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Gesichter bei Ärzte der Welt - Regine Wingens

Die Geschäftsstelle von Ärzte der Welt freut sich über eine neue Kollegin: Regine Wingens arbeitet im Bereich Finanzen und Verwaltung und betreut die Mitglieder des Vereins Ärzte der Welt. Wir haben mit ihr über ihren Weg zu Ärzte der Welt gesprochen.» mehr

"Das macht mehr als glücklich"

Ob in Stuttgart, Hamburg oder München, in Kambodscha, Myanmar oder Papua-Neuguinea – ohne die verlässliche und tatkräftige Unterstützung der ehrenamtlich tätigen Kollegen wäre die Arbeit von Ärzte der Welt nicht vorstellbar. Stellvertretend für die über 200 Freiwilligen in den Projekten haben wir sechs von ihnen zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Wir wollten von ihnen wissen, warum sie sich engagieren und ob sie sich manchmal als Lückenbüßer fühlen.» mehr

Thursday, 2016-08-11

Ungarn: Die Anspannung nimmt zu

Ungarn hat im Juli damit begonnen, die Grenzkontrollen weiter zu verschärfen und Flüchtlingslager zu räumen. An der Grenze und in den Lagern herrschen besorgniserregende Missstände. Mehrere Teams von Ärzte der Welt betreuen die Menschen in mobilen Kliniken und setzen sich für eine Verbesserung der Situation ein.

Unzureichende Bedingungen in serbischen Flüchtlingslagern

Unzureichende Bedingungen in serbischen Flüchtlingslagern

Ärzte der Welt ist an der serbisch-ungarischen Grenze, an der serbisch-kroatischen Grenze sowie in Belgrad im Einsatz. In unseren drei mobilen Teams versorgen jeweils ein Arzt, verschiedene Dolmetscher, eine Krankenschwester und ein Psychologe die Flüchtlinge. Seit März 2016 behandelt jedes Team etwa vierzig Menschen - und das jeden Tag.

Bei den serbischen Dörfer Kelebia und Horgos befinden sich die wichtigsten Grenzübergänge zwischen Serbien und Ungarn. In zwei großen Transitlagern warteten viele Flüchtlinge hier bisher darauf, die Grenze nach Ungarn passieren zu können. Seitdem die Polizei Anfang Juli die Lager geräumt hat und die Grenzübergänge verschärft kontrolliert, haben sich die Bedingungen für die Flüchtlinge nochmals verschlechtert.

Gewalt gegen Flüchtlinge

Die Migranten auf der Durchreise erhalten keinerlei Betreuung durch die lokalen Behörden, es gibt keine offizielle Unterbringung in Camps mehr und keine Versorgung der Menschen. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, Pakistan und Syrien.

Die Menschen klagen über eine schlechte Behandlung durch die Polizei. Bei dem Versuch die Grenze zu überwinden, kommt es häufig zu gewaltsamen Zusammenstößen. „Flüchtlinge erzählten uns, wie sie von der ungarischen Polizei verprügelt und nach Serbien zurückgedrängt wurden“, sagt Biljana Stankovic, Koordinatorin von Ärzte der Welt Serbien. Einige Flüchtlinge würden sich bei dem Versuch, den Stacheldrahtzaun an der Grenze zu überwinden, verletzen, andere müssten wegen Platzwunden durch Stockschläge, wegen Hundebissen oder nach Tränengaseinsätzen behandelt werden. So musste ein Mann mehrfach am Kopf genäht werden, nachdem er von der ungarischen Polizei gewaltsam nach Serbien zurückgebracht worden war.

Menschen werden medizinisch und psychologisch versorgt

Die Psychologen von Ärzte der Welt berichten vermehrt von Flüchtlingen, die durch diese Erfahrungen traumatisiert sind. Die Flüchtlinge entwickeln Schlafstörungen, Depressionen oder posttraumatische Belastungsstörungen. Nach der langen Zeit der Flucht sind die Menschen völlig erschöpft. Sie seien zunehmend frustrierter und die Anspannung nehme zu, äußert sich Biljana Stankovic besorgt. Durch die psychologische Beratung könnten die Menschen wenigstens eine gewisse Stabilität wiedererlangen.

Die hygienischen Verhältnisse auf der Route sind schlecht und die sanitären Einrichtungen unzureichend: so gebe es zwar chemische Toiletten, diese würden aber nicht geleert, so dass die Menschen sie nicht mehr benutzen wollen, so Biljana Stankovic. Die Teams von Ärzte der Welt beobachten deshalb die Zunahme von Hautkrankheiten und Atemwegsinfektionen. Menschen mit chronischen Krankheiten leiden besonders unter dieser lange andauernden Situation: Sie haben während der Flucht oft keinerlei Zugang zur nötigen medikamentösen Behandlung. In den mobilen Kliniken der Ärzte der Welt-Teams erhalten sie zumindest eine medizinische Grundversorgung.

Ärzte der Welt verurteilt die Haltung der ungarischen Behörden und prangert die Sicherheitspolitik an, die die Rechte dieser Menschen verletzt. Jedes einzelne Land in Europa muss einen Teil der Verantwortung tragen und eine menschenwürdige Umgebung für diejenigen schaffen, die vor Armut und bewaffneten Konflikten fliehen mussten. Wir bekräftigen die dringende Notwendigkeit, rechtlich abgesicherte und allgemein sichere Zugangswege für Menschen zu schaffen, die ihr Land verlassen mussten. Die Europäische Union muss die Grundrechte der Flüchtlinge respektieren, indem sie ihnen auf ihrem Weg besonderen Schutz zusichert.

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