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Versorgung in der Kindersprechstunde in Hamburg. Foto: Bente Stachowske

Gesundheitsreport 2020

Krank und ohne medizinische Versorgung in Deutschland: Wie in Deutschland das Menschenrecht auf Gesundheit verletzt wird
 

Auch 2019 haben vor allem Menschen, die von Armut und prekären Arbeits- und Wohnverhältnissen betroffen sind, unsere Sprechstunden aufgesucht. Diese Personen sind nicht nur einer besonders hohen Gefahr ausgesetzt, zu erkranken, sondern auch mit zahlreichen Barrieren beim Zugang zu medizinischen Leistungen konfrontiert. Gesetzliche, sprachliche, bürokratische und andere Hindernisse stehen zwischen ihnen und ihrem Recht auf eine bestmögliche Gesundheitsversorgung.

Im vorliegenden Bericht werden diese Barrieren näher beleuchtet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Situation von Schwangeren, da es für sie besonders gefährlich ist, wenn sie keine ausreichende medizinische Versorgung erhalten.

Der Gesundheitsreport basiert auf einer wissenschaftlichen Auswertung von Patient*innendaten, die von Januar bis Dezember 2019 in den Ärzte der Welt-Projekten in München, Hamburg und Berlin erhoben wurden. Die Analyse der Daten hilft uns dabei, die Bedarfe unserer Zielgruppen und ihre Problemlagen besser zu verstehen und unser Angebot darauf abzustimmen.

Gleichzeitig soll der Bericht die Öffentlichkeit über die aktuelle Situation informieren und für Missstände sensibilisieren. In der deutschen Versorgungslandschaft stellen die von Ärzte der Welt gesammelten Daten einen einzigartigen Fundus dar, da die untersuchten Zielgruppen zum Teil wegen fehlender Meldeadressen oder Sprachbarrieren für andere Erhebungen, wie zum Beispiel den Mikrozensus, nicht erreichbar sind. Indem wir politischen Entscheidungsträger*innen, Akteur*innen aus der Wissenschaft, dem Gesundheitswesen sowie anderen Vereinen und Wohlfahrtsverbänden diese Daten zugänglich machen, wollen wir auch auf diesem Wege zu einer besseren Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Deutschland beitragen.