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Thursday, 2014-07-24

Gaza: Ärzte der Welt fordert sofortige Waffenruhe

München, 24.07.2014. Dr. Hosam Abu-Elwan ist verzweifelt: „Wir können die vielen Notfall-Patienten nicht mehr angemessen versorgen. Wir haben fast keine Medikamente mehr und kaum noch medizinisches Material.“ Abu-Elwan ist Notfallmediziner und arbeitet für Ärzte der Welt im Nasser-Krankenhaus in Gaza.

Pro Tag kommen im Schnitt 75 Menschen mit Kriegsverletzungen in die Notaufnahme, die meisten von ihnen sind Frauen und Kinder. „Sie haben Verletzungen an Kopf, Brust und Bauch, verursacht durch die Raketenangriffe. Viele würden eine Operation oder weiterführende Behandlung benötigen. Aber die Operationssäle und die anderen medizinischen Abteilungen sind total überfüllt.“

Die Bilanz nach zwei Wochen Krieg ist verheerend: Fast 600 Tote auf palästinensischer Seite, 29 israelische Opfer, mehr als 4000 Verwundete, zerstörte Häuser. Und die Menschen im Gazastreifen sind von der humanitären Hilfe nahezu abgeschnitten. Am Dienstag dieser Woche wurde zwar ein Grenzübergang für eine Hilfsgüterlieferung von Ärzte der Welt geöffnet. Doch grundsätzlich sind die Übergänge – bis auf wenige, zeitlich begrenzte Ausnahmen - geschlossen, so dass die Ärzte der Welt-Teams die elf Gesundheitszentren, die die Hilfsorganisation unterstützt, nicht mehr ausreichend mit medizinischem Material versorgen können.

Durch Bombenangriffe wurde zudem das Krankenhaus Al Aqsa in Der el Balah, das auch von Ärzte der Welt versorgt wird, erheblich beschädigt, der Operationsbereich wurde vollkommen zerstört. Vier Tote waren nach dem Angriff zu beklagen.

Um die Notleidenden zu versorgen und Leben retten zu können, fordert Ärzte der Welt eine sofortige Waffenruhe und eine sofortige Grenzöffnung für humanitäre Hilfe. Ärzte der Welt ermahnt alle Konfliktparteien, die Richtlinien des humanitären Völkerrechts zu respektieren und den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewähren. Denn wenn Krankenhäuser zum Ziel von Bombenangriffen werden, ist das ein Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht. Verwundete müssen Zugang zu Erste-Hilfe-Maßnahmen und Medikamenten erhalten. „Wir erwarten dringend eine Reaktion der internationalen Gemeinschaft“, appelliert auch Dr. Hosam Abu-Elwan. „Die Menschen in Gaza brauchen Hilfe.“

Das Projekt im Gazastreifen wird vom Auswärtigen Amt unterstützt.

Kontakt

Ute ZURMÜHL
Leitung Medien & Kommunikation
Sie steht auch für Interviews zur Verfügung, da sie im März dieses Jahres vor Ort in Gaza die Projekte besucht hat.

Ärzte der Welt e. V.
Leopoldstr. 236
80807 München
Tel.: +49 (0) 89 45 23 081 -24
Mobil: +49 (0) 160 855 74 27
Fax: +49 (0) 89 45 23 081-22
E-Mail: ute.zurmuehl@aerztederwelt.org
Web: www.aerztederwelt.org

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