Länderliste

Kindersterblichkeit 96‰
Lebenserwartung 42 Jahre
Entwicklungsindex unbekannt
BIP/Einwohner 360 US-Dollar


Projektort
Distrikt Chipinge (Manicaland)


Projektziel
Bekämpfung der Cholera-Epidemie, Unterstützung des Gesundheitssystems, Bekämpfung von HIV/AIDS


Dauer
2004 bis auf weiteres


Gesamtkosten 2008
203 993 Euro


Unterstützung
Unterstützt mit privaten Spendengeldern

Zimbabwe

Gesundheitspolitischer Hintergrund

Simbabwe, einst die „Kornkammer Afrikas“, leidet weiter unter einer tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Krise. Eine rapide steigende Inflation und umstrittene Landreformen haben ihren Teil zum Anstieg der Armutsrate beigetragen. Unterernährung ist ein alltägliches Problem in Simbabwe. Zudem befinden sich die meisten medizinischen Einrichtungen in einem katastrophalen Zustand. Die Gesundheit der Bevölkerung wird zusätzlich durch verschmutztes Trinkwasser gefährdet, was ebenfalls zu häufigen Krankheitsausbrüchen führt.

Karte Simbabwe

Ärzte der Welt in Simbabwe – Der Kampf gegen die Cholera-Epidemie

Simbabwe wurde in 2008 von einer schweren Cholera-Epidemie heimgesucht, die alle Provinzen des Landes erfasst hat. Die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtete bereits 2008 von 79.613 Verdachtsfällen von Cholera und 3.731 Todesfällen. Als eine der wenigen internationalen NGO’s, die in Chipinge tätig sind, hat Ärzte der Welt die Koordination der Programme zur Bekämpfung der Cholera übernommen. Ein Notfallteam wurde in die Krisenregion geschickt. Um die Epidemie einzudämmen wurden Medikamente und medizinisches Material an Erwachsenen und Kindern verteilt. Gleichzeitig wurden als Sofortmaßnahmen beispielsweise eine saubere Trinkwasseraufbereitung, der Bau von Latrinen und die Verteilung von sogenannten Hygiene-Kits eingeleitet um die Verbreitung der Epidemie einzudämmen. Begleitend wird die Bevölkerung darüber informiert, wie man die Cholera mit einfachen hygienischen Maßnahmen bekämpfen kann.

Mangel an Fachkräften in Simbabwe

Die Region Chipinge hat 46 Gesundheitseinrichtungen, in denen manchmal nur eine einzige medizinische Fachkraft arbeitet. Auch die vier Krankenhäuser beschäftigten nur drei Ärzte, dabei wäre sehr viel mehr medizinisches Personal erforderlich, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten. Aus diesem Grund bildet Ärzte der Welt vor Ort medizinisches Personal aus und stellt die notwendigen Medikamente und Verbrauchsmaterialien für die Basisgesundheitsversorgung bereit.

AIDS in Simbabwe – Das Familienprogramm

Ärzte der Welt engagiert sich bereits seit 2004 mit einem umfassenden Programm für HIV/AIDS – Betroffene im Distrikt Chipinge. 15,3% der Bevölkerung Simbabwes sind Träger des Virus. Auf Gemeindeebene arbeitet Ärzte der Welt mit lokalen ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammen. Diese werden geschult und tragen zu einer verbesserten Gesundheitsaufklärung im Distrikt bei. Außerdem betreuen und pflegen die Mitarbeiter die betroffenen Menschen direkt in ihrer häuslichen Umgebung. Um gefährdete Jugendliche zu erreichen bilden wir jugendliche Berater aus, die ihr Wissen über HIV/AIDS an Gleichaltrige weitergeben. Die Aufklärung findet in- und außerhalb von Schulen sowie in Jugendklubs statt. Zusammen mit der lokalen Partnerorganisation FACT (Family AIDS Caring Trust) kümmert sich Ärzte der Welt auch um sozioökonomischen Folgen für Kinder und Angehörige. Im Rahmen von sogenannten „Nutrition Gardens“ erhalten die Patienten und deren Familien unter anderem Saatgut um ihre Ernährungsgrundlage verbessern zu können. Das familiennahe Betreuungsprogramm umfasst die Betreuung und Pflege von über 1000 aidskranken Menschen in ihrer häuslichen Umgebung. Diese Aufgabe wird von lokalen ehrenamtlichen Mitarbeitern von Ärzte der Welt geleistet. Außerdem hat Ärzte der Welt für 800 AIDS-Waisenkinder neben der medizinischen Versorgung auch die Schulgebühren übernommen und das benötigte Schulmaterial zur Verfügung gestellt. Ärzte der Welt ermöglicht damit den Kindern eine bessere Perspektive für ihre Zukunft.

AIDS in Simbabwe – Das Krankenhausprogramm

Das Programm wird in Kooperation mit vier Krankenhäusern der Region durchgeführt. Ärzte der Welt ermöglicht dort die medizinische Behandlung von Aids-Kranken mit antiretroviralen Medikamenten, was die Lebenserwartung und -qualität erheblich steigert. Durch eine Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf ihr Kind, infizieren sich die meisten Kinder mit dem Virus. Zu einer Infektion kann es bereits in der Schwangerschaft, durch Blutkontakt während der Geburt oder auch durch das Stillen kommen. Kinder können aber durch gezielte Präventionsmaßnahmen geschützt werden: Die Übertragungsrate kann beträchtlich gesenkt und fast vollständig verhindert werden. Deshalb führt Ärzte der Welt in Simbabwe ein Projekt zur Prävention der Mutter-Kind Übertragung von HIV durch. Da die Entfernungen zu den Behandlungszentren für die Patienten oft weit und die Anreisen sehr beschwerlich sind, ergänzen mobile Einsätze in der Region das Angebot.