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Tuesday, 2009-03-03

Ärzte der Welt im Gazastreifen Erste Erfahrungsberichte unseres Einsatzteams.

Seit einigen Tagen sind nun Notärzte und Chirurgen von Ärzte der Welt im Gazastreifen vor Ort, um die dort arbeitenden Teams von Ärzte der Welt sowie die medizinischen Einrichtungen zu unterstützen. Die letzten Tage durchquerte das Team den Süden des Gazastreifens, um den Bedarf an medizinischer Hilfe sowie die Situation der vorhandenen Gesundheitsversorgung der Bevölkerung einzuschätzen und veröffentlicht am 18.Januar einen Situationsbericht.

Dr. Jean Francois Laude berichtet: "In der vergangenen Nacht haben wir Bombenexplosionen gehört, aber Heute hat sich die Situation anscheinend etwas beruhigt, die Leute verlassen allmählich wieder ihre Häuser. Die momentane Ruhe hat es den Verletzten ermöglicht, das Nasser-Hospital in Khan Yunis aufzusuchen. Es ist das meistgefragte Krankenhaus der gesamten Region, hat es doch seit Kriegsbeginn mehr als 1000 Patienten aufgenommen. Die palästinensischen Ärzte der drei von uns besuchten Krankenhäuser haben uns mitgeteilt, dass sie im wesentlichen Verletzte mit schwersten Verbrennungen sowie Atemnot, ausgelöst durch Einatmung von - ihnen bis dahin unbekannten - Gasen aufgenommen haben.
 
Nach unserer ersten Einschätzung und nur auf den Süden des Gazastreifens bezogen scheint es so, als ob die Vorräte an Medikamenten und Verbandmaterialien  für den Augenblick ausreichen. Die Ärzteteams haben eine außergewöhnliche Arbeit geleistet, wobei sie seit einigen Tagen auch von arabischen Ärzten unterstützt werden."

Nach Aussagen von Boris Garcia, einem Unfallchirurgen der Mission, mußten die Ärzteteams vom Nasser Hospital in den letzten drei Wochen zahlreiche, zumeist Beinamputationen durchführen. Letzte Woche erschienen stündlich mehr als 50 Verletzte im Nasser Hospital und über 20 Krankenwagen fuhren vom dort in Richtung ägyptische Grenze. Alle vor dem 27. Dezember geplanten chirurgischen Eingriffe wurden zugunsten von Notoperationen zurückgestellt. Zum heutigen Zeitpunkt ist die größte Anzahl der schweren Krankheitsfälle nach Ägypten evakuiert worden, um die  Krankenhäuser vor Ort zu entlasten und Aufnahmekapazitäten für die ständig eintreffenden Notfälle zu schaffen. Die Entlastung geschieht Schritt für Schritt."

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