In den äthiopischen Regionen Somali und Afar leiden besonders Frauen und ihre reproduktive Gesundheit an schwer zugänglicher medizinischer Versorgung. Ärzte der Welt führt dort gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen Schulungen durch, um medizinisches Fachpersonal zu Schwangerschaftsabbrüchen, reproduktive Rechten und selbstbestimmter weiblicher Gesundheit fortzubilden.
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Reproduktive Gesundheit und Schwangerschaftsabbrüche sind in Äthiopien vielerorts stark stigmatisiert. Zudem sind Gesundheitseinrichtungen oft weit entfernt, so dass es schwierig ist, d eine ausreichende Versorgung zu bekommen. Das kann dazu führen, dass Frauen mit starken Blutungen, Infektionen, Schockzuständen und physischen oder psychischen Traumata in die Gesundheitszentren kommen, weil sie Komplikationen in der Schwangerschaft haben oder infolge unsichere Schwangerschaftsabbrüche. Oft handelt es sich bei den Patientinnen um junge Mädchen und Mütter.
„Das sind Komplikationen, die vermieden werden könnten, wenn Frauen Zugang zu sicherer und frühzeitiger medizinischer Versorgung gehabt hätten“, sagt Rahel Degefu, Hebamme in einem Gesundheitszentrum in Afar.
Doch nicht alle Einrichtungen haben das Equipment, die nötigen Medikamente oder speziell geschultes Personal für solche Notfälle, und Überweisungen an andere Krankenhäuser sind selten möglich

„Viele Mütter schweben nach einem unsicheren Abbruch in Lebensgefahr.“
Mestawet Said, Hebamme in einem Krankenhaus in Afar
Sichere Schwangerschaftsabbrüche zu ermöglichen ist Teil der medizinischen Grundversorgung für Frauen. Ärzte der Welt setzt sich deshalb dafür ein, das medizinische Personal in den äthiopischen Regionen Somali und Afar zu stärken, damit Frauen Zugang zu lebensrettender Versorgung im Bereich der reproduktiven Gesundheit bekommen. Gemeinsam mit unseren lokalen Partnerorganisationen CVDA und RHB führen wir Schulungen für Hebammen, Krankenpfleger*innen und Ärzt*innen durch.
Das medizinische Personal kann künftig:
- Schwangerschaftsabbrüche im ersten Trimester durchführen, im Einklang mit nationalen Richtlinien und menschenrechtlichen Standards
- zum Umgang mit Schmerzen und anderen Komplikationen wie Infektionen beraten
- zu reproduktiven Rechten und Gesundheit aufklären
„Wir möchten, dass unsere Dienstleistungen sicher, respektvoll und wirklich frauenorientiert sind. Für viele Teilnehmer*innen hat die Schulung eine seit langem bestehende Lücke geschlossen“, so die Hebamme Rahel Degefu.
Kompetenzen stärken, Stigmatisierung abbauen und Klient*innen unterstützen
Die Schulungen haben Anspruch, die Teilnehmer*innen zu einer umfassenden, würdevollen, frauen-zentrierten und jugendfreundlichen Versorgung zu befähigen. Die Teilnehmer*innen werden dazu ermutigt, ihr Wissen mit Kolleg*innen zu teilen, Aufklärungsarbeit in ihren Gemeinschaften zu leisten und mit religiösen Führungspersonen zu kooperieren, um auf das Angebot vertraulicher und professioneller Beratungen aufmerksam zu machen.
Die Hebamme Rahel Degefu kommt motiviert aus der Fortbildung: „Mein oberstes Ziel ist es, ungewollte Schwangerschaften und die lebensbedrohlichen Komplikationen im Zusammenhang mit unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen zu verhindern. Ich will dazu beizutragen, die Müttersterblichkeit in meiner Gemeinschaft zu senken.“




