open.med München: Patientin aus Äthiopien kann wieder hören

Trotz einer Schwerhörigkeit und starker Schmerzen hatte eine 57 Jahre alte Patientin aus Äthiopien keinen Anspruch auf medizinische Versorgung. Für Menschen wie sie, die in Deutschland ohne Krankenver

Ärzte der Welt stellt europäische Studie zur Situation von Menschen ohne Papiere in Deutschland vor

Ärzte der Welt präsentierte am 23. November in Berlin den zweiten Bericht des „European Observatory on Access to Healthcare“– eine internationale Studie über den Zugang zur Gesundheitsversorgung von M

Ärzte der Welt fordert die strikte Anwendung der Kinderrechtskonvention

Am 20. November begehen wir den 20. Jahrestag der internationalen Kinderrechtskonvention, die von 191 Ländern ratifiziert wurde. In den Artikeln 24 und 26 ist der Schutz von Kindern und schwangeren Fr

Aktion auf europäischer Ebene

Europaweit setzt sich open.med in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk von Médecins du Monde für den Zugang zur medizinischen Versorgung als Menschenrecht ein.

Das internationale Netzwerk von Médecins du Monde hat 11 Vereine in Europa. Dazu gehören neben Frankreich und Deutschland auch Belgien, Griechenland, Großbritannien, Spanien, Italien, Schweden, Portugal, die Niederlande und die Schweiz. Diese Vereine betreuen – ähnlich wie Deutschland – neben internationalen  auch Gesundheitsprojekte im eigenen Land. Ziel ist es, all denjenigen Kranken und Bedürftigen eine Stütze zu sein, die ansonsten von medizinischer Hilfe abgeschnitten sind.

Aufgabe und Ziel von den Projekten von Ärzte der Welt in Europa ist es, als effektive und verlässliche Stütze für die von uns betreuten Zielgruppen zu fungieren und darüber hinaus unsere Gesellschaft und die politisch Verantwortlichen für den Bedarf unserer Patienten zu sensibilisieren. Vor diesem Hintergrund wurde die 2. Untersuchung der European Observatory on Access to Health Care des europäischen Netzwerks von Médecins du Monde im September 2009 veröffentlicht. Das europäische Netzwerk von Médecins du Monde – Ärzte der Welt hat mit dieser so wie bereits mit der vorhergehenden Untersuchung aus dem Jahr 2006 sein Augenmerk auf eine besonders hilfsbedürftigste Gruppe von Menschen gerichtet: Menschen ohne gültigen Aufenthaltstatus in der EU.

Ziel der Untersuchung ist, ihre Lebensbedingungen in Europa unter besonderer Berücksichtigung sozialmedizinischer Fragestellungen zu evaluieren sowie die daraus abzuleitenden Forderungen an die Politik und die Versorgungssysteme zu formulieren. Im Zentrum der Analysen standen folgende Fragestellungen: Wie gut ist der Informationsstand der Menschen über bestehende Hilfsangebote? Welchen Anspruch auf medizinische Versorgung haben sie tatsächlich? Welche bürokratischen Hürden erwarten sie? Die Ergebnisse der Untersuchung basieren auf den Erfahrungsberichten von 1220 Menschen aus elf europäischen Ländern, die keine offizielle Aufenthaltserlaubnis besitzen.

Generell lässt sich sagen, dass eine restriktive Gesetzgebung, Informationsmangel und bürokratische Hindernisse zu Versorgungsmängeln führen. Außerdem reisen die Betroffenen – entgegen laut gewordener Vorurteile – nicht nach Europa, um hier von den Vorteilen einer hoch technologisierten, medizinischen Therapie zu profitieren. Vielmehr zeigt sich: Die Lebensumstände der befragten Personen sind generell schwierig – sowohl im Hinblick auf ihre prekäre Wohnsituation als auch auf ihr oftmals geringes Einkommen – und beinträchtigen ihren Gesundheitszustand erheblich. Durch die restriktiven Gesetze in vielen Mitgliedstaaten werden gesundheitliche Probleme der Betroffenen entweder gar nicht oder nur unzureichend behandelt.

In Anlehnung an der Veröffentlichung der Untersuchung der European Observatory und um auf ihre Ergebnisse einzugehen wurde das HUMA-Netzwerk (Health for Undocumented Migrants and Asylum seekers - www.huma-network.org) gegründet. Das Ziel des HUMA-Netzwerks besteht darin, einen gleichen ungehinderten Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung aller in der EU lebenden Menschen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, voranzutreiben. Das HUMA-Netzwerk ist ein Bündnis von Organisationen aus 11 europäischen Ländern, darunter Ärzte der Welt.

2009 veröffentlichte das HUMA-Netzwerk einen Vergleich der gesetzlichen Lagen in zehn europäischen Ländern (Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Malta, Holland, Portugal, Spanien, Schweden und England). Dieser Bericht bietet einen aktuellen Überblick über die verschiedenen Systeme, die den Zugang zu medizinischer Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltstitel und Asylbewerber regeln.

Die Ergebnisse der Untersuchungen der European Observatory on Access to Health Care und den Huma-Bericht können Sie hier als PDF herunterladen.