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Kind zwischen Zelten am Grenzzaun zwischen Griechenland und Mazedonien (FYROM)

Griechenland: Wir helfen Flüchtlingen und Bevölkerung

Griechenland

848
Tausend

Geflüchtete kamen 2015 in Griechenland an

30 %

der Griechen haben keine Krankenversicherung

Die Situation

848.000 Flüchtlinge kamen allein im Jahr 2015 in Griechenland an. Durch die Finanzkrise geschwächt, war der griechische Staat mit der Situation völlig überfordert. Nach wie vor herrschen in vielen Erstaufnahmeeinrichtungen mangelhafte Zustände, vielerorts gibt es nur eine unzureichende medizinische Infrastruktur für die Flüchtlinge.

Humanitäre Krise mitten in Europa

Die Wirtschaftskrise hat auch die griechische Bevölkerung hart getroffen. Eine hohe Arbeitslosigkeit, steigende Armut und massive Einsparungen im Gesundheitssystem führten dazu, dass die Hälfte der Ärzte entlassen wurde und ganze Krankenhausstationen nicht mehr arbeitsfähig sind. Von den knapp elf Millionen Griechen haben über 30 Prozent keine Krankenversicherung mehr. Die Kindersterblichkeit ist zwischen 2008 und 2010 um 43 Prozent gestiegen, die Zahl der Suizide hat sich mehr als verdoppelt, viele Menschen leiden unter Depressionen.

Kinder am Grenzzaun in Griechenland. Foto: Ärzte der Welt
Kinder am Grenzzaun in Griechenland. Foto: Ärzte der Welt

News

Flüchtlinge müssen in den Camps unter unzureichenden Bedingungen zurecht kommen. Foto: Olmo Calvo
15.12.2016

Ärzte der Welt ist alarmiert von den Plänen der EU, Flüchtlinge zurück nach Griechenland zu schicken und erinnert die internationale Gemeinschaft an die großen Belastungen, die das Land bereits zu meistern hat. Die internationale medizinische NGO ruft die EU und andere internationale Akteure dazu auf, die Leben von Tausenden Männern, Frauen und Kindern in den Flüchtlingscamps zu verbessern – anstatt die Zahl der Menschen zu erhöhen, die in Griechenland auf Asyl und Versorgung angewiesen sind.

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Die Teams von Ärzte der Welt sind an mehreren Orten präsent und bieten umfassende Hilfe: Zehntausende Flüchtlinge werden in den mobilen Kliniken auf den Inseln Lesbos, Chios und Tilos, in Attika, Idomeni und Athen medizinisch versorgt. Neben der Behandlung von körperlichen Beschwerden wie Infektionen, Unterkühlung oder Verletzungen, bieten die Teams auch psychologische Betreuung an.

Anna Panou arbeitet als Psychologin für Ärzte der Welt in Moria, einem Erstaufnahmezentrum auf der Insel Lesbos. „Die Flüchtlinge, die hier ankamen, standen unter einem unglaublichen Stress. Diese Menschen wollten einfach nur überleben, ihre anderen Bedürfnisse haben sie beiseitegeschoben“, sagt Anna Panou. „Die Folge war, dass viele unter Traumata litten oder Angststörungen entwickelten. Besonders bei Kindern traten Phobien auf.“ Die Lage in Moria war exemplarisch für die Situation in vielen griechischen Flüchtlingsunterkünften.

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