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Humanitäre Katastrophe eskaliert

 

Heftige Gefechte haben im Nordwesten Syriens Hunderttausende vertrieben. Doch es gibt immer weniger Zufluchtsorte. Bei Frost, Schnee und Regen kämpfen die Menschen ums Überleben.
 

„Es ist ein Albtraum.“ Hakan Bilgin klingt am Telefon müde und abgekämpft. Gemeinsam mit anderen in der Region tätigen Kollegen bespricht der Präsident von Ärzte der Welt Türkei gerade das weitere Vorgehen angesichts der seit einigen Wochen eskalierenden Situation im Norden Syriens.

Auch Wohnhäuser und zivile Einrichtungen, wie Krankenhäuser und Schulen werden bombardiert. Dies hat zu einer sich rapide verschlimmernden humanitären Katastrophe geführt. Rund 900.000 Menschen, die Mehrzahl von Ihnen Frauen und Kinder, sind seit Dezember vertrieben worden. Über 300 Todesopfer haben die Kämpfe nach UN-Angaben seit Anfang des Jahres schon gefordert. Täglich sterben Kinder an der Kälte und den schrecklichen Lebensbedingungen auf der Flucht. Gleichzeitig rückt die Gewalt immer näher an die dicht besiedelten Gebiete der Provinz Idlib heran und die Flüchtlinge werden in ein zunehmend schmaler werdendes Gebiet an der Grenze zur Türkei gedrängt.

Auch für das humanitäre Personal und seine Familien wird die Situation immer gefährlicher. „Gestern gab es eine Explosion wenige Meter neben einer unserer Kliniken in der Nähe der türkischen Grenze.“  Verletzt wurde diesmal zum Glück niemand. Insgesamt ist Ärzte der Welt in fünf Kliniken in der Provinz Idlib aktiv. „Wir sind in engem Kontakt mit unseren Mitarbeiter*innen, um herauszufinden, wie wir sie unterstützen können,“ so Hakan Bilgin. Gleichzeitig ist der Bedarf an medizinischer Hilfe den Umständen entsprechend riesig. Die Zahl der in den Kliniken durchgeführten Konsultationen hat sich teilweise mehr als verdoppelt.
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