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Fast 1,5 Million Menschen halten sich derzeit in Mossul auf, darunter 600.000 Kinder und Jugendliche. Foto: Guillaume Pinon

Kampf um Mossul – Dramatische Lage für eingeschlossene Zivilbevölkerung

 

Am 17. Oktober begann die Militäroperation einer internationalen Koalition zur Vertreibung des IS aus der nordirakischen Stadt Mossul. Ärzte der Welt fordert die Einhaltung des internationalen humanitären Völkerrechts: Der Schutz der Zivilisten muss gesichert und Nicht-Regierungsorganisationen der Zugang zur Bevölkerung gewährleistet werden.

Fast 1,5 Millionen Menschen sind derzeit in Mossul gefangen, darunter rund 600.000 Kinder und Jugendliche. In den vergangenen Tagen hat der IS zusätzlich Tausende Zivilisten aus Dörfern im Umland entführt und in die Stadt gebracht. Die Vereinten Nationen fürchten, dass diese Menschen gezielt zu IS-Kommandozentralen verschleppt und als menschliche Schutzschilde eingesetzt werden. Ärzte der Welt drückt seine große Sorge um die Bevölkerung aus.

Zivilisten dürfen nicht Opfer von Militärstrategien werden

Die Menschen bereiten sich auf schwierige Zeiten vor. “Die intensive Berichterstattung in den Medien über den Kampf um Mossul gibt uns Hoffnung, dass die bewaffneten Kräfte, auch die der internationalen Koalition,  besonders um die Zivilbevölkerung sich sorgen”, sagt François De Keersmaeker Direktor von Ärzte der Welt. “Wir erinnern alle Kriegsparteien an die Notwendigkeit, das internationale humanitäre Völkerrecht zu respektieren. Dieses beinhaltet den Schutz der Bevölkerung und absolut uneingeschränkte Zugang von Nicht-Regierungsorganisationen.”

Ärzte der Welt bereits im Irak aktiv

Die Teams von Ärzte der Welt sind seit November 2014 an mehreren Orten im Irak im Einsatz, zum Beispiel in den Camps in der Kurdenregion Dohuk. Im Dawodia und Chamisko Camp bieten die medizinischen Teams vertriebenen und besonders schutzbedürftigen Menschen eine Basisgesundheitsversorgung, gynäkologische und kindermedizinische Versorgung sowie psychologische Betreuung an. 2015 wurden weiter südlich, im Gouvernement Kirkuk, drei weitere mobile Kliniken eingerichtet, um der großen Zahl von neuen Binnenflüchtlingen und der heimischen Bevölkerung gerecht zu werden. Auch hier erhalten die Menschen eine Basisgesundheitsversorgung, gynäkologische und kindermedizinische Behandlungen sowie Angebote zur psychologischen Stabilisierung. Seit September 2016 betreibt Ärzte der Welt zusätzlich eine mobile Klinik im Distrikt Ninewa.

Die Situation im Irak ist äußerst besorgniserregend. 3,3 Millionen Binnenflüchtlinge suchen in anderen Landesteilen Zuflucht, gleichzeitig sind 35 Prozent der Ärzte aus dem Land geflohen. Der Einsatz von Ärzte der Welt ist dringend nötig, um die geflohenen Menschen in den Flüchtlingscamps medizinisch und psychologisch zu versorgen.

Das Auswärtige Amt unterstützt die Aktivitäten von Ärzte der Welt im Irak.