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Syrien - Zwei von Ärzte der Welt unterstützte Krankenhäuser in Aleppo völlig zerstört

München/Paris 29.9.2016. Am Dienstag, den 28. September wurden zwei von Ärzte der Welt unterstützte Krankenhäuser in Aleppo bombardiert. Ärzte der Welt erneuert seinen Appell, alle Angriffe auf Zivilisten und Gesundheitseinrichtungen sofort einzustellen, um die dramatische Eskalation von Gewalt zu beenden.» mehr

Elisabeth Biber: Erfahren und engagiert

September 2016. Seit Mitte Juli 2016 ist Elisabeth Biber Koordinatorin der neuen Komponente „Medizinische Unterstützung von Flüchtlingen“ von Ärzte der Welt open.med München. Seit ihrem Studium hat sie in zahlreichen Regionen in der Not- und Krisenhilfe gearbeitet. Für uns schildert die 29-jährige ihren beruflichen Werdegang und ihre Eindrücke.» mehr

Tuesday, 2015-10-06

Nordirak: „Engagiert unter schwierigsten Bedingungen“

Oktober 2015. Über 1,2 Millionen Menschen sind vor dem Terror der IS-Milizen in den Norden des Irak geflohen. Ärzte der Welt hilft besonders bedürftigen Flüchtlingen in der Kurdenprovinz Dohuk mit medizinischer Basisversorgung. Bettina Rademacher, Leiterin der Not- und Krisenhilfe, hat die Projekte im Nordirak besucht.

Die Flüchtlinge im Nordirak sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. In den Lagern leiden besonders die Kinder unter der schwierigen Situation. Foto: Guillaume Pinon

Die Flüchtlinge im Nordirak sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. In den Lagern leiden besonders die Kinder unter der schwierigen Situation.

Wie muss man sich das Leben der Flüchtlinge im Nordirak vorstellen?
Bettina Rademacher: Im vergangenen Jahr sind die Truppen der IS-Milizen innerhalb des Irak vorgerückt. Hunderttausende Menschen sind daraufhin geflohen. Mittlerweile haben sich etwa 1,2 Millionen Schutzsuchende aus dem Irak und auch aus Syrien in den Norden des Landes gerettet, denn das kurdische Autonomiegebiet gilt als relativ stabil. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge lebt zu Tausenden, manchmal zu Zehntausenden, dicht gedrängt in Camps.

Welche Krankheiten sind in den Camps am häufigsten?
Auf so engem Raum entstehen natürlich hygienische Probleme, große Schwierigkeiten bereiten die Wasserversorgung und Müllbeseitigung. Infektionskrankheiten verbreiten sich deshalb schnell. Hautkrankheiten wie Krätze sind weit verbreitet, genauso wie Erkältungen und Atemwegserkrankungen. Auch Hepatitis A und B wird oft diagnostiziert. Zahlreiche Menschen leiden unter psychischen Problemen und sind traumatisiert.

Wie hilft Ärzte der Welt den Menschen in dieser Situation?
Wir sind in zwei Camps aktiv. In dem einen leben etwa 25.000, in dem anderen 4500 Menschen. Durch uns erhalten die intern Vertriebenen die primäre medizinische Untersuchung. Wir untersuchen sie unter anderen auf ansteckende Krankheiten und behandeln sie entsprechend. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist die psychologische Betreuung der Traumatisierten: Unter den Patienten unserer Psychologin befinden sich zahlreiche Kinder und vergewaltigte Frauen. Neuerdings bieten wir auch Workshops zur Familienplanung an, und es gibt sogar Nähkurse, damit die Frauen mal auf andere Gedanken kommen.
In beiden Camps ist Ärzte der Welt übrigens die einzige Organisation, die eine medizinische Basisversorgung anbietet. Damit unsere Arbeit nachhaltig wirken kann, kooperieren wir mit den Gesundheitsbehörden und fallweise mit einheimischen Partnerorganisationen.

Was hat Sie während Ihrer Reise besonders beeindruckt?
Das medizinische Personal in unserem Projekt sind größtenteils selbst intern Vertriebene, die im Camp leben.  Angesichts ihrer eigenen Erlebnisse hat es mich sehr berührt, wie sehr sie sich um die medizinischen Bedürfnisse ihrer direkten Nachbarn im Camp kümmern und alles in ihrer Macht stehende tun, um zu helfen. Das hat mir großen Respekt eingeflößt.

Das Projekt im Nordirak wird finanziert vom Auswärtigen Amt.

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