Seit Jahren sind die Menschen im Westjordanland massiver Gewalt und Vertreibung durch israelische Siedler*innen und dem Militär ausgesetzt. Im Umfeld der Parlamentswahl am 27.10. hat die Aggression gegen die Zivilbevölkerung einen neuen Höhepunkt erreicht. Diese Politik betrifft auch uns als humanitäre Organisation.
Bitte helfen Sie den Menschen in den Palästinensischen Gebieten mit einer Spende!
Nach einem Angriff durch bewaffnete Palästinenser in der Nähe von Hebron, bei dem zwei israelische Soldaten ums Leben kamen, kam es zu einer massiven Reaktion der israelischen Regierung. Mehrere Tausend Palästinenser*innen sind binnen Stunden aus ihren Häusern in der Stadt Hebron vertrieben worden und dürfen weiterhin nicht dorthin zurückkehren. Die UN spricht von kollektiver Bestrafung.
Es ist die jüngste Verschärfung in einer langen Reihe von Repressionen. Die Situation für die dort lebenden Palästinenser*innen verschlechtert sich seit Langem dramatisch: Häuser werden abgerissen, Menschen belästigt, Wohnräume durchsucht, Felder zerstört, Wasser und Strom gesperrt. Es kommt zu Übergriffen, Vandalismus und vorsätzlicher Brandstiftung. Menschen werden willkürlich verhaftet, darunter auch Kinder.
Gewalt und Übergriffe durch israelische Streitkräfte und Siedler*innen nehmen auch gegen medizinisches Personal stetig zu.
Wirtschaftskrise im Westjordanland erschwert medizinische Versorgung
Die Lebensrealität für Palästinenserinnen im Westjordanland wird zusätzlich durch eine Wirtschaftskrise erschwert. Seit Mai 2025 behält die israelische Regierung Steuereinnahmen ein, die sie im Namen der Palästinensischen Autonomiebehörde erhebt. Die Auszahlung dieser Gelder unterbleibt und schwächt öffentliche Dienste weiter, insbesondere das Gesundheitswesen.
Die Kosten für Benzin sind so massiv angestiegen, dass die Menschen es sich Autofahrten kaum noch leisten können. Auch humanitäre Fahrzeuge sind betroffen, was die Lieferung von Hilfsgütern erschwert.
Straßensperrungen und Check-Points behindern Bewegungsfreiheit
Zusätzlich schränken zahlreiche Straßensperren und etwa 900 Kontrollpunkte den Zugang zu medizinischer Versorgung, Schulen und Arbeitsplätzen ein.
Diese Einschränkungen betreffen auch humanitäre Akteure. Sie haben Mühe, die Bevölkerung zu erreichen und essenzielle Hilfe zu gewährleisten.
Für humanitäre Organisationen wird die Arbeit immer schwieriger. Das führt dazu, dass mehr Menschen im Westjordanland nicht die Hilfe bekommen, die sie dringend brauchen. Eine sinkende Präsenz internationaler Beobachter*innen kann zudem dazu führen, dass die Rechte der Palästinenser*innen immer stärker ignoriert werden.
Was wir tun
Unsere Teams vor Ort unterstützen die Menschen auch in Gegenden, in denen der Zugang zu Gesundheitsversorgung sonst schier unmöglich geworden ist. Neben allgemeinmedizinischer Hilfe bieten die Teams auch Versorgung rund um Sexualität, Schwangerschaft und Geburt sowie psychologische Unterstützung an. Sie organisieren auch Erste-Hilfe-Schulungen, damit die Gefahr lebensbedrohlicher Notfälle eingedämmt wird.
Ärzte der Welt fordert die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. Wir müssen der Zivilbevölkerung im Westjordanland weiter beistehen.
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