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Frau sitzt mit ihrer Tochter im Geflüchtetencamp. © Vlad Karavaev

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Drei Jahre Bürgerkrieg im Sudan: Humanitäre Krise von beispiellosem Ausmaß

Seit drei Jahren wird der Sudan von einem Bürgerkrieg von beispiellosem Ausmaß und beispielloser Gewalt heimgesucht. Die sudanesischen Streitkräfte (SAF) und die Rapid Support Forces (RSF) kämpfen um die Kontrolle über das Land. Millionen Menschen wurden vertrieben und waren gezwungen, vor den Kämpfen zu fliehen. Ärzte der Welt warnt vor der Dringlichkeit der Lage und startet Maßnahmen in Darfur im Westen des Landes.

Ärzte der Welt startet neues Hilfsprojekt in Darfur

Darfur gehört zu den Gebieten, die am stärksten von den Folgen des Konflikts betroffen sind. Millionen von Vertriebenen in trockenen, schwer zugänglichen Gebieten überleben unter katastrophalen Bedingungen. Die Bevölkerung ist mit einer Hungersnot konfrontiert – fast 5 Millionen Kinder sowie schwangere und stillende Frauen leiden unter akuter Unterernährung – und mit Epidemien, während 80 % der medizinischen Grundversorgung nicht mehr funktionieren.

Um dieser dramatischen Situation zu begegnen, hat Ärzte der Welt die vollständige Leitung einer Klinik im Vertriebenenlager Dar Omo übernommen, in dem 45.000 Menschen untergebracht sind. In dieser geografisch isolierten Region, die von erheblichen logistischen Herausforderungen geprägt ist, ist Ärzte der Welt einer der wenigen Akteure, die weiterhin aktiv vor Ort präsent sind.

„Seit der Eröffnung der Klinik führt Ärzte der Welt täglich fast 200 Konsultationen durch, vor allem im Bereich der medizinischen Grundversorgung: Ernährung, Impfungen. Derzeit entfallen 50 % der pädiatrischen Konsultationen auf vermeidbare Erkrankungen wie Lungenentzündung oder Durchfall.‛“

Marie Laure Herdhuin, Leiterin der Nothilfeeinsätze bei Ärzte der Welt

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Claire Tilmann vom Team der Ärzte der Welt

Claire Tillmann

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Unsere Antworten auf Ihre häufigsten Fragen

Der Sudan und der Südsudan haben sich 2011 nach jahrzehntelangen, blutigen Bürgerkriegen getrennt. Die Abspaltung war das Ergebnis tiefgreifender kultureller, religiöser, ethnischer und wirtschaftlicher Gegensätze zwischen den beiden Landesteilen, die schon in der Kolonialzeit entstanden waren. Die Hauptgründe für die Trennung sind:

  • Historische Unterdrückung: Während der britisch-ägyptischen Kolonialzeit wurden beide Landesteile getrennt verwaltet, um ethnische Spannungen zu verhindern. Nach der Unabhängigkeit des Gesamtsudans 1956 dominierte der Norden politisch, wirtschaftlich und kulturell. Der Süden fühlte sich systematisch diskriminiert und ausgebeutet.
  • Das Ringen um den Zugang zu Ressourcen: Die meisten Erdölvorkommen des ursprünglichen Landes lagen im Süden, die Kontrolle und die Einnahmen verblieben jedoch größtenteils bei der Zentralregierung im Norden.
  • Politisch-religiöse Repression: Die Regierung in Khartum versuchte zeitweise, islamisches Recht (Scharia) auch im nicht-islamischen Süden durchzusetzen, was den Widerstand dort weiter anheizte.

Die jahrzehntelangen Konflikte gipfelten schließlich im Friedensabkommen von 2005, das dem Süden eine weitgehende Autonomie und 2011 ein Unabhängigkeitsreferendum zusicherte. Bei dieser Abstimmung votierten die Menschen im Süden mit überwältigender Mehrheit für die Eigenständigkeit, wodurch der Südsudan am 9. Juli 2011 offiziell zum jüngsten Staat der Erde wurde.

Ärzte der Welt e. V. setzt Ihre Spende effizient ein: Der Anteil der Werbe- und Verwaltungsausgaben, gemessen an den Gesamtausgaben, beträgt derzeit 11,75 %. Von einem Euro fließen also knapp 90 Cent in die Projektarbeit. Der Anteil wird vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) ermittelt und als niedrig eingestuft. Seit 2006 bekommt Ärzte der Welt jedes Jahr wieder das DZI-Spendensiegel anerkannt.
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