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Ein junger Mann mit seiner Tochter im Westjorndanland. Foto: Ärzte der Welt

Auf verlorenem Posten

Auf verlorenem Posten

Die Palästinenser im Westjordanland sind Übergriffen radikaler israelischer Siedler oft schutzlos ausgeliefert. Ärzte der Welt leistet Betroffenen psychosoziale Hilfe. Hier berichten drei von Ihnen von der alltäglichen Gewalt und den Einschüchterungsversuchen.

Zeyad Shehadeh, Urif, Westjordanland. Foto: Ärzte der Welt
Zeyad Shehadeh, Urif, Westjordanland. Foto: Ärzte der Welt
Zeyad Shehadeh, Urif, Westjordanland

Meine Familie und ich werden immer wieder von israelischen Siedlern angegriffen. Einmal bin ich gegen drei Uhr morgens von einer Explosion geweckt worden. Ich bin zum Fenster gelaufen und habe gesehen, dass unser Auto brannte. Meine Nachbarn und ich konnten das Feuer mit Erde löschen. Aber es hat eine Dreiviertelstunde gedauert und das Auto war danach völlig zerstört. Zurzeit muss ich mir den Wagen von meinem Cousin leihen, damit ich zu meiner Arbeit als Lehrer fahren und Geld verdienen kann. Es ist schon das dritte Auto, dass durch Brandstiftung zerstört worden ist. Eine Zeit lang haben meine Frau, meine zwei kleinen Kinder und ich aus Angst vor Anschlägen in einem Raum in der Mitte des Hauses geschlafen – weit weg von den Fenstern. Aber inzwischen haben wir Zäune gebaut und Gitterstäbe vor die Fenster gemacht, so dass wir ins Schlafzimmer zurück konnten.

Ahmad Tafeh Abu Nijim, Quaryut. Westjordanland. Foto: Ärzte der Welt
Ahmad Tafeh Abu Nijim, Quaryut. Westjordanland. Foto: Ärzte der Welt

 

Ahmad Tafeh Abu Nijim, Quaryut. Westjordanland

Das Grundstück, auf dem ich 1951 geboren wurde, ist von Israel konfisziert worden. Mir sind noch einige Olivenbäume geblieben, die mein Vater 1940 gepflanzt hat. Aber vor kurzem haben israelische Siedler ihre Schafe zwischen die Bäume getrieben und dabei die Ernte beschädigt. Ich habe Angst, dass ich dieses Land auch noch verliere und dann nichts mehr habe, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn das passiert, liegt mein Schicksal allein in den Händen Allahs.

 

Brussly Dakheel Eid, Burin, Westjordanland. Foto: Ärzte der Welt
Brussly Dakheel Eid, Burin, Westjordanland. Foto: Ärzte der Welt
Brussly Dakheel Eid, Burin, Westjordanland

Es war im April 2011, ich war gerade von meiner Arbeit als Polizist zurück gekommen, bepackt mit meinen Einkäufen für ein großes Familienessen. Ich hatte gute Laune, denn es war ein schöner Tag und wir waren gerade dabei, unser neues Haus zu bauen. Plötzlich merkte ich, dass jemand Steine auf das Haus warf. Ich habe zu meiner Frau und meiner Tochter gesagt, dass sie ruhig bleiben und nicht vor die Tür gehen sollen. Dann bin ich raus gegangen und da waren etwa ein Dutzend Siedler, die Steine warfen. Ich habe ihnen gesagt, dass sie aufhören sollen. Sie begannen, auf mich zu schießen und trafen meinen Arm, mein Fußgelenk und meinen Bauch. Ich habe immer noch Narben dort, wo die Kugeln mich getroffen haben. Durch die Verletzungen habe ich nun eine Behinderung und habe deswegen meinen Job verloren. Meine Familie leidet sehr unter der Situation. Eines meiner Kinder sagt immer: „Ich fühle mich dauernd gestresst, auch wenn ich zur Schule gehe. Ich fühle mich schlecht und ich bin wütend und würde am liebsten zu Hause bleiben. Egal, was sie mir in der Schule beibringen, ich vergesse es sofort, weil ich mich nicht konzentrieren kann“.

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