Kindersterblichkeit 235 ‰
Lebenserwartung 44,5 Jahre
Entwicklungsindex 0,364;
Rang 176 von 179
BIP/Einwohner 335 US-Dollar
Projektort
Bong Provinz, Liberia
Projektziel
Wiederaufbau der medizinischen Versorgung in der Bong Provinz
Dauer
September 2003 bis auf weiteres
Gesamtkosten
1 331 000 Euro
Unterstützung
Das Deutsche Auswärtige Amt hat dieses Projekt unterstützt
Liberia
Gesundheitspolitischer Hintergrund
Nach den Erschütterungen durch die Kriegsjahre verfolgt das neue Liberia, geführt von der Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, den Weg des Wiederaufbaus. Trotz politischer Anstrengungen, der Bevölkerung zu helfen, hat ein großer Teil der liberianischen Bevölkerung keinen Zugang zu Gesundheitseinrichtungen. Die Regierung ist alleine nicht in der Lage, neue Gesundheitseinrichtungen zu errichten. Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden vor Ort, ist Ärzte der Welt in der Provinz Bong im entlegenen Nordosten des Landes tätig. Anfang 2005 waren hier lediglich 280 Gesundheitseinrichtungen in Betrieb – gegenüber 420 vor dem Krieg. Die fehlende medizinische Versorgung führt in Verbindung mit Armut zu einer extrem hohen Sterblichkeitsrate.
Wiederaufbau der medizinischen Versorgung in der Bong Provinz
In Kooperation mit den örtlichen Kräften sorgt Ärzte der Welt für die Aufrechterhaltung einer gesundheitlichen Mindestversorgung durch Ausbildung und Begleitung von medizinischem Personal, Versorgung mit Medikamenten und medizinischem Material sowie durch verbesserte Versorgung in der Geburtshilfe in dringenden Fällen. Ein weiteres Anliegen ist die Unterstützung und Verwaltung des Gesundheitssystems in Liberia. Über 100 000 Behandlungen wurden in 2008 in den zehn Gesundheitseinrichtungen durchgeführt. Neben sexuell übertragbaren Krankheiten sind Malaria, Atemwegs- und Durchfallerkrankungen die am häufigsten diagnostizierten Erkrankungen. Zusätzlich wird in den Gesundheitseinrichtungen ein Präventionsprogramm zur HIV-Übertragung mit pränataler Beratung von Mutter zu Kind durchgeführt. Das medizinische Personal wird durch Schulungen und Supervisionen in der Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen geschult. In jedem Gesundheitszentrum arbeitet eine Hebamme, die Schwangerschaftsvor- und nachsorge anbietet sowie die Geburten betreut. Da viele Frauen auf dem Lande meist zu Hause entbinden, führt Ärzte der Welt auch Kurse für traditionelle Geburtshelferinnen durch und stellt ihnen eine Grundausstattung für die Entbindung zur Verfügung. So werden die Geburten für die jungen Mütter auch auf dem Land sicherer. Kleinkinder bis fünf Jahre werden regelmäßig auf ihr Wachstum untersucht, um Mangelernährung frühzeitig zu erkennen. Stark unterernährte Kinder werden zur Behandlung an ein Ernährungszentrum überwiesen. Impfprogramme und ein epidemiologisches Frühwarnsystem ergänzen die Aktivitäten. Um das Angebot der Gesundheitsversorgung weiter zu verbessern, beabsichtigt Ärzte der Welt, ein Krankenhaus in dem größten Ort der Provinz wiederaufzubauen sowie weitere Dienste (Stationäre Behandlung und Entbindungsstation rund um die Uhr) in drei von Ärzte der Welt unterstützten Einrichtungen anzubieten. Alle Maßnahmen erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den regionalen Gesundheitsbehörden, besonders bei Überweisungen von Notfällen an speziellere Gesundheitseinrichtungen.

