig und nachhaltig Hilfe zu leisten.  Um dieses Vorhaben zu realisieren bemühen wir uns unter anderem darum, lokale ÄrztInnen auszubilden und verschiedene Fachrichtungen miteinander zu verknüpfen. Ärzte der Welt plant zudem, ein Spaltzentrum zu gründen, in dem das ganze Jahr über Kinder und Erwachsene operiert werden können.

Keiner der Mitreisenden erhält Lohn für die anstrengende Tätigkeit, einige zahlen sogar den Flug selbst und opfern ihren Urlaub für die Arbeit in Kambodscha. Trotzdem wollen sie alle im März zurück kehren, um ihren Einsatz fortzusetzen. Schon im Januar fliegen zwei weitere Ärzte nach Phnom Penh, um dort zu operieren.
Das Projekt finanziert sich durch Spenden. Ein Eingriff kostet im Durchschnitt 300 Euro.     

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