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Mann sitzt zwischen Trümmern nach Bombardierungen im Jemen
Nothilfe

Kein Ende der humanitären Katastrophe in Sicht

Kein Ende der humanitären Katastrophe in Sicht

Nach Monaten vergleichsweiser Ruhe und scheinbarer diplomatischer Fortschritte, ist die Gewalt im Jemen in den vergangenen Wochen wieder eskaliert. Die Menschen leiden weiter unter massiven Bombardierungen und der Blockade der See- und Flughäfen, die die Einfuhr von lebenswichtigen Gütern behindert.

31 Zivilisten starben allein bei einem Angriff auf den nordjemenitischen Regierungsbezirk Al-Jawf Mitte Februar, ein weiteres Dutzend wurde verletzt. Eine Woche zuvor war ein Krankenhaus in der Stadt Marib, in dem bis zu 15.000 Menschen untergebracht sind, angegriffen worden. Ein weiteres Krankenhaus und eine mobile Klinik in der Nähe wurden ebenfalls beschädigt.

Diese Angriffe sind völkerrechtswidrig und schwächen zusätzlich das jemenitische Gesundheitssystem, das nach über fünf Jahren Krieg am Rande des Kollaps steht. Ein großer Teil der medizinischen Einrichtungen ist gar nicht oder nur teilweise in Betrieb. Gleichzeitig ist der Bedarf an medizinischer Versorgung riesig. Bezahlbare Lebensmittel sind knapp und wegen des Mangels an sauberem Wasser können sich ansteckende Krankheiten leicht ausbreiten.

Immerhin ist es der UN Anfang Februar gelungen, einige wenige schwerkranke Patient*innen – die meisten davon Frauen und Kinder – auszufliegen, damit sie im Ausland behandelt werden können. Dies war zwar ein wichtiger Durchbruch für die humanitäre Hilfe, jedoch zunächst nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Insgesamt sind über 24 Millionen der rund 30,5 Millionen Einwohner*innen Jemens auf Unterstützung angewiesen. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Katastrophe der Welt.

 

 

Was wir tun

Ärzte der Welt bietet in 16 Gesundheitseinrichtung im Norden und im Süden des Landes in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium grundlegende medizinische Leistungen an. Dazu gehören

  • allgemeinmedizinische Sprechstunden,
  • Schwangerschaftsvor- und nachsorge,
  • Impfungen,
  • Behandlung bei akuter Unterernährung und
  • psychosoziale Unterstützung.

Bis Ende 2020 sollen die Aktivitäten auf fünf weiter Gesundheitseinrichtungen ausgeweitet werden. Im vergangenen Jahr hat Ärzte der Welt zusätzlich ein Büro in Aden eröffnet. Vom afrikanischen Dschibuti, auf der gegenüberliegenden Seite des Golfs von Aden, hilft ein Team bei der Organisation.

Besonders gefährdete Personen, wie schwangere Frauen und Kinder, stehen auch im Jemen im Zentrum unserer Arbeit. Gleichzeitig konzentrieren wir uns darauf, die Ausbreitung von Epidemien zu verhindern. Und wir helfen beim (Wieder-) Aufbau von Gesundheitseinrichtungen.

Auch politisch setzt sich Ärzte der Welt dafür ein, dass das Leiden der Menschen im Jemen endlich aufhört. Wir bemühen uns darum, ein Bewusstsein für den Konflikt zu schaffen und aufzuzeigen, inwieweit auch europäische Regierungen eine Mitschuld an der Gewalt gegen die Zivilbevölkerung haben – zum Beispiel indem sie Waffenlieferungen an Kriegsparteien genehmigen. Wir versuchen, Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben, sich für einen echten, dauerhaften Waffenstillstand einzusetzen.

Im November 2019 war die Generalkoordinatorin des Projektes Wafa'a Al Saidy in Europa um Journalisten, Politiker, Spender und interessierte Bürger*innen über die Situation in ihrer Heimat zu informieren.

 

 

Was wir erreicht haben

2019 wurden mit Unterstützung von Ärzte der Welt unter anderem rund

  • 219.000 medizinische Konsultationen durchgeführt
  • 24.000 Kinder auf Mangelernährung untersucht
  • 75.000 psychosoziale Einzel- und Gruppenkonsultationen abgehalten.

 

Unser Projekt im Jemen wird vom Auswärtigen Amt und Sternstunden unterstützt. Aufgrund des riesigen Bedarfs vor Ort sind wir zusätzlich auf Spenden angewiesen. Wir dürfen die Menschen im Jemen nicht vergessen! Helfen auch Sie!

 

 

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