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Ärzte der Welt dokumentiert täglich Menschenrechtsverletzungen. Foto: Olmo Calvo

Tag der Menschenrechte: Ärzte der Welt prangert Missstände auch in Deutschland an

Dezember 2016. Der 10. Dezember 1948 war ein denkwürdiger Tag: Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde von den Vereinten Nationen in Paris verabschiedet. Doch selbst fast 60 Jahre später müssen diese Menschenrechte auch mitten in Europa immer wieder aufs Neue eingefordert werden, wie Ärzte der Welt aufzeigt.

Ärzte der Welt: Für die Einhaltung der Menschenrechte

Am 10. Dezember 1948 verkündete die Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte – eine politische Meisterleistung. Die Staatsvertreter einigten sich auf einen Katalog von Grundrechten, der gleichermaßen für alle Menschen gilt - unabhängig von Geschlecht, Nationalität, politischer Überzeugung oder Religion. 18 Jahre später, im Jahr 1966, wurden diese Menschenrechte mit dem UN-Sozialpakt und dem UN-Zivilpakt in ein völkerrechtlich verbindliches Menschenrechtsabkommen auf globaler Ebene überführt.

Auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte für alle Menschen formuliert

Dank des Menschenrechtsabkommens besitzt jeder Mensch fest verankerte bürgerliche und politische Rechte wie etwa die Meinungs- oder die Religionsfreiheit. Im UN-Sozialpakt sind aber auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte festgeschrieben, etwa das Recht auf Arbeit, der Schutz der Familie, der Schutz von Kindern und Jugendlichen, das Recht auf soziale Sicherheit oder das Recht auf Bildung.

Bericht von Ärzte der Welt dokumentiert Verletzung der Menschenrechte

Kürzlich veröffentlichte Ärzte der Welt den Europäischen Bericht, der auf der Befragung von Patienten in elf europäischen Ländern sowie der Türkei beruht. Die Ergebnisse sind erschütternd: Schwangere und Kinder auf der Flucht oder in prekären Lebenslangen haben wenig von ihrem Recht auf Schutz, sondern sind oft erschreckend schlecht versorgt. Tausende Menschen haben keinen oder nur einen schlechten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Teams von Ärzte der Welt dokumentieren täglich Fälle von Gewalt, Folter und Verfolgung, auch aufgrund der sexuellen Orientierung, politischen Meinung oder Herkunft eines Menschen. Von einer konsequenten Umsetzung der Menschenrechte ist vielerorts auch in Europa wenig zu spüren.

50 Jahre Sozialpakt – ein Anlass, um aktiv zu werden

Als am 16. Dezember 1966 der Sozialpakt von den Vereinten Nationen als völkerrechtlich verbindliches Abkommen unterzeichnet wurde, war dies ein klares Gebot für alle Machthaber weltweit. In vielen Ländern ist heute davon wenig zu spüren. „Wir prangern diesen Missstand an“, sagt François de Keersmaeker, Direktor von Ärzte der Welt. „Jedes Kind, jede Frau und jeder Mann hat diese Rechte, und diese müssen geachtet werden. Wir fordern die europäischen Staaten auf, insbesondere im Hinblick auf die Situation von Flüchtlingen alles für die Umsetzung der Menschenrechte zu tun.“ Dazu gehöre auch der staatliche Wille, Menschen in prekären Lebenslagen eine funktionierende Gesundheitsversorgung zur Verfügung zu stellen und insbesondere Frauen und Kinder zu schützen.

Auch Gesundheit ist ein Menschenrecht

Ärzte der Welt setzt sich international und national dafür ein – durch aktive medizinische Versorgung der Betroffenen vor Ort und durch politische Arbeit. Unterstützen Sie uns in diesem Vorhaben.

Lesen Sie hier den Europäischen Bericht von Ärzte der Welt in englischer Sprache.