Ein Mitarbeiter von Ärzte der Welt in einer Gesundheitseinrichtung in der Demokratischen Republik Kongo. ©PhilemonBarbier

DR Kongo:
Ebola eindämmen

Der verheerendste Ebola-Ausbruch der Geschichte des Landes – so beschreibt die Weltgesundheitsorganisation die aktuelle Situation in der Demokratischen Republik Kongo. Ärzte der Welt ist seit 1994 in der Region tätig und ruft dazu auf, alles daran zu setzen, eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.

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Beträge

„Aktuell infiziert sich alle 15 Minuten eine Person mit dem Ebolavirus“, so Katri Bertram, Direktorin von Ärzte der Welt Deutschland. „Die Menschen haben Angst, Gesundheitseinrichtungen zu betreten, denn in Kliniken, Krankenhäusern und Gesundheitszentren ist die Ansteckungsgefahr groß.“ Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten wie Erbrochenes oder Blut übertragen und auch nach dem Tod kann eine Ansteckung stattfinden. Medizinisches Fachpersonal ist damit besonders gefährdet. Für die Bundibugyo-Variante des Virus existieren derzeit keine wirksamen Impfstoffe.

Hohe Dunkelziffer an Infektionen

Besonders besorgniserregend ist, dass die Infektionsketten sich nicht lückenlos nachverfolgen lassen. Infizierte stecken Familienmitglieder, Freunde oder Verwandte an, ohne dass die Kontakte erfasst werden können. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass die wirklichen Fallzahlen drei- bis viermal so hoch sind wie die von den kongolesischen Behörden gemeldeten rund 6.000 Infektionen und 3.000 Todesfälle.

Erschwerend kommt hinzu, dass durch die Gewalt bewaffneter Gruppen und politische Unruhen zahlreiche Menschen innerhalb des Landes vertrieben werden. Dieser Umstand macht es häufig unmöglich, Kontaktpersonen zu isolieren und Abstandsregeln einzuhalten.  „Wir haben eine humanitäre Krise, in der 25 Millionen Menschen von humanitärer Hilfe abhängig sind und sieben Millionen Binnengeflüchtete unterwegs sind“, sagt Ärzte der Welt-Direktorin Bertram. In Süd-Kivu, wo Ärzte der Welt aktiv ist, verschärft sich die Lage zusätzlich durch einen gleichzeitigen Cholera-Ausbruch.

Fünf Säulen der Ärzte-der-Welt-Hilfe vor Ort

Ärzte der Welt leistet in der Demokratischen Republik Kongo seit drei Jahrzehnten humanitäre Hilfe und setzt in der aktuellen Ebola-Krise auf fünf Maßnahmen:

  1. Aufklärung und Vertrauensaufbau: Die Bevölkerung über die Übertragungswege des Virus informieren, einschließlich der Übertragung von Tieren auf Menschen
  2. Training von Gesundheitsfachkräften mit einem Schwerpunkt auf psychologische Maßnahmen, um mit der Angst vor dem Virus umzugehen und Panik zu vermeiden
  3. Bereitstellung von Schutzanzügen
  4. Aufbau von Isolationsräumen für die gezielte Versorgung von Ebola-Patient*innen
  5. Politisches Engagement: Ärzte der Welt setzen sich dafür ein, dass die Bundesregierung langfristig Gelder für globale Gesundheit, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung stellt

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