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Mann in Uganda. Foto: David Delaporte

Uganda: Hilfe für verfolgte Homosexuelle

Uganda

14
Prozent

der Homosexuellen in Kampala sind mit HIV infiziert

Die Situation

In Uganda werden LGBTI-Minderheiten (lesbische, schwule, bisexuelle, transgender oder intersexuelle Menschen) unterdrückt, missbraucht und inhaftiert. Die jüngsten Parlamentsdebatten haben eine bereits tief verwurzelte Intoleranz verstärkt, angeheizt durch evangelikale Missionare und Medien. Im Land wurde seit 2009 mehrmals versucht, die Gesetzgebung zu verschärfen und das Konzept der "erschwerten Homosexualität" einzuführen, das vor allem für HIV-positive Homosexuelle trifft. Ein Gesetzentwurf sah sogar lebenslange Freiheitsstrafen für Männern, die Sex mit Männern haben, und die Todesstrafe für HIV-Infizierte vor.

Aufgrund der realen oder wahrgenommenen Homophobie unter den medizinischen Pflegekräften haben LGBTI-Menschen oft Angst, Gesundheitsdienste in Anspruch zu nehmen, insbesondere für die sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind gravierend, vor allem bei Männern, die Sex mit Männern (MSM) und Transgendern haben. So liegt die HIV-Prävalenz unter Homosexuellen in Kampala, der Hauptstadt, bei rund 14 Prozent.

2009 sollte Homosexualität unter Todesstrafe gestellt werden. Foto: Neamoscou
2009 sollte Homosexualität unter Todesstrafe gestellt werden. Foto: Neamoscou

Unsere Hilfe

RISIKOGRUPPEN


In Kampala hat sich Ärzte der Welt mit MARPI (Most At-Risk Populations Initiative) zusammengeschlossen. Diese bietet im Mulago-Krankenhaus bestimmten Zielgruppen (z.B. Homosexuelle, Transgender, Sexarbeiter) Dienstleistungen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit an, die an ihre Bedürfnisse angepasst sind. Durch diese neuen Strukturen konnte das Gesundheitsministerium als Kooperationspartner gewonnen werden. Heute betreibt es eine LGBTI-freundliche Klinik im Herzen der ugandischen Hauptstadt. Während viele Schwule und Lesben aus Angst vor Stigmatisierung oder Denunziation einen Arztbesuch meiden, garantiert ihnen die Klinik einen Basisstandard. Sie funktioniert "als kleine Oase", die dank Mundpropaganda und kleinen LGBTI-Assoziationen bekannter wird.

Durch Schulungen unterstützt Ärzte der Welt MARPI auch bei der schrittweisen Ausweitung der Aktivitäten auf regionale Referenzkrankenhäuser, beispielsweise in Mbarara im Südwesten des Landes. Neben der Verbesserung der Pflegeleistungen der Klinik bildet Ärzte der Welt auch LGBTI-Vereine in Projektentwicklung und Fundraising aus.

MIGRANTEN & FLÜCHTLINGE

 

In Bidibidi, Nord-Uganda, arbeitet Ärzte der Welt in einem Flüchtlingslager, in dem viele Südsudanesen leben. Seit Juli 2016 sind nach Kämpfen in dem Nachbarland Hunderttausende von Menschen nach Nord-Uganda geflohen. Obwohl es den Flüchtlingen im Camp relativ gut geht, leiden viele unter den extremen Gewalttaten, die sie in ihrem Herkunftsorten oder während ihrer Reise erlebt haben.

Innerhalb des Lagers übernahm Ärzte der Welt ein von Ärzte ohne Grenzen eingerichtetes Krankenhaus, das die medizinische Grundversorgung sowie die sexuelle und reproduktive Gesundheitsversorgung gewährleistet. Ziel ist es, die Verwaltung dieses Krankenhauses auf das nationale Gesundheitssystem zu übertragen.

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