Kindersterblichkeit 85‰
Lebenserwartung 43,5 Jahre
Entwicklungsindex unbekannt
BIP/Einwohner 200 US-Dollar
Projektort
Distrikt Chipinge (Manicaland)
Projektziel
Bekämpfung der Cholera-Epidemie, Unterstützung des Gesundheitssystems, Bekämpfung von HIV/AIDS
Dauer
2004 bis auf weiteres
Gesamtkosten 2008
203 993 Euro
Unterstützung
Unterstützt mit privaten Spendengeldern
Simbabwe
Gesundheitspolitischer Hintergrund
Einst als „Brotkorb“ Südafrikas gepriesen, hat sich das Bild von Simbabwe stark verändert. Das Land leidet unter ständig wiederkehrender Nahrungsmittelknappheit. Eine rapide steigende Inflation und umstrittene Landreformen haben beide ihren Teil zum Anstieg der Armutsrate beigetragen. Unterernährung ist ein alltägliches Problem in Simbabwe. Zudem befinden sich die meisten medizinischen Einrichtungen in einem katastrophalen Zustand. Die Gesundheit der Bevölkerung wird zusätzlich durch den Gebrauch von verschmutztem Wasser gefährdet, was ebenfalls zu häufigen Krankheitsausbrüchen führt.
Ärzte der Welt in Simbabwe – Der Kampf gegen die Cholera-Epidemie
Simbabwe wurde in 2008 von einer schweren Cholera-Epidemie heimgesucht, die alle Provinzen des Landes erfasst hat. Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtete bereits 2008 von 79.613 Verdachtsfällen von Cholera und 3.731 Todesfällen. Als eine der wenigen internationalen NGO’s, die in Chipinge tätig sind, hat Ärzte der Welt die Koordination der Programme zur Bekämpfung der Cholera übernommen. Ein Notfallteam wurde in die Krisenregion geschickt. Um die Epidemie einzudämmen wurden Medikamente und medizinisches Material an Erwachsenen und Kindern verteilt. Gleichzeitig wurden als Sofortmaßnahmen beispielsweise eine saubere Trinkwasseraufbereitung, der Bau von Latrinen und die Verteilung von sogenannten Hygiene-Kits eingeleitet um die Verbreitung der Epidemie einzudämmen. Begleitend wird die Bevölkerung darüber informiert, wie man die Cholera mit einfachen hygienischen Maßnahmen bekämpfen kann.
Mangel an Fachkräften in Simbabwe
Die Region Chipinge hat 46 Gesundheitseinrichtungen, in denen manchmal nur eine einzige medizinische Fachkraft arbeitet. Auch die vier Krankenhäuser beschäftigen jeweils nur fünf Ärzte. Eigentlich ist sehr viel mehr medizinisches Personal erforderlich. Aus diesem Grund führt Ärzte der Welt Maßnahmen zur Ausbildung von medizinischem Personal durch und stellt die notwendigen Medikamente und Verbrauchsmaterialien bereit.
AIDS in Simbabwe – Das Familienprogramm
Ärzte der Welt engagiert sich bereits seit 2004 in Chipinge mit einem umfassenden Programm für HIV/AIDS Betroffene. Hier sind ca. 15,6% der Bevölkerung Träger des Virus. Das familiennahe Betreuungsprogramm umfasst die Betreuung und Pflege von über 1000 aidskranken Menschen in ihrer häuslichen Umgebung. Diese Aufgabe wird von lokalen ehrenamtlichen Mitarbeitern von Ärzte der Welt geleistet. Außerdem hat Ärzte der Welt für 800 AIDS-Waisenkinder neben der medizinischen Versorgung auch die Schulgebühren übernommen und das benötigte Schulmaterial zur Verfügung gestellt. Ärzte der Welt ermöglicht damit den Kindern eine bessere Perspektive für ihre Zukunft. Zusammen mit der lokalen Organisation FACT (Family AIDS Caring Trust) kümmert sich Ärzte der Welt auch um die sozioökonomischen Folgen für Kinder und Angehörige. Im Rahmen von sogenannten „Nutrition Garden“ erhalten die Patienten und deren Familien unter anderem Saatgut von Ärzte der Welt um ihre Ernährungsgrundlage verbessern zu können.
AIDS in Simbabwe – Das Krankenhausprogramm
Das Programm wird in Kooperation mit vier Krankenhäusern der Region durchgeführt. Ärzte der Welt ermöglicht dort die medizinische Behandlung von Aids-Kranken mit antiretroviralen Medikamenten, was die Lebenserwartung und -qualität erheblich steigert. Bei Schwangeren wird damit verhindert, dass sich das HI-Virus während der Geburt auf das Kind überträgt. Da die Entfernungen zu den Behandlungszentren für die Patienten oft weit und die Anreisen sehr beschwerlich sind, ergänzen mobile Einsätze in der Region das Angebot.

