Kindersterblichkeit 104‰
Lebenserwartung 60 Jahre
Entwicklungsindex 0.585;
Rang 135 von 179
BIP/Einwohner 881 US-Dollar


Projektort
Rangun, Provinz Kachin und Irrawaddy Delta


Projektziel
Hilfe für die Sturmopfer, Prävention und Behandlung für HIV-infizierte und weitere Infektionskrankheiten


Dauer
Seit 1995 bis auf weiteres


Gesamtkosten
1, 5 Million Euro


Unterstützung
Unterstützt mit privaten Spendengeldern

Burma

Gesundheitspolitischer Hintergrund

Die Bevölkerung Myanmars leidet sowohl unter der ständig steigenden Armut, aufgrund einer restriktiven Volkswirtschaft, als auch unter der zu geringen Investitionen in Bildung und Gesundheit. In Folge dessen ist das Land mit einer besonders hohen HIV/AIDS-Zuwachsrate konfrontiert. Die Militärjunta ist zwar gestärkt durch den Sieg nach dem Referendum vom Februar 2008, bleibt aber international isoliert und kann sich nur auf die Unterstützung weniger Länder, vor allem Chinas, verlassen.

Karte Burma

Dringende Hilfe für die Opfer des Wirbelsturms

Infolge des gewaltigen tropischen Wirbelsturms Nargis, der im Mai 2008 über Myanmar wütete und weite Teiles des Landes verwüstete, hat Ärzte der Welt seine Aktivitäten vor Ort neu ausgerichtet, um der betroffenen Bevölkerung in der Hauptstadt Rangun und Umgebung mit dem Nötigsten zu versorgen. Außerdem wurde ein weiteres Medizin- und Logistikteam zur Verstärkung nach Myanmar geschickt.

Die Hilfsmaßnahmen ermöglichten die Wiederherstellung des Zuganges zum Trinkwasser und medizinischer Versorgung für die Opfer des Wirbelsturms. Aufgrund administrativer Hindernisse durften die Experten von Ärzte der Welt die Hauptstadt Rangun lange nicht verlassen. Mit intensiven Trainingsmaßnahmen konnten doch fünf mobile Kliniken errichtet werden, in denen vorwiegend einheimisches medizinisches Personal heute noch tätig ist. Eine der Kliniken deckt das Gebiet von Rangun ab und die anderen vier das Deltagebiet (Pyapon, Kunyangung, Dedaye, Bogale).  Die Überwachung der Mangelernährung von Kindern unter 5 Jahren sowie der epidemiologischen Risiken, wie zum Beipiel Malaria und Cholera, ist dadurch ebenfalls gewährleistet. Trotz der zahlreichen politischen Hindernisse ist es den internationalen Hilfskräften gelungen, allmählich die Bevölkerung zu erreichen, indem sie sich unter anderem auf die bereits vorhandenen Gesundheitsstrukturen stützten und diese weiter optimierten. Aus dem Noteinsatz heraus wurde ein langfristiges Projekt initiiert, das den lokalen Gesundheitseinrichtungen zur weiteren Durchführung und Betreuung übergeben wurde.

Vorsorge und Behandlung von übertragbaren Geschlechtskrankheiten und AIDS/HIV

Seit 1995 führt Ärzte der Welt ein HIV-Projekt für Drogenabhängige und Prostituierte in der Provinz Kachin und in der Hauptstadt Rangun durch. An beiden Standorten arbeiten die Teams von Ärzte der Welt mit insgesamt ca. 60 lokalen Angestellten, Ärzten, Krankenpflegern und Gesundheitsberatern zusammen. Ärzte der Welt hilft den Betroffenen in diesem Projekt durch Präventivmaßnahmen bei HIV / AIDS, durch Früherkennung der Erkrankung sowie kostenloser Behandlung der Geschlechtskrankheiten, unterschiedlicher Infektionen und HIV/AIDS (491 Patienten unter ARV Therapie). Ein weiteres Angebot ist die Substitutionsbehandlungen (61 Patienten mit Methadon) und die Verteilung bzw. Einsammlung von Spritzen für Drogenabhängige (800 000 in 2008). Verschieden Selbsthilfegruppen vor Ort, die sich aus Patienten von Ärzte der Welt gebildet haben, unterstützen unsere Teams bei dem Empfang und der Beratung von neu-hinzukommenden HIV und AIDS infizierten Patienten. In Rangun wie im Kachin, wird das Programm der in Behandlung befindlichen Patienten weitergeführt. Ärzte der Welt bleibt weiter in Kontakt mit der Gesundheitsbehörde Myanmars und den internationalen Netzwerken und führt Verhandlungen, um den Zugang zu ARV-Therapien für die am wenigsten privilegierten Bevölkerungsschichten zu verbessern und die Risken bei Drogenkonsumenten durch Austausch der Spritzen und durch Ersatztherapien mit Methadon zu minimieren.