Kindersterblichkeit 82‰
Lebenserwartung 62 Jahre
Entwicklungsindex 0.575
Rang 136 von 180
BIP/Einwohner 1619 US-Dollar


Projektorte
Kampong Cham, O Reang Ov, Phnom Penh, Kampong Thom


Projektziel
Rekonstruktive Chirurgie für Kinder mit Entstellungen im Gesichtsbereich und Fortbildung der lokalen Kräfte


Gesamtkosten 2008
47 000 Euro


Dauer
2008: 3 Einsätze (ca. je 14 Tage) Feb. / März, Mai u. Nov. / Dezember


Unterstützung
Olympus Europa Holding GmbH, Sternstunden e.V., sowie private Spendengelder

Kambodscha

Gesundheitspolitischer Hintergrund

Das kambodschanische Gesundheitswesen leidet bis heute unter der von den Roten Khmer systematisch betriebenen Ermordung bzw. Vertreibung einheimischer Mediziner. Man schätzt, dass nur circa 50 der ehemals gut 1000 Ärzte den Genozid überlebten. Die Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria, Tuberkulose und Dengue-Fieber ist daher eine nahezu unüberwindbare Herausforderung für das Gesundheitssystem des Landes. Da viele Ärzte in der Hauptstadt praktizieren bzw. an Privatkliniken tätig sind, ist die Bevölkerung auf dem Land unterversorgt.

Karte Kambodga

Aktion Lächeln

Der Weg zur nächsten Klinik ist vor allem für die Landbevölkerung weit. Arztbesuche und Operationen sind für viele unerschwinglich. Die hohen Kosten und der Verlust von Einkünften bei Krankheit sind Hauptgründe von Armut und Verelendung. Nicht von ungefähr lautet ein kambodschanisches Sprichwort: „Lieber ein brennendes Haus als krank zu sein“. Viele Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene leiden bis heute unter sichtbaren Folgen von Kriegsverletzungen, aber auch unter Verbrennungen, Tumoren und Lippen-Kiefer-Gaumen- Spalten.

In vier Einsätzen in 2008 schenkten die Spezialisten-Teams von Ärzte der Welt in den Provinzkrankenhäusern in Kambodscha und in der Hauptstadt diesen Menschen wieder ein Lächeln. Ein Schwerpunkt und die Besonderheit bei diesem Projekt in Kampong Cham liegen hier auf der verstärkten Weiterbildung des medizinischen Fachpersonals vor Ort und der umliegenden Gegend. Das hierbei vermittelte Fachwissen wird auf weitere Bereiche, besonders die Notfallversorgung, Handchirurgie und Anästhesie ausgeweitet. In die Ausbildungsdemonstrationen werden auch regelmäßig Studenten der Universität Phnom Penh miteinbezogen.

Durch einfache bauliche Veränderungen sollen die hygienischen Verhältnisse im Krankenhaus verbessert werden. Die Anästhesieabteilung wurde von Ärzte der Welt mit Narkose- und Überwachungsgeräten ausgestattet. Dieses Projekt wird in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den einheimischen Partnern und Behörden durchgeführt.