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Rettungssanitäter bringen Schwerverletzte in die türkische Grenzstadt Reyhanli.

Khan Shaikun: Hölle auf Erden

 

Hunderte Zivilisten in Khan Shaikun sind Opfer von Giftgasangriffen geworden. Ärzte der Welt verurteilt diese Attacken aufs Schärfste und fordert die Ahndung dieses Kriegsverbrechens. Erste Krankenwagen konnten die türkisch-syrische Grenze am Posten Bab-Al Hawa überqueren, einige Patienten konnten so in die Türkei in das Reyhanli State Hospital gebracht werden.

Unsere Partner vor Ort beklagen 86 Tote und 160 Verletzte. Der Zustand vieler Verletzter ist kritisch und wir müssen befürchten, dass die Zahl der Toten weiter steigen wird.

„Die Symptome (übermäßiger Speichelfluss, Atembeschwerden, Übelkeit, Übergeben, gefolgt von Krämpfen) sind sehr wahrscheinlich auf den Einsatz des Giftgases Sarin zurückzuführen. Ärzte der Welt stellt zu dieser Stunde medizinische Kits mit Gegengiften, wie zum Beispiel Atropin, zusammen, um die Bevölkerung und das medizinische Personal zu schützen“, erklärt  François De Keersmaeker, Direktor von Ärzte der Welt Deutschland.

In Syrien müssen humanitäre Hilfskorridore sofort eingerichtet und die Menschen versorgt werden. Die humanitäre Situation wird von Tag zu Tag schlechter - die humanitären Helfer stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Unterdessen finden die Angriffe auf Zivilisten und Krankenhäuser kein Ende. „Wir zählen 136 medizinische Einrichtungen, die 2016 bombardiert wurden. Die Situation ist katastrophal, die Bevölkerung erlebt seit sechs Jahren die Hölle auf Erden. Wann öffnet die internationale Gemeinschaft endlich die Augen für dieses Massaker?“ fragt Dr. Françoise Sivignion, Präsidentin von Ärzte der Welt Frankreich. Was sollen wir von den Syrien-Konferenzen in Genf halten, die nicht in der Lage sind, einen Friedensplan zu verabschieden? Was sollen wir von einer UN halten, deren Resolutionen durch Vetos wiederholt im Sicherheitsrat blockiert werden? Ärzte der Welt fordert die Führungsriege dieser Welt auf, gegen diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorzugehen!

 „Wir brauchen die internationale Gemeinschaft, um nach Lösungen zur Beendigung  dieses unerträglichen Krieges zu suchen. Der Giftgasangriff ist ein erneuter Gipfel der Kriegsverbrechen der letzten Jahren. Er ist aber nur die Spitze des Eisberges in einer Spirale der Grausamkeit. Als medizinische Hilfsorganisation stehen wir an der Seite der Opfer als Zeuge und Mitleidende der Erreignisse“, so De Keersmaeker.

Ärzte der Welt hat in Syrien stationäre und mobile Kliniken errichtet, um fehlende Infrastruktur auszugleichen und dadurch eine medizinische Erstversorgung für die Zivilbevölkerung der Regierungsbezirke Idlib zu gewährleisten. Außerdem unterstützt die Organisation syrische Partner, die in weiteren Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäusern aktiv sind.


Dieses Programm wird vom Auswärtigen Amt finanziert.