Aktuelles
"The Darkroom of Neglect - 34 Bilder gegen das Vergessen"
Die Welt vergisst schnell. Ärzte der Welt-Ausstellung macht Krisen sichtbar
Über 35 000 Münchner(innen) setzen mit ihrem Besuch in der „Dunkelkammer“ von Ärzte der Welt auf dem Münchner Tollwood-Festival ein Zeichen gegen das Vergessen.
Ärzte der Welt präsentiert sich zum dritten Mal in Folge auf der Münchner Freiwilligen- Messe im Gasteig
Ärzte der Welt ist mit einer Photoausstellung über die Problematik nichtversicherter Kinder auf der Freiwilligenmesse 2010 vertreten
„In tiefer Dankbarkeit“ - Ein Zeichen der Solidarität für Indonesien
Münchner Mitglieder der Vietnamesischen Diaspora organisierten kurz vor der Jahreswende in der Bayerischen Hauptstadt einen großen Abend der Solidarität zugunsten der Hilfsprogramme von Ärzte der Welt in Indonesien.
"Medienarbeit ist politische Arbeit"
Am Montag, 10. Mai 2010 eröffneten Ärzte der Welt und das Instituto Cervantes München die Ausstellung „Vergessene Krisen im FOKUS“. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung fand eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von Ärzte der Welt und eingeladenen Journalisten aus Spanien und Deutschland zum Thema „Wie effektiv ist die Zusammenarbeit zwischen Medien und Hilfsorganisationen“ statt.
Zunächst wurden die Gäste vom Direktor des Instituto Cervantes, Dr. Ibon Zubiaur und Münchens drittem Bürgermeister Hep Monatzeder begrüßt. Dr. Ricardo Angora, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Ärzte der Welt Spanien betonte in seinem Eingangsstatement: „Medien und Hilfsorganisationen sind in vielfältiger Weise aufeinander angewiesen“. Der Chirurg erklärte weiter: „Wir von Ärzte der Welt verstehen uns als eine neutrale Instanz gegenüber den Opfern von Krisen. Einer unserer Grundsätze ist jedoch Menschenrechtsverletzungen anzuprangern und somit nicht neutral gegenüber Tätern zu sein, was zur Folge haben kann, dass wir unsere Arbeit in bestimmten Gebieten nicht mehr fortsetzten können. Deshalb befinden wir uns oft in einem Dilemma zwischen Hilfeleistung für Opfer von Krisen und dem Anprangern von Menschenrechtsverletzungen.
"Um wirklich etwas an Krisensituationen zu ändern, ist Druck von Seiten der Zivilgesellschaft auf politische Entscheidungsträger für Dr. Angora unentbehrlich: „Die Mehrheit der humanitären Krisen sind gleichzeitig politische Konflikte; die Antwort darauf muss also auch eine politische sein."
Gerade weil sich Hilfsorganisationen oft in einer Dilemma-Situation befinden sei eine effektive Zusammenarbeit mit den Medien unbedingt notwendig ergänzt Prof. Heinz-Jochen Zenker, Präsident von Ärzte der Welt Deutschland: „Wir brauchen die Journalisten nach der akuten Krise um darüber zu berichten, damit wir Hilfsorganisationen ein Stück politische Arbeit leisten können."
Die spanische Fotojournalistin Susana Vera, deren Arbeiten mit Migranten aus dem Mali durch den 12. Luis Valtueña Award prämiert wurden bedauerte aber, dass in Zeiten der Globalisierung, in denen Informationen schnell weitergegeben werden müssen, es Journalisten „sehr oft an Zeit für ausführlichen Recherchen und Analysen“ fehlt. Da immer öfter Korrespondenten-Büros im Ausland geschlossen werden, bleibe den Journalisten die dann anreisen müssen wenig Zeit zur Vorbereitung.
Aufgrund seiner Erfahrung in der demokratischen Republik Kongo warnte Michael Bitala, Redakteur bei der Süddeutsche Zeitung, vor eine Überschätzung der Einflusskraft von Medien: Obwohl schreckliche Massaker im Kongo seit Jahren an der Tagesordnung sind, wurde seitens der internationalen Politik nichts dagegen unternommen. Aber nicht nur die Politik habe Verantwortung auch Firmen aus der Elektronik-Branche, die Rohstoffe aus dem Krisengebiet beziehen, tragen zur Instabilität im Osten des Landes bei.
Konsens auf dem Podium war, dass es leider noch an politischen Willen und Handlungen mangelt, um die Ursachen vieler Krisen dezidiert zu bekämpfen. Besonders beispielhaft dafür ist das schleppende Vorankommen der 2000 international verbrieften Millenniumsentwicklungsziele. Hep Monatzeder bedauerte: „Ich habe das Gefühl, dass die UN-Milleniumsziele Opfer der Wirtschaftskrise werden.“
Das Anliegen des Fotowettbewerbs Luis Valtueña, der 1998 von der spanischen Delegation von Ärzte der Welt ins Leben gerufen wurde, ist es, andauernde Krisensituationen und Menschenrechtsverletzungen wieder in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen. Die 32 ausgewählten Werke der Fotoausstellung „Vergessene Krisen im FOKUS“ können bei freiem Eintritt bis zum 04. Juni 2010 angesehen werden.
AUSSTELLUNG vom 11. Mai bis 04. Juni 2010
Mo- Do 12:00- 18:00 Uhr, Fr 10:00- 14:00 Uhr
Instituto Cervantes, Kultursaal,
Alfons-Goppel-Str. 7 (ehem. Marstallplatz), 80539 München
Der Eintritt ist frei




