Jahresbericht 2025
Was wir gemeinsam erreicht haben

Liebe Leser*innen, liebe Freund*innen,
liebe Förderer*innen von Ärzte der Welt,
wir leben in Zeiten des Umbruchs. Die Bundesregierung hat, trotz der vielen globalen Krisen, die Ausgaben für humanitäre Hilfe seit 2022 um mehr als 70 Prozent gekürzt. Die Folgen für Menschen in Kriegs- und Krisengebieten oder auf der Flucht sind verheerend. Wir erleben täglich die steigenden Bedarfe für medizinische Hilfe in unseren Programmen im Nahen Osten, in der Ukraine, in Äthiopien – und auch in unseren Projekten in Deutschland.
Aber wir schauen nicht hoffnungslos zu, sondern handeln – gemeinsam mit unseren ehrenamtlichen Ärzt*innen und Helfer*innen, Partnern und Unterstützer*innen. Diese Arbeit ist wichtiger denn je, damit wir das Menschenrecht auf Gesundheit schützen und stärken. Auch im Jahr 2025 haben wir, trotz Krisen, zusammen vieles erreicht, wie Sie in diesem Jahresbericht lesen können.
Wir sind fest davon überzeugt, dass wir weiterhin eine positive Wirkung für Menschen in Not haben können – international und in Deutschland. Aber dafür brauchen wir besonders in diesen Zeiten Ihre Hilfe.
Engagieren Sie sich, gemeinsam mit uns, wenn eine weitere Kürzung von Geldern diskutiert wird, oder wenn zivilgesellschaftliche Organisationen wie wir oder unsere Patient*innen bedroht werden.
Gemeinsam sind wir lauter und stärker gegen Angriffe auf medizinisches Personal oder Kürzungen, die Gesundheitsversorgung treffen.
Gemeinsam können wir erreichen, dass das Recht auf Gesundheit für alle Menschen Realität wird.
Eine gute Lektüre wünschen Ihnen,

Katri Bertram,
Direktorin

Dr. Peter Schwick,
Vorstandsvorsitzender
Unsere Arbeit auf einen Blick
Zur besseren Übersichtlichkeit wurden alle Zahlen gerundet.

Internationale Projekte
Äthiopien
Entlegene Gebiete versorgen
Die Klimakrise trifft die äthiopische Region Somali mit voller Wucht: Immer öfter wechseln sich Dürren mit starken Regenfällen und Überschwemmungen ab.
Für die Bevölkerung ist das besonders dramatisch, da die Mehrheit ihren Lebensunterhalt durch Viehzucht bestreitet und regelmäßig ihren Standort wechseln muss, um neue Weidegründe zu finden. Viele Menschen haben schon heute nicht genug zu essen. Und durch verschmutztes Wasser, Wassermangel sowie unzureichende hygienische Bedingungen besteht eine erhöhte Gefahr, zu erkranken.
Auch in einigen den wölf Gesundheitseinrichtungen, die Ärzte der Welt 2025 unterstützt hat, gibt es kein fließendes Wasser.
Mancherorts muss es aus bis zu 100 Kilometern Entfernung mit Lastwagen herangeschafft werden. Denn es ist vor allem die Bevölkerung abgelegener Dörfer, die die Ärzte der Welt-Teams unterstützen. Daneben sind unsere Teams im Qoloji-Camp für innerhalb des Landes vertriebene Menschen aktiv. Eine wichtige Zielgruppe sind dabei schwangere Frauen. Viele von ihnen haben früher unter anderem wegen der großen Distanzen zu den Gesundheitszentren riskante Hausgeburten in Kauf genommen.
Von Ärzte der Welt geschulte sogenannte Gesundheitshelfer*innen raten in den Gemeinden dazu, zur Entbindung in die Zentren zu kommen. Heute wird das Angebot von vielen Frauen gerne angenommen und für den Notfall steht in einigen Kliniken ein Krankenwagen zur Verfügung.
Wir haben in Äthiopien dazu beigetragen, dass:
- 429.000 Menschen Zugang zu Gesundheitsversorgung haben und 17.582 Kinder auf Unterernährung untersucht worden sind
- 1.763 Geburten unterstützt wurden
- Auswärtiges Amt: 892.890 €
- Sternstunden e.V.: 300.000 €
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: 77.958 €
- Oswald Stiftung: 40.000 €
- Stiftung Zwei Freunde: 10.000 €
- Else Kröner-Fresenius Stiftung
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Jemen
Nothilfe als Dauerzustand
Seit mehr als zehn Jahren leidet die Bevölkerung im Jemen unter einem Krieg, der zu den größten Krisen unserer Zeit zählt. Millionen von Menschen haben nicht genug zu essen. Wirtschaft und Verwaltung sind zusammengebrochen, nur etwa die Hälfte der Gesundheitseinrichtungen ist funktionsfähig.
Frauen und Kinder sind besonders betroffen, denn es fehlt an Strukturen, die sie vor Gewalt, Armut und Hunger schützen. Auch die 14 Monate alte Shahd al-Haddad (Name geändert) litt unter akuter Mangelernährung, als sie in Aden zu Ärzte der Welt kam.
Im Gesundheitszentrum erhielt sie überlebenswichtige Behandlungen, auch gegen Malaria. Dank des unermüdlichen Einsatzes des Teams konnte Shahd al-Haddad nach über zwei Monaten wieder eigenständig stehen und laufen.
Die Situation im Jemen zerrt auch an der Psyche der Menschen und führt häufig zu Depressionen, Selbstverletzung oder sogar Suizid. Ärzte der Welt hilft vor Ort mit allgemeiner medizinischer Versorgung, psychologischer Unterstützung und spezialisierten Angeboten bei geschlechtsbasierter Gewalt. Doch durch den Konflikt, Sanktionen gegen den Jemen und Budgetkürzungen wird die Arbeit unserer Mitarbeiter*innen immer schwieriger.
- Zugang zu kostenloser Gesundheitsversorgung für über 90.000 vom Konflikt betroffene Menschen
- rund 39.000 Kinder unter fünf Jahren auf akute Mangelernährung untersucht
- 25.000 Menschen zu psychischer Gesundheit und psychosozialem Wohlbefinden informiert
- etwa 700 Geburten durch qualifiziertes Gesundheitspersonal begleitet
- über 300 Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt wurden unterstützt
- Auswärtiges Amt: 3.000.000 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Nigeria
Flucht vor Terror und Zerstörung
Terrorgruppen wie Boko Haram und IS haben vor allem in den nördlichen Bundesstaaten Nigerias bereits 2,3 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Dazu gab es vor knapp zwei Jahren eine riesige Überschwemmung in der nordöstlichen Stadt Maiduguri. Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen.
Nicht nur in Vertriebenencamps ist die Versorgung mit Lebensmitteln ein großes Problem: Laut Prognosen leiden fast 6,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren an akuter Mangelernährung. Etwa 786.000 schwangere oder stillende Frauen haben ebenfalls viel zu wenig zu essen und benötigen gezielte Unterstützung.
Im Nordosten des Landes sind es vor allem sie, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Gleichzeitig sind Gesundheitseinrichtungen zerstört oder nur eingeschränkt nutzbar: 5,3 Millionen Menschen bekommen nicht die medizinische Hilfe, die sie bräuchten.
2025 haben wir zehn Gesundheitseinrichtungen in Maiduguri, Damboa (Borno State) und Katsina State unterstützt. In manchen Regionen sind diese Zentren die einzige medizinische Anlaufstelle für über 36.000 Menschen. Die Angebote umfassen unter anderem medizinische Basisleistungen wie Impfungen, Ernährungstherapie und Familienplanung sowie psychosoziale Unterstützung und die Betreuung von Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt.
- 270.000 Menschen unterstützt
- 158.421 medizinische Konsultationen abgehalten
- 36.000 schwangere Frauen versorgt
- 4.300 schwer mangelernährte Kinder unter 5 Jahren behandelt
- 33.000 Impfdosen verabreicht
- Auswärtiges Amt: 1.417.343 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Pakistan & Afghanistan
Hilfe über Grenzen hinweg
Die humanitäre Lage in Afghanistan unter den Taliban bleibt prekär. Frauen und Mädchen sind aus nahezu allen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen, mit gravierenden Folgen für ihre Gesundheit. Zahlreiche Afghan*innen suchen Zuflucht in Pakistan. Deshalb unterstützt Ärzte der Welt Menschen in beiden Ländern.
In Gesundheitszentren bieten die Teams medizinische Grundversorgung, psychosoziale Betreuung und Unterstützung für Überlebende von geschlechtsbasierter Gewalt an. Die Gesundheitsversorgung von Frauen und Kindern steht dabei besonders im Fokus. So konnten die Mitarbeitenden von Ärzte der Welt auch der schwangeren Amina Ahmadzai (Name geändert) helfen.
Amina Ahmadzai lebt in einem abgelegenen Dorf in der afghanischen Provinz Wardak. Hier ist es üblich, Kinder zu Hause ohne medizinische Unterstützung zur Welt zu bringen. Das Team hat Amina Ahmadzai während der Schwangerschaft betreut und frühzeitig Komplikationen erkannt. So konnte sie in eine spezialisierte Einrichtung überwiesen und ihr Kind sicher zur Welt bringen.
Immer wieder haben Afghanistan und Pakistan auch mit Naturkatastrophen zu kämpfen. Im August 2025 war Pakistan von schweren Überschwemmungen betroffen. Dank unserer Präsenz in der Region konnten die Ärzte der Welt-Teams direkt Nothilfe im besonders betroffenen Distrikt Buner in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa leisten.
- über 300.000 Menschen in Afghanistan und Pakistan durch die Angebote erreicht
- über 10.000 Konsultationen zu psychischer Gesundheit und psychosozialer Unterstützung
- mehr als 30.000 Beratungen zu reproduktiver Gesundheit und Familienplanung
- rund 5.800 sichere Geburten unterstützt
- über 20.000 Frauen und Kinder auf Mangelernährung untersucht
- Auswärtiges Amt: 2.000.000 €
- Sternstunden e.V.: 60.000 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Palästinensische Gebiete
Gemeinsam Hoffnung bewahren
Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist erschreckend. Die Zivilbevölkerung ist mit ständigen Angriffen, der Zerstörung ganzer Stadtviertel und zahllosen Toten konfrontiert. Es fehlt selbst am Nötigsten, Hunderttausende hungern. Auch für unser Team aus Psychologinnen ist die Belastung enorm.
„Alle von uns tragen eine Geschichte unvorstellbaren Verlusts, und dennoch kommen alle zur Arbeit. Mir hilft, wie wir einander halten,“ beschreibt die Ärzte der Welt-Mitarbeiterin Nour Z. Jarada die Situation. Sie leitet den Bereich mentale Gesundheit in Gaza.
Durch diesen Zusammenhalt gelingt es ihr, inmitten des Schreckens etwas Hoffnung zu bewahren.
Nicht nur im Gazastreifen benötigen viele Menschen intensive psychologische Betreuung durch das Ärzte der Welt-Team. Auch im Westjordanland erleben viele Menschen regelmäßig teils schwerste Gewalt, Zerstörung und Vertreibung durch Siedler*innen.
Trotz dieser katastrophalen Bedingungen und obwohl sie auch selbst Attacken ausgesetzt waren, konnten unsere Mitarbeitenden weiterhin Menschen behandeln und betreuen.
Gazastreifen:
- medizinische und psychologische Behandlung in sieben Kliniken an sechs Tagen die Woche
- durchschnittlich über 30.000 Konsultationen pro Monat (Wundversorgung, Impfung, Betreuung von Schwangeren, psychologische Beratung u.v.m.)
Westjordanland:
- mobile Einheiten mit Angeboten zu mentaler Gesundheit, Mutter-Kind-Gesundheit und allgemeinmedizinischer Versorgung
- 11.300 medizinische Behandlungen in 14 Gemeinden
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: 1.510.800 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Syrien
Die Unsicherheit bleibt
Trotz der politischen Umwälzungen hat sich die Not der Syrer*innen 2025 kaum verändert. Immer noch waren laut UN mehr als zwei Drittel der rund 24 Millionen Menschen im Land auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zahlreiche Menschen leben bis heute in Flüchtlingscamps. Große Teile der Infrastruktur wie Krankenhäuser, Kraftwerke und Verkehrsrouten sind zerstört oder nicht voll funktionsfähig. Durch den jahrelangen Krieg in Syrien sind mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen schwer beschädigt worden.
Unter diesen extremen Bedingungen und trotz aller politischen Unsicherheit stärkt Ärzte der Welt gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen, die Gesundheitsstrukturen so gut wie möglich.
Dabei liegen unsere Schwerpunkte auf der Behandlung von durch Krieg und Erdbeben vertriebenen sowie der Versorgung von Frauen und Kindern – insbesondere der Schwangerschaftsvor- und -nachsorge – sowie der psychologischen Unterstützung.
- In 22 unterstützen Gesundheitszentren in Aleppo, Hassakeh und Raqqa wurden rund 140.000 Konsultationen durchgeführt
- Mit zwei mobilen Einheiten Menschen in Konfliktgebieten versorgt
- In über 40.000 Konsultationen psychologische Hilfe geleistet
- Auswärtiges Amt: 2.171.601 €
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: 1.470.000 €
- Sternstunden e.V.:100.000 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Ukraine
Frauen im Krieg zur Seite stehen
Der anhaltende Krieg in der Ukraine belastet Frauen in besonderer Weise. Durch geschlechtersensible Angebote versucht Ärzte der Welt, ihre psychische Gesundheit – und damit die Resilienz der ganzen Familie – zu stärken.
Gerade junge Mütter in der Ukraine sind durch den Krieg oft einer Vielzahl von Stressfaktoren ausgesetzt. Das psychologisch geschulte Personal von Ärzte der Welt hilft ihnen, besser mit den enormen körperlichen und seelischen Belastungen umzugehen.
Angebote wie Beratungen und kreative Workshops fördern nicht nur die psychische Gesundheit der Frauen, sondern auch die sozialen Kontakte zwischen Vertriebenen und Alteingesessenen. Der Austausch und die gegenseitige Unterstützung stärken die Resilienz aller und geben Hoffnung in diesem jahrelangen Krieg.
Über 75 Prozent der Personen, die Ärzte der Welt in der Ukraine unterstützt, sind Frauen. Die Aktivitäten haben eine nachhaltige, stabilisierende Wirkung auf die ganze Familie.
- 7.610 Sitzungen zur psychosozialen und mentalen Gesundheit abgehalten
- 7.386 Personen in 10.694 Konsultationen zum Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit beraten und behandelt
- Auswärtiges Amt: 3.000.000 €
- Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: 1.200.000 €
- Glückskette: 852.315 €
- Europäische Union (ECHO): 572.645 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Zentralafrikanische Republik
Im Einsatz für Gesundheit und gegen Gewalt
In einem der ärmsten Länder der Welt leistet Ärzte der Welt bereits über ein Jahrzehnt medizinische Grundversorgung unter extremen Bedingungen.
Seit 2012 herrscht in der Zentralafrikanischen Republik Bürgerkrieg, 2025 waren rund 2,4 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Es gibt keinen funktionierenden Staat, vielerorts herrscht Chaos, zahlreiche Menschen sind von brutalen Milizen vertrieben worden.
Ärzte der Welt unterstützt Gesundheitszentren und Krankenhäuser mit Medikamenten und Materialien.
Ein weiterer Fokus unserer Arbeit besteht darin, Gesundheitseinrichtungen, die schließen mussten, wieder instand zu setzen. Bis das der Fall ist, unterstützen wir mit mobilen medizinischen Teams. Vor allem kümmern wir uns um Schwangere, Babys und Kinder, aber auch um Frauen, denen Gewalt angetan wurde.
- 29 Gesundheitseinrichtungen mit medizinischen Materialien und Personal unterstützt
- 57.816 Konsultationen durchgeführt
- 724 Kinder wegen schwerer akuter Mangelernährung aufgenommen und ambulant behandelt
- 95 Prozent der Kinder unter fünf Jahre mit schwerer akuter Mangelernährung konnten nach der Behandlung als geheilt entlassen werden
- 2.421 Frauen vor und nach der Geburt sowie zur Familienplanung beraten
- 1.322 Babys konnten mit Hilfe qualifizierter Fachkräfte entbunden werden
- 490 Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt betreut
- Auswärtiges Amt: 721.500 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Zentralafrikanische Republik
„Lebensrettende Klinik“

„Mein Herz ist voller Dankbarkeit für alles, was Ärzte der Welt für unsere Gemeinschaft getan hat. Ihre Unterstützung hat es uns ermöglicht, wichtige Infrastruktur aufzubauen: Toiletten und eine lebensrettende Entbindungsklinik…
„Mein Herz ist voller Dankbarkeit für alles, was Ärzte der Welt für unsere Gemeinschaft getan hat. Ihre Unterstützung hat es uns ermöglicht, wichtige Infrastruktur aufzubauen: Toiletten und eine lebensrettende Entbindungsklinik.
Davor war eine Entbindung ein teurer Luxus, der für viele von uns unerschwinglich war. Heute ist alles kostenlos, und jede Geburt ist ein Wunder, das ohne Angst und ohne finanzielle Belastung gefeiert wird. Wir hoffen inständig, dass dieses lebenswichtige Projekt fortgesetzt wird, um unserer Gemeinde auch weiterhin Hoffnung und Gesundheit zu bringen.“
Eine Patientin aus der Region Bouca
Foto: Symbolbild
Zentralafrikanische Republik
„Eine bessere Zukunft zeichnet sich ab“

„Dank des Einsatzes von Ärzte der Welt hat sich ein echter Wandel vollzogen: Vergewaltigungen und geschlechtsspezifische Gewalt sind erheblich zurückgegangen, riskante Hausgeburten gehören nun der Vergangenheit an. Leben wurden verändert, Familien haben Frieden gefunden, und eine bessere Zukunft zeichnet sich ab.“
Einwohner einer von Ärzte der Welt unterstützten Gemeinde in Bouca
Zentralafrikanische Republik
„Ein Ort des Lebens und der Hoffnung für die gesamte Gemeinschaft.“

„Dank Ärzte der Welt konnte meine Tochter nach einem schwierigen ersten Kaiserschnitt ihr zweites Kind unter sicheren und würdigen Bedingungen zur Welt bringen. Das Krankenhaus ist nun sauber und gut instandgehalten. Es strahlt als Ort des Lebens und der Hoffnung für die gesamte Gemeinschaft.“
Mutter einer Patientin in Bouca

Projekte in Deutschland
Deutschland
Offene Praxen für Nichtversicherte
Mehrere Hunderttausend Menschen in Deutschland fallen durch das Raster des regulären Gesundheitssystems. Sie sind nicht versichert oder mit zahlreichen weiteren Barrieren konfrontiert, die vor allem Menschen mit geringen finanziellen Mitteln daran hindern, eine Arztpraxis aufzusuchen.
Ärzte der Welt veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht, der diese Realität sichtbar macht. Der Ärzte der Welt-Gesundheitsreport basiert auf Daten aus unseren Praxen und Behandlungsbussen für Menschen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz.
Er zeigt auf, mit welchen Problemen Patient*innen zu uns kommen und schlägt Lösungsansätze vor, damit alle Menschen in Deutschland die gesundheitliche Versorgung bekommen, die sie brauchen.
In unseren open.med Praxen und Behandlungsbussen bekommen Patientinnen in mehrmals wöchentlich stattfindenden Sprechstunden eine kostenlose und Wunsch anonyme medizinische Grundversorgung. Bei Bedarf werden sie an fachärztliche Praxen und andere weiterführende Angebote weiterverwiesen. Dabei können sich die ehrenamtlichen Ärzt*innen mehr Zeit für besondere Bedürfnisse nehmen, als das häufig in regulären Praxen möglich ist.
Daneben beraten hauptamtliche Mitarbeitende die Patient*innen zu sozialen Angelegenheiten und unterstützen sie nach Möglichkeit dabei, bei einer Krankenversicherung aufgenommen zu werden.
- In unseren Praxen und Behandlungsbussen rund 2.500 Patient*innen in mehr als 8.100 Konsultationen behandelt und beraten
- Deutsche Postcode Lotterie: 500.000 €
- Landeshauptstadt München: 176.286€
- Europäische Union und Bundesministerium für Arbeit und Soziales: 121.317 €
- Stiftung Antenne Bayern hilft: 50.000 €
- Stiftung Melior: 30.000 €
- Bezirksamt Lichtenberg von Berlin: 35.000 €
- Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin: 30.097 €
- SZ Gute Werke e.V.: 30.000 €
- Stiftung Berliner Sparkasse: 15.000 €
- Stiftung Zwei Freunde: 15.000 €
- SDK-Stiftung: 13.500 €
- Gewinn-Sparverein der Sparda-Bank München e.V.: 10.000 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen
Berlin
Jede*r Patient*in hat ein eigenes Schicksal
447 Patientinnen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz haben 2025 in der Berliner open.med-Praxis von Ärzte der Welt Hilfe gesucht. Jeder einzelne von ihnen hat eine ganz individuelle Krankheits- und Leidensgeschichte.
In den medizinischen Sprechstunden und Sozialberatungen, in denen es um die Lebensumstände der Patient*innen geht, machen sich die Teams ein Bild davon, um bestmöglich zu unterstützen. Das kann in einigen Fällen Leben retten.
So zum Beispiel bei einem selbständigen Künstler, der aufgrund von Schulden bei der Krankenkasse lange vermieden hatte, sich ärztliche Hilfe zu suchen. Als er sich an open.med Berlin Lichtenberg wandte, stellte der behandelnde Arzt eine lebensbedrohliche Bluterkrankung fest und überwies den Mann sofort in ein Krankenhaus.
Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern konnte das Team von open.med Berlin Lichtenberg auch weniger akute Leiden lindern – zum Beispiel in der von der Organisation Mehrblick in den Praxisräumen angebotene Brillensprechstunde.
Hamburg
Kleine und große Beschwerden versorgen
Auch die open.med-Praxis in Hamburg hat eine vielseitige Klientel:
„Es kommen Männer, Frauen, Kinder, Menschen, die auf der Straße leben und Menschen, die keinen geregelten Aufenthaltsstatus haben. Sie haben keine Krankenversicherung, weil sie keine Arbeit finden, zumindest keine mit Sozialversicherung“, so Fachreferentin Bronwyn-Maria Margolis.
Es kommen auch viele Tagelöhner zu uns, die nur hier und da mal ein paar Stunden arbeiten können. Diese Jobs bieten keinen Versicherungsschutz. Und natürlich sind die Familien hiervon auch betroffen, auch die Kinder.“
Neben der allgemeinmedizinischen Sprechstunde bietet das Team zwei Mal im Monat eine gynäkologische Sprechstunde sowie einmal im Monat einen kinderärztliche Sprechstunde an.
Der ehrenamtliche Arzt Matthias Plieninger hat dabei von milderen Infektionen bis zu Krebs im Endstadium schon vieles gesehen. „Ich finde es unmöglich, dass in einem reichen Land wie unserem Menschen zurückgelassen werden und wenn sie krank werden, keinerlei Schutz haben. Das muss sich dringend ändern. Zugang zu Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht. Das muss umgesetzt werden.“
München
Mehr Patient*innen, mehr psychische Erkrankungen
Anpassungsstörungen, Depressionen, Angststörungen – diese Diagnosen haben die ehrenamtlichen Ärzt*innen 2025 in der Münchener open.med-Praxis von Ärzte der Welt für Menschen ohne Krankenversicherung besonders häufig gestellt.
Laut der Projektleiterin Annemarie Weber ist die starke Zunahme von seelischen Leiden eine neue Entwicklung. „Viele Jahre lang waren bei unseren Patient*innen Krankheiten des Kreislaufsystems, wie etwa Bluthochdruck, die häufigste Diagnosegruppe.“
Die Ursachen für den Anstieg psychisch erkrankter Patient*innen bei open.med München sind vielschichtig. Klar ist, dass kranke Menschen, die keine medizinische Hilfe in Anspruch nehmen können, häufig auch seelisch stark belastet sind. Insgesamt ist die Zahl der Patient*innen, die bei open.med München Hilfe suchen 2025 deutlich gestiegen.
„Die wachsende Patient*innenzahl ist eine große Belastung für unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden. Sie füllen politisch geschaffene Lücken“, sagt open.med-Projektleiterin Annemarie Weber.
Stuttgart
Mobile Hilfe
Eine rollende Praxis für Menschen, die nicht zum Arzt gehen können. Unser Kooperationspartner Ambulante Hilfe e.V. fährt damit an Orte, wo sich viele wohnungslose Menschen aufhalten. Diese können sich vom Med.Mobil-Team behandeln und beraten lassen.
Wie schnell es geht, in eine Notlage zu geraten, macht der Fall eines 53-jährigen Patienten deutlich. Er wendete sich an das Team, weil er seit längerer Zeit nicht mehr richtig sehen konnte. Er lebte seit zwei Jahren auf der Straße, denn er hatte wegen seiner Probleme mit den Augen zuerst seine Arbeit und dann seine Unterkunft verloren.
Der Patient hatte Schulden bei der Krankenversicherung und konnte die Operation für den in einer Augenklinik diagnostizierten Grauen Star nicht aus eigener Tasche bezahlen.
Das Med.Mobil-Team unterstützte den Patienten dabei, Bürgergeld zu beantragen, die Schuldensituation zu klären und eine Versicherungskarte zu erhalten. Daraufhin wurde der Patient erfolgreich an beiden Augen operiert. Er fand wieder eine Stelle in einem Gastronomiebetrieb und eine feste Unterkunft in einem Sozialhotel.
Bayern
Wissen, Mut, Hoffnung
Ihre Rechte kennenlernen und neue Perspektiven entwickeln: Dabei unterstützt das Projekt reach.out plus von Ärzte der Welt geflüchtete Frauen, die in sogenannten Ankerzentren in Südbayern leben.
In Workshops und Einzelgesprächen erhalten sie Informationen zu den Themen Gesundheit, Asylverfahren und sozialen Rechten. Daneben erhalten sie in Einzelberatungen persönliche Unterstützung. Das ist besonders wichtig, da viele Bewohner*innen der Unterkünfte traumatisierende Erfahrungen gemacht haben. Ein wichtiger Baustein des Projekts ist es, Multiplikatorinnen auszubilden, also Frauen mit Fluchterfahrung, die ihr Wissen an andere weitergeben und so den gegenseitigen Austausch stärken.
Eine von ihnen ist Janepher Matini aus Uganda. Über die Wirkung des Projekts sagt sie: „Jetzt sehe ich Frauen, die sich trauen, zum Arzt zu gehen, die ihre Geschichten mit Zuversicht erzählen, weil sie wissen, dass sie Rechte haben.“
Auswertungen und Rückmeldungen der Teilnehmerinnen zeigen ebenfalls die positive Wirkung des Projekts. Reach.out plus schafft einen geschützten Raum für Information, Austausch und gegenseitige Stärkung und trägt so zu mehr Teilhabe und Solidarität bei.
- Die Multiplikator*innen haben monatlich durchschnittlich 244 Menschen mit ihren Angeboten erreicht
- 31 Workshops zu Themen wie psychische Gesundheit und Gewaltschutz in Geflüchtetenunterkünften durchgeführt
- 350 Beratungsgespräche durchgeführt. Die Betroffenen wurden an medizinische, psychologische und psychosoziale Hilfsdienste verwiesen sowie dabei unterstützt, ihre Rechte im Asylverfahren wahrzunehmen
- Europäische Union: 365.815 €
- UNO-Flüchtlingshilfe: 6.250 €
- Unsere zahlreichen Spender*innen

Politisch und
öffentlich wirken
Öffentlichkeitsarbeit
Bewusstsein und Gemeinschaft schaffen
Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit will Ärzte der Welt seine Anliegen in die Gesellschaft tragen: Wir sensibilisieren für Missstände, mobilisieren Menschen und schaffen Bewusstsein für die Lebensrealitäten von Menschen ohne Krankenversicherung und in humanitären Krisen.
2025 feierte Ärzte der Welt Deutschland sein 25-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass haben wir all jene gewürdigt, die sich an unserer Seite für Gesundheit und Gerechtigkeit einsetzen.
Daneben haben wir die Kampagne #WeltschmerzHeilen gestartet. Die tägliche Flut an Nachrichten von Gewalt, Not und Ungerechtigkeit hinterlässt bei vielen ein beklemmendes, lähmendes Gefühl: Weltschmerz.
Dem setzen wir etwas entgegen: Wir schweigen nicht, wir handeln – mit medizinischer Hilfe und politischer Arbeit. Und wir motivieren Menschen, gemeinsam mit uns aktiv zu werden. Mit Plakaten im öffentlichen Raum und online haben wir auf unsere Arbeit aufmerksam gemacht und konnten so Tausende Menschen erreichen.




Politische Arbeit
Aktiv trotz Gegenwind
Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit, humanitäre Hilfe und das Völkerrecht geraten zunehmend unter Druck. Doch Ärzte der Welt gibt nicht auf. Mit unserer politischen Arbeit setzen wir uns kontinuierlich für eine Welt ein, in der das Recht auf Gesundheit verwirklicht ist.
Im Gazastreifen ist 2025 auf besonders brutale Weise sichtbar geworden, was es bedeutet, wenn internationales Recht systematisch missachtet und Menschenrechte massiv unterlaufen werden. Mit seiner politischen Arbeit setzt sich Ärzte der Welt daher unermüdlich für die Wahrung des Völkerrechts ein. Menschenrechte müssen auch in Konflikten geachtet und humanitäre Hilfe zugelassen werden. Medizinische Einrichtungen und Personal dürfen niemals Ziel von Angriffen sein. Wir haben politische Entscheidungsträger*innen mit Demonstrationen, Appellen und Hintergrundgesprächen dazu aufgefordert, die Leben und Rechte der Menschen in den palästinensischen Gebieten zu schützen und die Arbeit von NGOs nicht weiter zu behindern.
Auch gegen Missstände in Deutschland setzen wir uns ein. Aus unseren Praxen für Menschen ohne Krankenversicherung wissen wir, dass immer wieder Patient*innen in Notaufnahmen abgelehnt werden.
Dabei hat jede Person das Recht, im Notfall behandelt zu werden, egal ob mit oder ohne Krankenversicherung oder Aufenthaltstitel. Der sogenannte Nothelferparagraf regelt, dass dem Krankenhaus die Kosten hierfür erstattet werden. Das funktioniert in den meisten Fällen allerdings nicht, denn die Anforderungen sind hoch und Anträge werden oft abgelehnt. Krankenhäuser bleiben häufig auf den Kosten sitzen. Einige Krankenhäuser verlangen daher hohe Vorauszahlungen von den Patient*innen oder weisen sie ohne medizinische Ersteinschätzung ab. Insbesondere Patient*innen, die als Person mit Migrationsgeschichte wahrgenommen werden oder die kein Deutsch sprechen, werden diskriminiert und unter Druck gesetzt.
Daher setzt sich Ärzte der Welt für eine bessere Notfallversorgung für Menschen ohne Krankenversicherung ein und hat hierzu im Jahr 2025 mit zahlreichen Bundestagsabgeordneten gesprochen. Wir haben unsere Forderungen in zivilgesellschaftliche Netzwerke eingebracht und konnten so Mitstreiter*innen für das Thema gewinnen. Dadurch haben wir weitaus mehr politische Entscheidungsträger*innen erreicht, die von den schwerwiegenden Lücken in der Versorgung bestürzt waren. Gemeinsam mit anderen Organisationen haben wir in einer Petition an den Bundestag konkrete Verbesserungen gefordert.

Was uns verbindet
Danke an unsere Unterstützer*innen
Begegnungen, die bewegen
Unser Jubiläumsjahr war ein Jahr der Begegnungen: Hinter jeder Spende steht eine persönliche Geschichte, ein Moment des Vertrauens und das Gefühl, gemeinsam etwas bewirken zu können. Das motiviert uns sehr.
Unsere Kolleg*innen vor Ort – ob in Deutschland, der Ukraine, Äthiopien und weltweit – behandeln jeden Tag Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind. Jede Spende trägt dazu bei, dass Menschen medizinisch versorgt werden – in den Kriegs- und Krisenregionen der Welt.
Ihre Unterstützung ermöglicht:
- Ein Arztbesuch, der sonst nicht möglich wäre.
- Medikamente, die Leben retten.
- Ein Gespräch, das Hoffnung gibt.

Finanzbericht
Finanzielle Lage des Vereins Ärzte der Welt e.V.
Auch 2025 konnte Ärzte der Welt e.V. bei seiner weltweiten humanitären Arbeit auf finanzielle Unterstützung zählen. Die langjährigen Partnerschaften mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie Sternstunden e.V. ermöglichten weiterhin, in unseren Projektländern Äthiopien, Jemen, Nigeria, Ukraine und der Zentralafrikanischen Republik medizinische Hilfe anzubieten. Darüber hinaus konnten wir das Engagement in Ländern mit langanhaltenden Krisen wie in Afghanistan und Pakistan, in den Palästinensischen Gebieten, in Nigeria und in Syrien durch die Förderung institutioneller Geldgeber fortsetzen.
Der Zufluss an freien Spenden bewegte sich ungefähr auf Vorjahresniveau und belief sich auf knapp 3,15 Millionen Euro (ca. minus 2 %). Im Hinblick auf die Geldeingänge für Zweckspenden konnten erneut wesentliche Einnahmen für Griechenland (vor allem die Polikliniken), Myanmar und die Palästinensischen Gebiete verzeichnet und dem internationalen Netzwerk von Ärzte der Welt für die Not- und Krisenhilfe zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus wurden neben den Sektionen in Frankreich, Griechenland, Spanien auch die Schweiz mit Spendenmitteln für Krisenregionen und Inlandsprogramme vor Ort unterstützt. Für unsere Projekte in Äthiopien und der Ukraine konnten – wie in den Vorjahren – hohe Spendenaufkommen verzeichnet werden.
- Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Ärzte der Welt Deutschland Gesamterträge von 26.088 TEUR (Vorjahr: 32.660 TEUR).
- Die Umsatzerlöse haben sich somit um ca. 20 % verringert. Das Ergebnis weist einen Jahresfehlbetrag in Höhe von 225 TEUR aus (i. Vj. 669 TEUR).
- Die Erträge aus allgemeinen Spenden lagen bei 4.992 TEUR (ein Plus von ca. 5 % gegenüber dem Vorjahr).
- Die Einnahmen aus öffentlichen Zuschüssen beliefen sich im Jahr 2025 auf 19.055 TEUR (26.884 TEUR im Jahr 2024). Diese Mittel wurden hauptsächlich vom Auswärtigen Amt, vom BMZ und der Europäischen Union zur Verfügung gestellt.
- Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 987 bzw. 13,2 % auf TEUR 8.457 (i. Vj. TEUR 7.470) erhöht.
- Das Anlagevermögen hat sich um TEUR 19 bzw. -5,5 % vermindert, im Wesentlichen aufgrund von Abschreibungen bei den Sachanlagen bzw. für Betriebs- und Geschäfts- bzw. Büroausstattung.
- Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Kontext von Projektleistungen um TEUR 367 vermindert.
- Die Eigenkapitalquote beträgt 21,0 % (i. Vj. 26,8 %).
Gesamtaussage zur Lage: Unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage schätzen wir als zufriedenstellend ein.
Ärzte der Welt e.V. erhielt 2025 weiterhin finanzielle Unterstützung, besonders durch staatliche Mittel, um medizinische Hilfe in Krisengebieten zu leisten. Trotz eines Umsatzrückgangs und eines Jahresfehlbetrags bleibt die finanzielle Lage stabil. Das Haushaltsvolumen für 2026 sinkt um 22 %, weshalb Kostenkontrollen und weitere strukturelle Anpassungen geplant sind. Kürzungen im staatlichen Entwicklungsetat stellen eine Herausforderung dar, doch dank Rücklagen bleibt die Organisation finanziell handlungsfähig.
Werbeformen
Um für unsere Arbeit als Organisation mehr finanzielle Sicherheit zu erreichen und diese auch in den nächsten Jahren zu stabilisieren, sprechen wir regelmäßig mit bestehenden und potenziellen neuen Unterstützer*innen, sowohl in Form von Spendenbriefen, elektronischen Nachrichten, am Telefon oder auch persönlich. Darüber hinaus ist unser Team eine wichtige Anlaufstelle für die Fragen und Anliegen von Menschen, die sich für Ärzte der Welt interessieren. Die Spendengewinnung von Ärzte der Welt wird durch das DZI unabhängig geprüft und bewertet. Die jährliche Verleihung des DZI-Spendensiegel belegt, dass unsere Organisation mit den ihr anvertrauten Spenden verantwortungsvoll und sparsam umgeht und in Informations- und Werbemaßnahmen stets sachlich und wahrhaftig kommuniziert.
Wie bereits im Vorjahr gab es auch 2025 keine Katastrophen, die das Spendenverhalten außergewöhnlich beeinflusst hätten. Gleichzeitig wurde das finanzielle Investment in die Gewinnung von Print‑Neuspenderinnen reduziert. Dies führte insgesamt zu einem Rückgang unserer Spender*innenzahlen, insbesondere im Bereich der Neuspender*innen. Im Jahr 2024 lag die Zahl der Spenderinnen bei 25.801 (Vorjahr: 27.126) und ist damit um knapp 5 % gesunken. Durch gestiegene Durchschnittsspenden und eine weiterhin gute Bindung bestehender Spender*innen konnten die fehlenden Spender*innen jedoch kompensiert werden.
Die Gewinnung von Dauerspender*innen durch Haustürwerbung wurde 2025 wieder aufgenommen und führte zu einem leichten Anstieg auf 8.916 Dauerspenderinnen (Vorjahr: 8.472). Auch in 2026 soll dieser Bereich weiter ausgebaut werden.
In 2025 wurde zudem das persönliche Nachlass- und Großspendenfundraising sowie der Bereich Unternehmenskooperationen weiter gestärkt, unter anderem durch die Gründung einer eigenen Stiftung. Neben vielfältigen Maßnahmen rund um das Jubiläumsjahr wurde auch der Website‑Relaunch abgeschlossen und das CRM‑Migrationsprojekt weiter vorangetrieben – mit dem Ziel, langfristig positive Effekte auf das gesamte Fundraising zu erzielen.
Unsere Arbeit wird erst durch die großzügige Unterstützung unserer Förderer*innen möglich, denen wir herzlich danken.
























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