Eine Frau mit Kind und eine Mitarbeiterin von Ärzte der Welt im Libanon. © Ärzte der Welt

Gaza:
Krieg im Nahen Osten: Zivilbevölkerung im Kreuzfeuer

Tausende Zivilist*innen sind von den Folgen der amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran betroffen. In mehreren Ländern des Nahen Ostens leidet die Zivilbevölkerung unter den iranischen Vergeltungsmaßnahmen. Unsere Teams stehen den Menschen in den entsprechenden Regionen bei.

Die derzeitige Entwicklung des Konflikts lässt katastrophale Folgen für das Leben und die Gesundheit vieler Zivilist*innen befürchten. Viele von ihnen leiden bereits seit Jahren unter den Konflikten in der Region.

Ärzte der Welt ist in mehreren Ländern präsent: im Libanon, in den palästinensischen Gebieten, Syrien, Jemen und Irak. Alle unsere Kolleg*innen sind derzeit in Sicherheit. In Gaza tun wir alles, um unsere wesentlichen Aktivitäten, insbesondere in Kliniken, aufrechtzuerhalten. Die humanitäre Hilfe ist jedoch weitgehend unzureichend und wird behindert, während der Bedarf enorm ist. Im Libanon führen die Bombardierungen zur Vertreibung der Bevölkerung, und einige unserer Kolleg*innen mussten ihre Häuser verlassen, um einen sicheren Zufluchtsort zu suchen. Unsere Teams vor Ort bewerten aktuell den Bedarf und bereiten sich darauf vor, gemeinsam mit dem libanesischen Gesundheitsministerium medizinische Hilfe zu leisten.

„Wir beobachten die humanitäre Lage auch der iranischen Zivilbevölkerung aufmerksam und prüfen Möglichkeiten, sie in den Nachbarländern sowie im Iran selbst zu unterstützen.“

Caroline Bedos Esteban, Leiterin des Nahost-Referats bei Ärzte der Welt in Frankreich

Schutz der Bevölkerung muss Vorrang haben

Ärzte der Welt fordert den Schutz der Zivilbevölkerung und erinnert alle Parteien daran, dass zivile Infrastruktur – einschließlich Krankenhäuser und Schulen – nach dem humanitären Völkerrecht geschützt ist und niemals angegriffen werden darf. Wir bekräftigen außerdem, dass humanitäre Hilfe niemals an Bedingungen geknüpft oder politisiert werden darf: Die Bedürfnisse der betroffenen Bevölkerung müssen Vorrang vor allen anderen Erwägungen haben.

Bitte helfen Sie Menschen im Nahen Osten mit einer Spende!

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Unsere Aktivitäten angesichts des Krieges in der Region

Armenien

Immer mehr Menschen kommen aus dem Iran nach Armenien. Ärzte der Welt bereitet deshalb Maßnahmen vor, damit die Geflüchteten bei ihrer Ankunft schnell medizinisch versorgt werden können.

Irak / Autonomische kurdische Gebiete im Irak

Im Irak und in der Region Kurdistan bereitet Ärzte der Welt einen Notfallplan vor, um im Ernstfall schnell handeln zu können und fliehende Menschen eine medizinische Erstversorgung zu ermöglichen. Gleichzeitig beobachtet das Team die Situation an der iranischen Grenze sehr genau, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Libanon

Im Libanon unterstützt Ärzte der Welt Gesundheitszentren in Hermel‑Baalbek sowie in Süd‑Beirut und entsendet mobile medizinische Teams in informelle Unterkünfte. Die Einsätze im Bekaa‑Tal sind bereits angelaufen sind. In Beirut nehmen Teams von Ärzte der Welt die Arbeit in einem Basisgesundheitszentrum in Hamra und in neun umliegenden Unterkünften auf.

Am 12. März traf zudem eine große internationale Lieferung ein – darunter mehrere medizinische Kits mit Medikamenten und medizinischem Materialien wie Handschuhe, Masken, Waschlösung, Pflaster, Bandagen und Kompressen zur Wundversorgung. Ebenso wurden Hilfsmittel wie Sterilisationsboxen, Scheren, Flaschen, Operationsbesteck oder Thermometer geliefert. Auch Versorgungspakete für chronische Erkrankungen, Ernährungs‑ und Schutzkits für Betroffene geschlechtsspezifischer Gewalt sowie logistische Ausrüstung wie Zelte, Generatoren und Materialien zur Wasseraufbereitung kamen im Libanon an.  Sie ermöglichen es, flexible und mobile Strukturen für die humanitäre Hilfe aufzubauen. Parallel dazu wird das Ärzte der Welt-Team im Land personell verstärkt.

Syrien

In Syrien versorgt Ärzte der Welt weiterhin Menschen in Aleppo und im Süden des Landes. Gleichzeitig beobachtet das Team aufmerksam die Lage an der libanesischen Grenze und beteiligt sich an verschiedenen Koordinierungsrunden, um bei neuen Bedarfen rasch reagieren zu können.

Palästina / Gaza und Westjordanland

Für Palästina hat Ärzte der Welt bereits am 1. März 2026 einen Notfallplan aktiviert. Im Gazastreifen bleiben alle sieben Kliniken der Organisation in Betrieb. Alle Teams arbeiten unter extrem schwierigen Bedingungen. Auch im Westjordanland laufen die zentralen Aktivitäten weiter – wenn auch unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen.

Jemen

Im Jemen setzt Ärzte der Welt seine regulären Programme uneingeschränkt fort. Dank weiterhin operierender UN‑Flüge ist die Versorgung bislang sichergestellt. Gleichzeitig bleibt das Team in erhöhter Alarmbereitschaft, um auf mögliche Eskalationen reagieren zu können.

Türkei

An der Grenze zwischen Iran und Türkei untersucht Ärzte der Welt derzeit die Situation vor Ort, um einzuschätzen, welche Hilfe die Menschen dort brauchen. So kann das Team im Notfall sofort medizinische Unterstützung leisten.

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