In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus aus, inzwischen sind Dutzende Menschen daran gestorben und haben sich Hunderte infiziert. Die WHO hat vergangene Woche den „Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite“ und damit die zweihöchste Alarmstufe ausgerufen. Man geht davon aus, dass deutlich mehr Menschen davon betroffen sind, als bekannt. Was das für unsere Teams in Nord-Kivu bedeutet.
Bitte helfen Sie den von Ebola bedrohten Menschen mit einer Spende!
Am Dienstag, 16. Mai, wies die jüngste Meldung des kongolesischen Gesundheitsministeriums 136 Todesfälle und 543 Verdachtsfälle im Land aus, was die WHO dazu veranlasste, einen „gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite“ auszurufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Ärzte der Welt ist in der Provinz Nord-Kivu in Goma und Mweso präsent. Nun passen die Teams ihre Aktivitäten in der Region an, um die Mitarbeitenden und die von ihr versorgte Bevölkerung zu schützen.
Konkrete Maßnahmen in unseren Gesundheitsstationen
Angesichts dieser Epidemie hat Ärzte der Welt unverzüglich Maßnahmen ergriffen, um seine Teams und die Patient*innen in den von Ärzte der Welt unterstützten Gesundheitszentren zu schützen.
Das Ebola-Virus wird durch direkten Kontakt (z. B. über Körperflüssigkeiten, Blut, Speichel, Urin) oder indirekten Kontakt, etwa über mit diesen Flüssigkeiten kontaminierte Oberflächen, übertragen. Um eine Infektion zu vermeiden, sind strenge Maßnahmen nötig:
- Einführung der „No-Touch-Policy“: Verbot direkter Kontakte zwischen Personen und Maskenpflicht (zur Vermeidung möglicher Tröpfchenübertragung)
- 21-tägige Isolierung jeder Person, die mindestens eines der Symptome (Fieber, Durchfall, Erbrechen) aufweist
- Systematische Temperaturmessung bei Personen vor dem Betreten der Ärzte der Welt-Räumlichkeiten und am Empfang der Gesundheitszentren
- Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizierung mit chlor-versetztem Reinigungsmittel
- Regelmäßige Reinigung der Räumlichkeiten durch Chlor
In den Gesundheitszentren muss auch die gesamte Organisation der Patientenaufnahme und -triage an die Situation angepasst werden. Um jegliches Risiko einer Übertragung oder Ansteckung zu vermeiden, werden Bereiche außerhalb des Hauptgebäudes eingerichtet werden. Verdachtsfälle werden sofort nach Ankunft von den anderen Patient*innen isoliert.
Neue Virus-Variante und schnelle Ausbreitung
Es ist bereits der 17. Ausbruch der Ebola-Epidemie seit Entdeckung des Virus im Jahr 1979. Die Behörden sind derzeit jedoch besorgt über das Auftreten des Bundibugyo-Stammes, für den es weder einen Impfstoff noch eine Behandlung gibt und dessen Sterblichkeitsrate zwischen 40 Prozent und 90 Prozent liegt.
Bestätigte Fälle im Nachbarland Uganda lassen eine regionale Gesundheitskrise und die Ausbreitung der Epidemie auf Ruanda, Burundi und Tansania befürchten. In der Provinz Ituri, wo sich besonders viele Fälle häufen, sind wegen der anhaltenden Konflikte in der Region viele Menschen auf der Flucht vor der Gewalt. Derzeit haben die meisten Nachbarländer ihre Grenzen geschlossen oder besondere Maßnahmen zur Überprüfung von Personen eingeführt, um das Risiko einer Ausbreitung des Virus zu begrenzen.
Durch den schlechten Zustand der Straßen ist die Mobilität stark erschwert. Die gerade zu Ende gegangene Regenzeit und die seit 2021 andauernden Kämpfe zwischen bewaffneten Gruppen und den kongolesischen Streitkräften haben dies noch verschlechtert. Dennoch scheint sich die Epidemie in Richtung Süden auszubreiten. Fälle wurden zunächst in Katwa in der Stadt Butembo, aber auch in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu verzeichnet.
Unsere Aktivitäten in der DR Kongo:
In der Provinz Nord-Kivu, insbesondere in Goma und Mweso, führt Ärzte der Welt seit Anfang 2025 humanitäre Projekte durch, nachdem sich der Konflikt zwischen der bewaffneten Gruppe M23 und den Regierungstruppen ausgeweitet hatte.
Unsere Teams:
- bieten medizinische Grundversorgung an,
- vorsorgen Menschen im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit
- betreuen Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt
- behandeln Babys, Kinder, Schwangere und Stillende bei Unterernährung
- leisten psychologische Ersthilfe
- versuchen, vorhandene Gesundheitsstrukturen auszubauen.



