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Drei Jahre Bürgerkrieg im Sudan: Humanitäre Krise von beispiellosem Ausmaß
Seit drei Jahren wird der Sudan von einem Bürgerkrieg von beispiellosem Ausmaß und beispielloser Gewalt heimgesucht. Die sudanesischen Streitkräfte (SAF) und die Rapid Support Forces (RSF) kämpfen um die Kontrolle über das Land. Millionen Menschen wurden vertrieben und waren gezwungen, vor den Kämpfen zu fliehen. Ärzte der Welt warnt vor der Dringlichkeit der Lage und startet Maßnahmen in Darfur im Westen des Landes.
Ärzte der Welt startet neues Hilfsprojekt in Darfur
Darfur gehört zu den Gebieten, die am stärksten von den Folgen des Konflikts betroffen sind. Millionen von Vertriebenen in trockenen, schwer zugänglichen Gebieten überleben unter katastrophalen Bedingungen. Die Bevölkerung ist mit einer Hungersnot konfrontiert – fast 5 Millionen Kinder sowie schwangere und stillende Frauen leiden unter akuter Unterernährung – und mit Epidemien, während 80 % der medizinischen Grundversorgung nicht mehr funktionieren.
Um dieser dramatischen Situation zu begegnen, hat Ärzte der Welt die vollständige Leitung einer Klinik im Vertriebenenlager Dar Omo übernommen, in dem 45.000 Menschen untergebracht sind. In dieser geografisch isolierten Region, die von erheblichen logistischen Herausforderungen geprägt ist, ist Ärzte der Welt einer der wenigen Akteure, die weiterhin aktiv vor Ort präsent sind.
„Seit der Eröffnung der Klinik führt Ärzte der Welt täglich fast 200 Konsultationen durch, vor allem im Bereich der medizinischen Grundversorgung: Ernährung, Impfungen. Derzeit entfallen 50 % der pädiatrischen Konsultationen auf vermeidbare Erkrankungen wie Lungenentzündung oder Durchfall.‛“
Marie Laure Herdhuin, Leiterin der Nothilfeeinsätze bei Ärzte der Welt
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Unsere Hilfe im Sudan
Im Lager Dar Omo in Feina, einem schwer zugänglichen Gebiet im Jebel-Marra-Gebirge in Süd-Darfur, versorgt Ärzte der Welt seit dem 18. April 2026 Menschen, die vor den Kämpfen in der Region El Fasher in Nord-Darfur geflohen sind. Das Lager beherbergt rund 45.000 bis 50.000 Vertriebene. Ärzte der Welt betreibt dort eine Klinik mit vier zentralen Angeboten:
Zentrum für primäre Grundversorgung
In der Klinik im Lager Dar Omo können täglich bis zu 200 ambulante Konsultationen stattfinden:
- Allgemeine Gesundheitsversorgung, insbesondere die Behandlung von Infektionskrankheiten, Malaria, akuter Mangelernährung und chronischen Erkrankungen
- Notaufnahme zur Stabilisierung von Patient*innen und Überweisung schwerer Fälle an das Krankenhaus in Kas
Sexuelle und reproduktive Gesundheit
- Schwangerschaftsvorsorge und -nachsorge, Entbindungen, Versorgung für Neugeborene, und Familienplanung
- Behandlung von sexuell übertragbaren Infektionen (STIs)
- Vertrauliche Betreuung für Überlebende sexualisierter Gewalt, einschließlich der Gabe von Medikamenten, um Infektionen und Schwangerschaften zu verhindern
- Aufklärungsmaßnahmen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten durch lokale Gesundheitsmitarbeitende in den Gemeinden
Psychische Gesundheit
Wir bilden lokale Gesundheitsassistent*innen in psychologischen Erste-Hilfe-Techniken aus:
- Unterstützung von Patient*innen mit Depressionen, Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen
- Überweisung von Patient*innen mit weitergehendem Behandlungsbedarf an spezialisierte Angebote
Prävention und Reaktion auf Epidemien
Angesichts des Risikos von Epidemien wie Cholera, Malaria oder Masern stärkt Ärzte der Welt seine Bereitschafts- und Reaktionsmechanismen:
- Entwicklung von Notfallplänen auf Gemeinde- und Klinikebene, Bevorratung wichtiger Medikamente sowie Schulungen des Personals in Früherkennung und Erstreaktion
- Einsatz von mobilen Kliniken, temporären Gesundheitsposten und spezialisierten Notfallteams, um die Gesundheitsversorgung auch bei Epidemien oder anderen akuten Krisen aufrechtzuerhalten
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Unsere Antworten auf Ihre häufigsten Fragen
Der Sudan und der Südsudan haben sich 2011 nach jahrzehntelangen, blutigen Bürgerkriegen getrennt. Die Abspaltung war das Ergebnis tiefgreifender kultureller, religiöser, ethnischer und wirtschaftlicher Gegensätze zwischen den beiden Landesteilen, die schon in der Kolonialzeit entstanden waren. Die Hauptgründe für die Trennung sind:
- Historische Unterdrückung: Während der britisch-ägyptischen Kolonialzeit wurden beide Landesteile getrennt verwaltet, um ethnische Spannungen zu verhindern. Nach der Unabhängigkeit des Gesamtsudans 1956 dominierte der Norden politisch, wirtschaftlich und kulturell. Der Süden fühlte sich systematisch diskriminiert und ausgebeutet.
- Das Ringen um den Zugang zu Ressourcen: Die meisten Erdölvorkommen des ursprünglichen Landes lagen im Süden, die Kontrolle und die Einnahmen verblieben jedoch größtenteils bei der Zentralregierung im Norden.
- Politisch-religiöse Repression: Die Regierung in Khartum versuchte zeitweise, islamisches Recht (Scharia) auch im nicht-islamischen Süden durchzusetzen, was den Widerstand dort weiter anheizte.
Die jahrzehntelangen Konflikte gipfelten schließlich im Friedensabkommen von 2005, das dem Süden eine weitgehende Autonomie und 2011 ein Unabhängigkeitsreferendum zusicherte. Bei dieser Abstimmung votierten die Menschen im Süden mit überwältigender Mehrheit für die Eigenständigkeit, wodurch der Südsudan am 9. Juli 2011 offiziell zum jüngsten Staat der Erde wurde.
Ärzte der Welt e. V. setzt Ihre Spende effizient ein: Der Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben, gemessen an den Gesamtausgaben, beträgt derzeit 11,75 %. Von einem Euro fließen also knapp 90 Cent in die Projektarbeit. Der Anteil wird vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) ermittelt und als niedrig eingestuft. Seit 2006 bekommt Ärzte der Welt jedes Jahr wieder das DZI-Spendensiegel anerkannt.
Die Ausgaben für Werbung und Verwaltung bilden die Basis für unsere Projektarbeit: Denn sie ermöglichen es uns, neue Unterstützer*innen zu gewinnen, über unsere Arbeit zu berichten und die Projekte professionell umzusetzen. Hier finden Sie mehr Infos zum Thema: So wirkt Ihre Spende.
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