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Aktuelles

Syrien - ‚Ärzte der Welt‘ fordert ein Ende der Gewalt gegen Zivilisten und verstärkt seine Hilfsaktionen in den Nachbarländern

Mai 2012: Die Gewalt gegen Zivilisten in Syrien nimmt kein Ende. Große Hoffnungen werden weiterhin in den Friedensplan gesetzt, den der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan vorgelegt hatte. ‚Ärzte der Welt‘ verurteilt die Gewalt gegen Zivilisten und verstärkt zunächst seine Hilfsmaßnahmen in den Nachbarländern, in denen syrische Flüchtlinge Schutz suchen.» mehr

Friday, 2011-08-26

Ärzte der Welt unterstützt Betroffene des Erdbebens im Nordosten Japans

August 2011. Unmittelbar nach dem verheerendem Erdbeben und dem Tsunami, die Japan am 11. März 2011 verwüsteten, prüfte das „Ärzte der Welt“ Netzwerk mögliche Aktions- und Einsatzfelder, um die Bewohner der betroffenen Gebiete zu unterstützen. Nach Beratungen mit den japanischen Gesundheitsbehörden startete Ärzte der Welt im April 2011 einen Soforthilfe-Einsatz zur medizinischen Versorgung und psychologischen Betreuung der Bevölkerung der Stadt Otsuchi im Nordosten Japans (Präfektur Iwate).

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Hintergrund

Am 11. März 2011 verwüstete ein Erdbeben der Stärke 9.0 auf der Richterskala den Nordosten Japans, generierte einen 10 m hohen, tödlichen Tsunami und beschädigte mehrere Kernkraftwerke. Die von den Behörden bestätigten Opferzahlen sprechen für sich: 15.650 Tote und 5.329 Vermisste. Laut dem japanischen Katastrophenschutz mussten mehr als 111.000 Menschen evakuiert werden. Während in der Metropole Tokio langsam wieder der Alltag eingekehrt, sind die Lebensbedingungen der Menschen im Nordosten, in der Region Tohoku, weiterhin schwierig.

Wenige Wochen nach der Katastrophe startete „Ärzte der Welt“ Japan mit Unterstützung des „Ärzte der Welt“ Netzwerks in Otsuchi, in der Präfektur Iwate, einen Soforthilfe-Einsatz. Potentielle Risiken des Einsatzes in der Region sind schwere Nachbeben sowie eine radioaktive Kontamination ausgehend vom 130 Meilen entfernten, havarierten Atomkraftwerk Fukushima: Alle Teams von „Ärzte der Welt“ wurden daher mit Geigerzählern und sogenannten Dosimetern zur Überwachung der Strahlenbelastung ausgestattet. Bisher wurden glücklicherweise keine alarmierenden Anzeichen einer erhöhten Strahlenbelastung registriert.

Ärzte der Welt in Otsuchi im Einsatz

Die kleine Küstenstadt Otsuchi, die von der Katastrophe schwer getroffen wurde, steht vor großen Herausforderungen: Viele der 16.000 Einwohner leben noch immer in Notunterkünften. Nahezu die gesamte Infrastruktur wurde in Folge des Erdbebens und des Tsunami zerstört. „Doch die Mitarbeiter der örtlichen Behörden arbeiten rund um die Uhr in Krankenhäusern, im Gemeinderat und in anderen öffentlichen Einrichtungen. Sie arbeiten unermüdlich, obwohl sie selbst von der Katastrophe betroffen sind und oftmals unter schweren psychischen Problemen leiden“, erzählt eine Freiwillige von „Ärzte der Welt“.
Auch knapp fünf Monate nach der Katastrophe leiden noch viele Bewohner, die vom Erdbeben betroffen sind, unter post-traumatischem Stress. „Viele leiden unter Schlaflosigkeit oder Depressionen, erleben die Katastrophe ständig wieder neu oder trauern um ihre Lieben, die sie bei der Katastrophe verloren haben“, erzählt Ayumi Amada, eine freiwillige Krankenschwester die für „Ärzte der Welt“ im Nothilfeprogramm in Otsuchi arbeitet. Sie führt weiter aus: „Andere suchen weiterhin verzweifelt nach ihren vermissten Familienangehörigen und sind zwangsläufig überwältigt von einem zunehmenden Gefühl der Frustration“.
Viele Erwachsene, Jugendliche und Kinder erleben Emotionen und Ängste, mit denen sie nicht umgehen können. „In einer Notunterkunft trafen wir auf ein junges Mädchen, die angefangen hatte sich selbst zu verstümmeln“, berichtet Kasumi Shirae, eine Sozialarbeiterin, die sich auf das Feld der Psychiatrie spezialisiert hat. „Als wir sie fragten, warum sie das getan hat, sagte sie, dass dies eine Möglichkeit sei, die Frustrationen des Alltags zu mindern“.

Wiederaufbau im Gange

Die Stadt selbst „leidet“ noch immer; obwohl die Armee die meisten Trümmer bereits entfernt hat und viele Straßen wieder instandgesetzt wurden, bleibt der Stadtkern menschenleer.
Doch der Wiederaufbau ist in vollem Gange: Das örtliche Krankenhaus ist wieder für Patienten geöffnet; Ende Juni wurde das Fertighaus aufgebaut, in dem die Patienten nun versorgt werden können. Auch der Aufbau von 2000 vorgefertigten, provisorischen Unterkünften wurde fertig gestellt – die Menschen, die durch das Erdbeben und den Tsunami vertrieben wurden, ziehen derzeit ein.

Einsatz bis März 2012 verlängert

Seit fünf Monaten unterstützt „Ärzte der Welt“ in Otsuchi die Betroffenen der Katastrophe. Der Einsatz, der noch bis März 2012 fortgeführt wird, beinhaltet insbesondere die folgenden Maßnahmen:  
-    Medizinische Basisversorgung in Notunterkünften und anderen Behausungen
-    Psychologische Beratung
-    Therapien zur post-traumatische Stressbewältigung 

Die Teams von „Ärzte der Welt“, bestehend aus Psychiatern, Psychologen, Ärzten, Krankenschwestern, Sozialarbeiter und Logistikern, die unter der Aufsicht japanischer Gesundheitsbehörden arbeiten, bieten den Menschen in verschiedenen Beratungsstellen, etwa in den Notunterkünften oder in Krankenhäusern, Unterstützung an. Darüber hinaus suchen sie zweimal wöchentlich eine örtliche Schule der Stadt auf, um den Schülern zu helfen, mit dem Erlebten umzugehen.

Vom 3. April bis zum 23. Juli 2011 haben die Teams von Ärzte der Welt 807 medizinische und/ oder psychologische Beratungen durchgeführt, 213 Rezepte ausgestellt und mit 797 Entspannungstherapien, Patienten, die unter psychischen Belastungen leiden, geholfen.

Derzeit prüft „Ärzte der Welt“ im Dialog mit den lokalen Gesundheitsbehörden der Stadt Otsuchi und dem „Kamaishi Healthcare Center“ die Möglichkeit eine zentrale Beratungsstelle (Disaster Stress Counseling Center) für die Betroffenen der Katastrophe zu schaffen.

August 2011

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