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Aktuelles

Syrien - ‚Ärzte der Welt‘ fordert ein Ende der Gewalt gegen Zivilisten und verstärkt seine Hilfsaktionen in den Nachbarländern

Mai 2012: Die Gewalt gegen Zivilisten in Syrien nimmt kein Ende. Große Hoffnungen werden weiterhin in den Friedensplan gesetzt, den der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan vorgelegt hatte. ‚Ärzte der Welt‘ verurteilt die Gewalt gegen Zivilisten und verstärkt zunächst seine Hilfsmaßnahmen in den Nachbarländern, in denen syrische Flüchtlinge Schutz suchen.» mehr

Thursday, 2011-10-13

Humanitäre Hilfe für die vom Konflikt betroffene Bevölkerung im Nordjemen

Juli 2011. Der Jemen gilt als das ärmste Land der arabischen Welt. Rund 50 Prozent der Menschen leben hier unterhalb der Armutsgrenze. Die Gesundheitsindikatoren des Landes zählen zu den schlechtesten in Asien. Die Lebenserwartung der Menschen beträgt nur 54 Jahre. Auch knapp zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung des Nordens mit dem Süden des Landes ist die innenpolitische Lage des Landes kritisch: Immer wieder flammen Stammeskonflikte, Unabhängigkeitsbewegungen und andere Konflikte mit der Zentralregierung auf.

Fotos: J-B Lopez

Im Nordwesten des Jemen gab es seit 2004 mehrere heftige kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den sogenannten Houthi-Rebellen und der Zentralregierung des Landes. Zuletzt im August 2009 kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien. Durch die Kämpfe wurden hunderttausende Menschen in der Provinz Sa’ada vertrieben. Trotz einer vereinbarten Waffenruhe, die im Februar 2010 unterzeichnet wurde, bleibt die Lage im Nordwesten instabil. Die Unruhen wirken sich negativ auf die staatliche Grundversorgung aus, insbesondere der Zugang der Menschen zu Gesundheit und Bildung ist nicht ausreichend gewährleistet. Nicht nur die durch den Konflikt Vertriebenen, sondern auch die lokale Bevölkerung leidet unter den prekären Lebensbedingungen.

Da die meisten Gesundheitseinrichtungen in der Provinz Sa’ada weiterhin geschlossen sind, ist es für die intern Vertriebenen als auch für die allgemeine Bevölkerung schwierig, basismedizinische Versorgung zu erhalten. Ärzte der Welt engagiert sich daher mit einem Programm zur Verbesserung der Basisgesundheitsversorgung sowie zur Prävention und Gesundheitsförderung.

Die instabile Lage erschwert die Bereitstellung humanitärer Hilfe für die betroffene Bevölkerung. In Abstimmung mit anderen internationalen humanitären Akteuren führt Ärzte der Welt seit Februar 2010 in drei Bezirken der Provinz präventive und kurative Gesundheitsmaßnahmen für die Menschen, die sich in der Region aufhalten, durch: An zwölf Standorten werden die Betroffenen mithilfe von mobilen Kliniken basismedizinisch versorgt. An diesen Standorten herrscht große Nachfrage; durchschnittlich werden pro Woche 800 kurative Konsultationen und 310 Schwangerschaftsvor- und Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt. Kinder unter fünf Jahren erhalten Impfungen, ihre Ernährungssituation wird untersucht und dokumentiert.

Bei komplexeren Gesundheitsproblemen wird eine Verlegung des / der Betroffenen und der Transport zu weiterführenden Gesundheitseinrichtungen organisiert.

Darüber hinaus werden die Patienten hinsichtlich Ernährung, Hygiene und Gesundheit sensibilisiert. Die Teams führen auch Informationsveranstaltungen zur Familienplanung durch.

Die Kämpfe zwischen den Konfliktparteien haben auch zu massiven internen Vertreibungen in die Nachbarprovinzen geführt, die wiederum nicht genügend Ressourcen haben, um die hinzugekommenen Menschen adäquat zu versorgen. Zwischen Januar und Juli 2010 unterstützte Ärzte der Welt daher auch in der Nachbarprovinz Haijah die Betroffenen: Neben allgemeiner medizinischer Versorgung legten die Teams ein besonderes Augenmerk auf die Gesundheit von Müttern und Kindern. Seit Mai 2010 unterstützt Ärzte der Welt darüber hinaus acht Basisgesundheitszentren der Region.

Ärzte der Welt wird das Projekt in der Provinz Sa’ada auch 2011 weiter voran bringen. Das deutsche Auswärtige Amt hat das Projekt gefördert.

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