Eine Mitarbeiterin von Ärzte der Welt behandelt einen Patienten im Westjordanland. © Ärzte der Welt

Palästinensische Gebiete:
Gesundheitsversorgung unter Druck

Die Lage im Westjordanland verschärft sich. Militäreinsätze, Siedlergewalt, Bewegungseinschränkungen und Annexionspläne verschlechtern die Lebensbedingungen der Palästinenser*innen erheblich. Ärzte der Welt bleibt aktiv – unter großen Herausforderungen.

Weitestgehend unbeachtet von den Medien rutscht das Gesundheitssystem im Westjordanland immer tiefer in eine Krise. Im nördlichen Teil ist die Versorgung so eingeschränkt wie seit über 20 Jahren nicht mehr.

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Helfen, wo es am nötigsten ist

Ärzte der Welt setzt seit 2024 mobile Einheiten im nördlichen Westjordanland ein, um die am stärksten gefährdeten Gemeinschaften medizinisch zu versorgen. Ein Schwerpunkt sind Angebote zur psychischen Gesundheit. Zusätzlich leisten die Teams allgemeine medizinische Versorgung und sind in den Bereichen sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie Mutter-Kind-Gesundheit aktiv.

Im Jahr 2025 konnten dadurch 11.300 medizinische Behandlungen in 14 Gemeinden vorgenommen werden. Allein im Mai 2026 führten die Teams von Ärzte der Welt 985 Konsultationen zu psychischer Gesundheit durch.

Ein humanitärer Notstand

Die allgemeine Situation der Palästinenser*innen im Westjordanland verschlechtert sich zunehmend. An die medizinische Hilfe, die die Menschen dringend bräuchten, kommen sie immer schlechter: Angriffe auf das Gesundheitswesen wie zerstörte Krankenstationen, gewaltsame Vertreibung und strikte Mobilitätseinschränkungen haben direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. 

Zwischen Oktober 2023 und Februar 2026 wurden im Westjordanland 940 Angriffe auf das Gesundheitswesen dokumentiert, darunter 233 allein im Jahr 2025. Patient*innen haben Schwierigkeiten, Gesundheitszentren zu erreichen, und Gesundheitsfachkräfte stoßen an ihre Grenzen, um eine kontinuierliche Versorgung sicherzustellen.

Auch psychische Probleme nehmen deutlich zu. Unsicherheit, Gewalt und wiederholte Konfrontation mit traumatischen Ereignissen fördern Angstzustände, Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen.

Angesichts dieser katastrophalen Lage fordert Ärzte der Welt,

  • Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung und der Gesundheitsversorgung zu ergreifen,
  • humanitären Organisationen sicheren und uneingeschränkten Zugang zu gewährlisten, und
  • alle Annexionspläne aufzugeben.

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