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Thursday, 2014-12-18

Aufklärungsarbeit gegen Genitalverstümmelung

August 2014. In zahlreichen Ländern Afrikas und des Vorderen Orients wird die Beschneidung an Mädchen praktiziert, bevorzugt in ländlichen Gebieten. Mit breit angelegten öffentlichkeitswirksamen Kampagnen, die über die Gefahren und Spätfolgen der Genitalverstümmelung informieren und aufklären, soll ein Bewusstseinswandel in der Bevölkerung stattfinden.

In zahlreichen Ländern Afrikas und des Vorderen Orients wird die Beschneidung an Mädchen praktiziert, bevorzugt in ländlichen Gebieten. So auch in der äthiopischen Region Afar, eine der heißesten Gegenden der Erde. Hier, im Nordosten Äthiopiens, ist der sogenannte „Pharaonenschnitt“ gebräuchlich, bei dem die Klitoris, die kleinen Schamlippen und ein Teil der großen Schamlippen entfernt werden. Nach dem Vernähen bleibt nur eine winzige Öffnung, die vor dem ersten Geschlechtsverkehr und bei einer Geburt wieder aufgeschnitten werden muss.

Ärzte der Welt startete in Afar Anfang 2014 ein neues Projekt, um gegen dieses brutale Ritual vorzugehen. Ziel des Projekts ist es, dass sich aufgrund eines Bewusstseinswandels langfristig ganze Gemeinden von der grausamen Tradition abwenden. Gelingen soll dies durch breit angelegte öffentlichkeitswirksame Kampagnen, die über die Gefahren und Spätfolgen der Genitalverstümmelung informieren und aufklären. Eine Herausforderung, denn Beschneidung ist ein Tabu-Thema, über das nicht geredet wird. Deshalb kann das Projekt nur gelingen, wenn alle Entscheidungsträger und Personen mit Ansehen mit einbezogen werden. Wie zum Beispiel eine einheimische Hebamme, die junge Mütter über die Folgen für ihr Baby aufklärt und Beschneiderinnen zu Hebammen umschulen wird.

Wichtiger Projektpartner für Ärzte der Welt ist die lokale Organisation ACISDA. Die „Vereinigung für nachhaltige Entwicklung der Afar Gemeinde-Initiative“ ist in der Gegend bekannt und gut vernetzt. Seit Jahren setzt sie sich gegen die Zwangsbeschneidung ein und unterstützt seit 2010 eine Entbindungsstation im Krankenhaus von Dalifage. Ärzte der Welt und ACISDA erwarten sich von dem Projekt, dass Beschneidungen im Mädchenalter seltener durchgeführt werden und dass auch die Säuglingssterblichkeit sinkt.

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