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Ärzte der Welt alarmiert wegen psychischer Gesundheit von Flüchtlingen in Sammelunterkünften

April 2017. Die ehrenamtlich tätigen Psychiater(innen) von Ärzte der Welt beobachten während psychiatrischer Sprechstunden in Sammelunterkünften von Flüchtlingen eine besorgniserregende Zahl von psychischen Krankheiten.» mehr

Italien: Barrieren abbauen und psychisches Leiden früher erkennen

Juni 2017. Seit dem zweiten Weltkrieg sind noch nie so viele Menschen vor Krieg und Armut nach Europa geflohen wie heute. Aufgrund der mangelnden Solidarität innerhalb der EU sind vor allem die Aufnahmekapazitäten der südeuropäischen Länder an ihre Grenzen gestoßen. » mehr

Sunday, 2014-06-01

Europa in der Krise: Kinder & Schwangere unzureichend versorgt

Juni 2014: Ärzte der Welt stellte die Ergebnisse seines Berichts über den Zugang zur Gesundheitsversorgung in den Ländern der EU vor. Der Bericht zeigt, dass die europäische Wirtschaftskrise negative Auswirkungen auf die Gesundheit vieler in Europa lebender Menschen hat – und das nicht nur in den am stärksten betroffenen Staaten wie Griechenland und Spanien.

Für den Bericht wurden europaweit 29.400 Patientenakten aus Gesundheitszentren von Ärzte der Welt ausgewertet. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die weiterhin andauernde Krise und Sparpolitik in Europa schwerwiegende Folgen hat. Denn die strengen Sparvorgaben erfordern harte Einschnitte, auch im Gesundheitswesen. Und von den Kürzungen im Gesundheitssystem sind vor allem Menschen betroffen, die sich als Migranten, als Asylbewerber oder Geringverdiener ohnehin in schwierigen Lebenssituationen befinden – darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Laut der Auswertung müssen in vielen europäischen Ländern schwangere Frauen ohne Krankenversicherung die Kosten für Vorsorge und Geburt selbst tragen. Etwa zwei Drittel der im Bericht erfassten Schwangeren hatten gar keinen Zugang zu Vorsorgeuntersuchungen. Ebenfalls unterversorgt ist eine steigende Anzahl von Kindern: So hatte nur jedes zweite behandelte Kind in einem Ärzte der Welt-Projekt die empfohlenen Impfungen gegen Masern und Tetanus erhalten. Damit liegt ihre Impfrate deutlich unterhalb der allgemeinen Impfrate von 90 Prozent.

Auch in Deutschland macht sich die Krise bemerkbar: Zwei Drittel der im letzten Jahr behandelten Patienten in der Münchner Anlaufstelle open.med für Menschen ohne Krankenversicherung waren Migranten aus Ost-(Europa), darunter auch schwangere Frauen und Kinder. 23,6 Prozent der Schwangeren waren nicht in Deutschland krankenversichert und hatten deshalb keinen Zugang zu adäquater Vorsorge.

Unabhängig von der unzureichenden medizinischen Betreuung, beobachtete Ärzte der Welt im Berichtszeitraum vermehrt fremdenfeindliche Übergriffe: Einige extremistische Parteien und Gruppierungen nutzen die derzeitige Situation für ihre Zwecke aus und machen Menschen am Rande der Gesellschaft für die Krise verantwortlich.

Medizinische Versorgungsdefizite höhlen den europäischen Gleichheitssatz aus. Ärzte der Welt fordert deshalb alle Mitgliedsstaaten und die entsprechenden Institutionen der EU dazu auf, für die Umsetzung des Gleichheitsgebots in öffentlichen Gesundheitssystemen zu sorgen und damit allen in der EU lebenden Menschen den Zugang zu medizinischer Versorgung zu ermöglichen. Vor allem schwangere Frauen und Kinder müssen umgehend die Versorgung erhalten, die ihnen zusteht, denn sie stehen unter besonderem Schutz.

» BERICHT "<media 2469 - external-link-new-window>Access to healthcare for the most vulnerable in a Europe in social crisis</media>" (Englisch)

» VIDEOS Patientinnen von Ärzte der Welt berichten aus:
München | Großbritanien |Griechenland

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