Syrien: Kinder spielen in einem Zeltlager. Ärzte der Welt leistet medizinische Hilfe nach dem Erdbeben in der Türkei und Syrien. ©Bakr-Al- Kasem

Unsere Hilfe im Nahen Osten
Region im humanitären Ausnahmezustand

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Die Lage im Nahen Osten bleibt hochdynamisch und belastet die Zivilbevölkerung stark. Ärzte der Welt muss kontinuierlich auf neue Entwicklungen reagieren, um den Zugang zu medizinischer Versorgung aufrechtzuerhalten. Unsere Teams werden jetzt verstärkt und versorgen verletzte und besonders gefährdete Menschen medizinisch, richten mobile Kliniken ein, unterstützen lokale Gesundheitseinrichtungen und stellen dringend benötigte Medikamente und Ausrüstung bereit, um die Gesundheitsversorgung in der Krise aufrechtzuerhalten.

Wir helfen den Menschen vor Ort, in Syrien, Jemen, Iran, Palästina und weiteren Ländern.

Naher Osten

Bevölkerung im Kreuzfeuer

Die derzeitige Entwicklung des Konflikts im Nahen Osten lässt katastrophale Folgen für das Leben und die Gesundheit vieler Zivilist*innen befürchten. Ärzte der Welt ist in mehreren Ländern präsent: im Libanon, in Palästina, Syrien, Jemen und Irak. Unsere Teams erheben Bedarfe, um den Menschen gezielt zu helfen.

Dank unserer langjährigen Erfahrung in der Region kann Ärzte der Welt auch in komplexen und häufig gefährlichen Gegebenheiten effektiv Hilfe leisten:

Im Gazastreifen sitzt die Bevölkerung unter schlimmsten Bedingungen und auf engstem Raum fest. Dort leisten wir beispielsweise medizinische und psychologische Unterstützung. Auch die Palästinenser*innen im Westjordanland können sich nicht frei bewegen und sind häufig Übergriffen durch radikale Siedler*innen oder das israelische Militär ausgesetzt. Ihnen leisten wir vor allem psychosoziale Hilfe. 

Die Gesundheitssysteme in Syrien, Jemen und Irak sind nach vielen Jahren Krieg extrem geschwächt. Ärzte der Welt stärkt die lokalen Strukturen unter anderem, indem wir medizinische Grundversorgung anbieten. Auch Geld und Sachleistungen stellen wir zur Verfügung. 

Beispiele für unsere Hilfe im Nahen Osten 

Libanon

Mehrere Regionen des Libanon sind von den breit angelegten israelischen Luftangriffen betroffen. Von den südlichen Vororten Beiruts über den Südlibanon bis zur Bekaa-Eben haben sie zahlreiche Wohngebiete zerstört oder beschädigt, auch in dicht besiedelten Vierteln der Hauptstadt. Neben Todesopfern und Verletzten führen die Bombardierungen zu erheblichen psychischen Belastungen in der Bevölkerung. Rund 14 Prozent des Landes stehen unter Evakuierungsanordnung, aber nur ein kleiner Teil der vertriebenen Bevölkerung hat in Sammelunterkünften Zuflucht gefunden.

In dieser dramatischen humanitären Lage hat Ärzte der Welt seine medizinischen und psychologischen Hilfsmaßnahmen ausgeweitet. Wir unterstützen Gesundheitszentren und mobile Kliniken, setzen zusätzliches Personal ein und haben unser Lager mit Hilfsgütern aufgestockt. Gleichzeitig setzen wir uns politisch für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts im Libanon ein.

Palästinensische Gebiete 

Kampf ums Überleben: Im Gazastreifen steht die Zivilbevölkerung – darunter auch unsere Mitarbeitenden – fast ständig unter Beschuss. Es gibt kaum Lebensmittel oder sauberes Trinkwasser und die oft schon zum wiederholten Mal vertriebenen Menschen kämpfen buchstäblich ums Überleben. Wir helfen mit mobilen medizinischen Teams, Material für Hygiene und Medizin sowie mit Lebensmittelpaketen. Wir führen auch Impfungen durch, was besonders wichtig ist, weil sich Krankheiten wie Polio auszubreiten drohen.

Im Westjordanland liegt unser Schwerpunkt auf der psychosozialen Unterstützung von Palästinenser*innen, die von den Folgen der israelischen Besatzung besonders schwer betroffen und häufig mit Gewalt konfrontiert sind. Außerdem setzen wir uns für die Prävention von geschlechtsbezogener Gewalt ein.

Syrien

Gesundheitssystem stärken: Auch nach dem Sturz des Machthabers Assad sind die medizinischen Bedarfe in Syrien enorm. Durch den langjährigen Krieg sind die Strukturen zur Gesundheitsversorgung stark beschädigt. Zahlreiche Menschen leben noch in Flüchtlingscamps, Hunderttausende sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Ärzte der Welt arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen daran, die Gesundheitsstrukturen zu stärken. Wir bieten der Bevölkerung eine medizinische Grundversorgung und konzentrieren uns besonders auf die Behandlung von Vertriebenen und chronisch Kranken. Ein weiterer Fokus ist die Frauengesundheit, vor allem Schwangerschaftsvor- und Nachsorge. Daneben bieten unsere Psycholog*innen Unterstützung und Hilfe an.

Irak

Auch im Irak bleibt die Sicherheitslage weiterhin angespannt, und die Entwicklungen der vergangenen Tage haben zu einer spürbaren Verschärfung der Gesamtsituation geführt. Vor diesem Hintergrund prüfen wir derzeit verschiedene Optionen für eine mögliche Nothilfe sowie potenzielle Einsatzgebiete.

Auch, wenn Ärzte der Welt Deutschland das eigene Irak-Projekt 2023 beendet hat, so sind noch Ärzte der Welt Frankreich und Spanien dort tätig. Sie bemühen sich, unter den derzeitigen Bedingungen und mit den limitierten Möglichkeiten, eine Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten.

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Einblicke in unsere Arbeit im Nahen Osten 

Syrien

Abdul Rahim, 23 Jahre

Syrien, Idlib: Eine Mitarbeiterin spricht mit einem Mann, er hört konzentriert zu. Nach dem Erdbeben an der syrisch-türkischen Grenze leistete Ärzte der Welt medizinische und psychologische Nothilfe. © Ärzte der Welt
© Ärzte der Welt

Abdul Rahim ist 23 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seinen sechs Geschwistern im Nordwesten Syriens. Aufgrund des Bürgerkriegs musste Rahim seine Heimatstadt verlassen. Er verlor fast alles, was er besaß, und musste seine Ausbildung abbrechen.

Abdul Rahim ist 23 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seinen sechs Geschwistern im Nordwesten Syriens. Aufgrund des Bürgerkriegs musste Rahim seine Heimatstadt verlassen. Er verlor fast alles, was er besaß, und musste seine Ausbildung abbrechen. Er versuchte, trotz der schwierigen Bedingungen im Handel und in der Landwirtschaft Fuß zu fassen. Doch bald wurde Rahim von Panikattacken geplagt. Er hatte Angst, seine Arbeit zu verlieren, oder dass ihm etwas Furchtbares zustoßen würde. Glücklicherweise erfuhr er von dem Angebot von Ärzte der Welt Türkei. Das Team führte eine Reihe psychologischer Beratungen mit besonderem Fokus auf Stressmanagement, den Umgang mit Angstzuständen und Entspannungstechniken mit ihm durch. Rahim gelang es, den Teufelskreis der Angst zu durchbrechen.

Abdul Rahim, Syrien

Foto: Symbolbild.

Syrien

„Das Gesundheitszentrum von Ärzte der Welt erleichtert unser Leid“

Alia Saaed (Name geändert) lebt in einem Flüchtlingscamp und ist Patientin von Ärzte der Welt. © Ärzte der Welt
© Ärzte der Welt

Die achtfache Mutter Alia Saaed musste wegen des Krieges mit ihrem Mann und ihren Kindern aus ihrer Heimat in Nordwest-Syrien fliehen. Die Familie lebt nun in einem kleinen Flüchtlingscamp. Dort ist das Leben sehr hart. Die Familie ist arm und nicht ausreichend vor Kälte geschützt. Alia Saaeds Mann versucht, als Tagelöhner Geld zu verdienen, ist aber schon seit Monaten arbeitslos.

Die achtfache Mutter Alia Saaed musste wegen des Krieges mit ihrem Mann und ihren Kindern aus ihrer Heimat in Nordwest-Syrien fliehen. Die Familie lebt nun in einem kleinen Flüchtlingscamp. Dort ist das Leben sehr hart. Die Familie ist arm und nicht ausreichend vor Kälte geschützt. Alia Saaeds Mann versucht, als Tagelöhner Geld zu verdienen, ist aber schon seit Monaten arbeitslos.

„Das Gesundheitszentrum von Ärzte der Welt ist nur etwa zehn Minuten zu Fuß von unserem Camp entfernt. Das medizinische Personal geht sehr freundlich und entgegenkommend mit uns um und untersucht die Patient*innen sorgfältig.“

Alia Saaed*, Syrien

*Name geändert

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit in Nahost: