Mehrere Krankheiten, eine unsichere Zukunft, keine Krankenversicherung: Manche Patient*innen von open.med haben mehr als ein Thema, das ihnen Schwierigkeiten bereitet. Bei open.med bekommen sie die nötige Beratung und medizinische Behandlung. Ein wichtiges Angebot für die, die sonst keine Hilfe erfahren würden.
„Ohne Euch wüsste ich gar nicht, wo ich hingehen soll, wenn ich Probleme mit der Gesundheit habe.“ Gabriel Vasile legt die Hände als Zeichen der Dankbarkeit auf sein Herz. Er kennt die Münchner open.med-Praxis schon seit zehn Jahren. Nach wie vor ist er froh, dass es das Angebot gibt.
Gabriel Vasile kommt aus Rumänien und lebt seit 15 Jahren in Deutschland. Jahrelang hat er in der Kantine eines Unternehmens gearbeitet, doch als es schließen musste, hat auch er seine Arbeit verloren. Seit über zehn Jahren schläft er im Münchner Übernachtungsschutz.
Um sich über Wasser zu halten, spielt er Akkordeon auf der Straße, teils mit Freunden als Trio. Die Musik bedeutet ihm viel, und durch sie hat er auch gute soziale Kontakte. Da er Bluthochdruck hat, bekommt Gabriel Vasile seit Jahren Medikamente von open.med München. Er ist zudem herzkrank und besucht regelmäßig die Sprechstunde speziell für chronisch Kranke, die das Team von open.med anbietet.
Die Angst vor neuen Schulden
In letzter Zeit waren seine Beine stark angeschwollen. Gabriel Vasile ging es immer schlechter, so dass ein Bekannter den Notdienst rufen musste. Fünf Tage musste Vasile im Krankenhaus bleiben. Er weiß, dass das medizinisch nötig war, doch macht er sich große Sorgen wegen der Kosten, die nun auf ihn zukommen, denn hat bereits Schulden bei der Krankenversicherung und kann diese nicht begleichen.
Heute ist Gabriel Vasile bei open.med zur Nachsorge. Seine geschwollenen Beine sind immer noch mit Bandagen umwickelt und er braucht eine Krücke, um sicher gehen zu können.
Soziale Beratung gibt Klarheit und Hoffnung
Genauso wichtig ist für den Patienten die Sozialberatung, die Projektleiterin Annemarie Weber mit ihm durchführt. Unterstützt wird sie dabei von der Übersetzerin Roxana Schieber. Auf die Frage nach seiner letzten Arbeit betont Gabriel Vasile, dass er sehr gerne wieder arbeiten würde, etwa als Spüler in einer Kantine oder in einem Biergarten, sobald es ihm gesundheitlich besser gehe.

Annemarie Weber empfiehlt deshalb, sich an die AWO zu wenden. Dort gibt es Rumänisch sprechende Sozialarbeiter, die ihm helfen können, einen Lebenslauf zu schreiben und sich zu bewerben. Weber wird in den kommenden Tagen dort anrufen, um einen Termin zu vereinbaren.
Ebenso kontaktiert sie die Krankenkasse, bei der Vasile zuletzt versichert war. Im Gespräch erfährt sie, dass er Beitragsrückstände hat und die Versicherung deshalb ruht, er also derzeit keine Leistungen erhält. Die Mitarbeiterin der Versicherung ist sehr engagiert und betont, dass man hier sicher eine Lösung finden würde. Zur Klärung wird sie ihm Unterlagen zuschicken.
Annemarie Weber wird Gabriel Vasile beim Ausfüllen der Unterlagen unterstützen. Nach dieser Beratung ist der Patient sichtlich erleichtert. Er ist glücklich über die Hilfe. „Ich hätte einfach nicht weitergewusst“, betont er zum Abschied. „Ihr seid wahre Engel!“



