Kindersterblichkeit 80‰
Lebenserwartung 61 Jahre
Entwicklungsindex 0.521
Rang 148 von 180
BIP/Einwohner 1109 US-Dollar
Projektorte
Port-au-Prince, Gonaïves, Jérémie, Distrikt Grande-Anse
Projektziel
Hilfe für die Sturmopfer, Medizinische Grundversorgung und die Bekämpfung endemischer Gewalt
Gesamtkosten 2008
1 096 057 Euro
Unterstützung
private Spendengeldern, Sternstunden e.V.
Haiti
Konflikt im Jemen: Ärzte der Welt startet zwei neue Projekte
Ärzte der Welt mobilisiert medizinische Einsatzteams in den nordwestlichen Gouvernoraten Hajjah und Sa`dah um den Flüchtlingen und den Anwohnern einen Zugang zu medizinischer Versorgung zu verschaffen.
Gesundheitspolitischer Hintergrund
Einst war Haiti ein Land mit Zukunftsperspektiven. In den 80er Jahren brach jedoch die Agrarwirtschaft aufgrund struktureller Anpassungen zusammen. Seit mehreren Jahren ist das Land mit politischer Instabilität und somit immer wieder mit Gewalt konfrontiert. Als 2006 René Préval zum Präsident gewählt wurde, entschied sich die Regierung in Haiti für wichtige Reformen zur Etablierung des Rechtsstaates und der Einhaltung von Menschenrechten. Mehrere Naturkatastrophen, sowie eine anhaltende Wirtschaftskrise, lähmten jedoch die Durchführung dieser Reformen. In Haiti leben 70 % der Menschen unterhalb der Armutsgrenze.
Hilfe für die Sturmopfer
Binnen weniger Wochen wurde Haiti von vier Zyklonen heimgesucht. Die schweren Unwetter verursachten Überschwemmungen und verheerende Schäden. Die Bevölkerung floh aus ihren zerstörten Häusern. In den provisorischen Unterkünften litten vor allem die Kinder an Hunger und Durst. In Anbetracht dieser humanitären Katastrophe entschloss sich Ärzte der Welt zum sofortigen Handeln und setzte ambulante Kliniken zur Erstversorgung der Sturmopfer ein. Die Organisation unterstützte zudem die lokalen Gesundheitszentren im Norden und Süden Haitis und stellte unentbehrliche Arzneimittel kostenfrei zur Verfügung. Die Kinder wurden in Ernährungsprogrammen betreut. Auch Monate nach dem letzen Wirbelsturm ist die Situation in den schwer betroffenen Regionen im Süden und im Norden Haitis weiterhin schwierig. Aus diesem Grund unterstützt Ärzte der Welt die betroffenen Familien weiter, die durch den Wirbelsturm ihre Unterkünfte und ihrem Besitz verloren haben. In Haiti ist die medizinische Versorgung kostenpflichtig und daher für arme Bevölkerungsschichten kaum bezahlbar. Deshalb plädiert Ärzte der Welt für eine kostenlose medizinische Grundversorgung für Kinder und schwangere Frauen auch über die akute Katastrophe hinaus.
Frauen und Kinder im Fokus der langfristigen Arbeit von Ärzte der Welt in Haiti
Seit 1994 liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten von Ärzte der Welt auf der Verbesserung der gesundheitlichen Situation im Distrikt Grande Anse im Südwesten des Landes. Dort bietet Ärzte der Welt schwangeren Frauen und Kindern unter fünf Jahren einen kostenfreien Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Ein spezielles Programm betreut unterernährte Kinder unter fünf Jahren. Ärzte der Welt führt medizinische Untersuchungen und Behandlungen, Ernährungsberatung und -hilfe für Kinder zwischen sechs und 59 Monaten durch. Ärzte der Welt betreut Schwangere und bietet psychosoziale Beratung sowie Aufklärung zum Thema Gesundheit an. Der Aufbau eines epidemiologischen Frühwarnsystems ermöglicht frühe Behandlung beim Ausbruch von Epidemien. Das Programm wird u.a. mit Mitteln der Spendenaktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks durchgeführt. Schwerpunkt des Programms wird die Schwangerschaftsvor- und nachsorge sein. Dabei soll die Zusammenarbeit mit den Behörden in Haiti verstärkt werden.


