Krieg in der Ukraine: Ärzte der Welt muss Maßnahmen vorübergehend stoppen

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Schon seit Jahren gibt es immer wieder Bombardierungen im Donbass, wie hier 2017. Foto: E. Maloletka

Krieg in der Ukraine: Ärzte der Welt bringt Mitarbeitende in Sicherheit

 

Krieg in der Ukraine: Ärzte der Welt bringt Mitarbeitende in Sicherheit

München/Berlin/Kiew - Nach der militärischen Eskalation in der Ukraine bringt Ärzte der Welt seine internationalen Mitarbeiter*innen an sichere Orte und trifft Maßnahmen zum Schutz der lokalen Mitarbeiter*innen. Das Gesamtteam in der Ukraine besteht aus rund 100 Fachkräften.

Ärzte der Welt bietet seit fast acht Jahren humanitäre Hilfe und Gesundheitsversorgung für die Menschen, die entlang der 427 km langen Kontaktlinie in den ostukrainischen Provinzen Luhansk und Donezk leben. In dieser Zeit haben die Teams rund 125.000 Konsultationen durchgeführt. Aufgrund dieser Arbeit profitiert Ärzte der Welt in der Ukraine von der großen Akzeptanz in der Bevölkerung und beabsichtigt, die Menschen weiterhin zu unterstützen, sobald sich die Lage stabilisiert und die Teams wieder in die Einsatzgebiete zurückkehren können.

„Als humanitäre Organisation sind wir zutiefst besorgt um die betroffene Zivilbevölkerung, insbesondere in den Provinzen Donezk und Luhansk”, sagt Ärzte der Welt-Direktor François De Keersmaeker. „Die Menschen, die dort leben, werden große Schwierigkeiten haben, Zugang zu medizinischer Versorgung und psychologischer Unterstützung zu erhalten - und das in einer Zeit, in der beides so dringend benötigt wird. Wir fürchten um das Leben unserer Patient*innen in einer Region, in der 30 Prozent über 60 Jahre alt sind und viele ständige medizinische Betreuung und Zugang zu Medikamenten für die chronischen Krankheiten benötigen, an denen sie leiden. Jetzt, da unsere mobilen Einheiten nicht mehr arbeiten können, ist die Situation für sie noch schwieriger als je zuvor.”

Bei allen politischen und militärischen Entscheidungen muss jetzt der Schutz von Menschenleben absolute Priorität haben. Ärzte der Welt appelliert dringend an die Konfliktparteien, im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht, Menschen  und zivile Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern zu schützen. Darüber hinaus muss die humanitäre Hilfe erleichtert werden und es müssen sichere Wege für diejenigen geöffnet werden, die die Ukraine verlassen müssen. Alle Staaten, die als sichere Länder gelten, müssen für Menschen aus den betroffenen Regionen offen sein.

Schon vor der gestrigen Eskalation des Konflikts waren fast drei Millionen Menschen in der Ukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Mehr als 850.000 sind Binnenvertriebene. Ärzte der Welt befürchtet, dass diese Zahlen dramatisch ansteigen werden.

 

Ärzte der Welt wird alles daran setzen, den Menschen schnellstmöglich zu helfen. Bitte unterstützen Sie uns dabei mit einer Spende.