Eine Mitarbeiterin von Ärzte der Welt spricht tröstet eine Frau in der Ukraine © Yevhenii Lykhosherst

Ukraine:
Medizinische Versorgung im Kriegsalltag

Die Situation in der Ukraine ist und bleibt kritisch: Schätzungsweise 10,8 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter etwa 7,8 bis 9,2 Millionen Menschen, die gezielt medizinische Unterstützung benötigen. Trotz aller Hindernisse konnten die Teams von Ärzte der Welt viel erreichen.

Der Krieg in der Ukraine zehrt an den Menschen – vor allem in Gebieten nahe der Front. Gerade dort wird eine funktionierende Gesundheitsversorgung besonders dringend gebraucht: Daten aus unseren Projekten zeigen, dass in den Gebieten entlang der Kampflinien 59 Prozent der Menschen angeben, in einem schlechten oder sehr schlechten Gesundheitszustand zu sein, verglichen mit 47 Prozent in anderen Gegenden. Auch der Bedarf an psychologischer Unterstützung nimmt zu: 72 Prozent der Befragten leiden unter Angst- oder Depressionssymptomen.

Dieses Jahr ist das Ziel unserer humanitären Hilfe, mindestens 4,1 Millionen der am stärksten gefährdeten Menschen zu erreichen. Doch anhaltende Kampfhandlungen, zerstörte Infrastruktur, die Vertreibung der Menschen und Finanzierungslücken beschränken den Zugang zu grundlegenden Gesundheitsdiensten, spezialisierter Behandlung und psychologischer Betreuung weiterhin.

Trotz aller Herausforderungen konnten unsere Teams allein im Monat März viel bewegen

Die Angebote von Ärzte der Welt haben 4.800 Ukrainer*innen erreicht.

  • 2.609 durchgeführte Konsultationen zur medizinischen Grundversorgung. Das entspricht in etwa den Leistungen einer Hausarztpraxis
  • 2.067 Patient*innen konnten in Sitzungen zur psychischen Gesundheit stabilisiert werden
  • 1.855 Beratungen und Behandlungen zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit wurden wahrgenommen
  • 1.708 Menschen kamen zu unseren Aufklärungsveranstaltungen

Zeitgleich hat Ärzte der Welt die Gesundheitsangebote in unterversorgten und neu erschlossenen Gebieten weiter ausgebaut, darunter im östlichen Dnipro und an Orten, die zuvor von anderen humanitären Akteuren abgedeckt worden waren. Die Aktivitäten konzentrierten sich auf Gemeinden, in denen es weder ausreichendes medizinisches Personal noch Apotheken gibt, sowie auf Zentren für Binnenvertriebene, in denen besonders schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen untergebracht sind. Dazu gehören Personen mit eingeschränkter Mobilität, die aus den Frontgebieten fliehen mussten. Mobile Einheiten unserer Teams konnten im März 1.057 Menschen in abgelegenen und unterversorgten Gebieten erreichen.

Bitte helfen Sie Menschen in der Ukraine und weltweit mit einer Spende!

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Hilfe für Veteranen

Gerade Soldat*innen, die sich nach dem Kriegsdienst wieder im zivilen Leben einfinden müssen, stehen vor großen psychosozialen Herausforderungen. Psycholog*innen haben daher spezielle Angebote zu psychischer und mentaler Gesundheit für Veteranen entwickelt. Dazu gehören Gruppensitzungen und spezielle Schulungen, kunsttherapeutische Aktivitäten und gemeindebasierte Unterstützungsmaßnahmen, die in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern durchgeführt wurden.

Diese Bemühungen zielen darauf ab, die psychische Widerstandskraft der vom Konflikt betroffenen Bevölkerungsgruppen zu stärken. Das betrifft vor allem ehemalige Soldat*innen, ihre Familien und Geflüchtete. Unsere Angebote sind besonders wichtig in Gebieten, die nach dem Rückzug anderer Akteure unterversorgt waren. So gewährleisten wir eine kontinuierliche Versorgung und kommen dringenden, bisher ungedeckten Bedarfen nach.

Gesundheitsversorgung muss stetig ausgebaut werden

Dennoch müssen die Angebote noch wesentlich und vor allem flächendeckend verbessert werden. Deutlich wird dies bei der medizinischen Versorgung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit: Nur jede fünfte Schwangere hat Zugang zu Vorsorgemaßnahmen. Es ist nur ein Beispiel für die erheblichen Lücken in den Gesundheitsversorgung von Müttern und den Bedarf an nachhaltiger, flexibler humanitärer Unterstützung.

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