
Unsere Hilfe
open.med München
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Konsultationen im Jahr 2025 durchgeführt
1.078
Patient*innen im Jahr 2025
Nicht versichert, aber nicht allein
In unserer Anlaufstelle open.med in München bieten wir Menschen ohne Krankenversicherung medizinische Hilfe und soziale Beratung – kostenlos und auf Wunsch auch anonym.
Die open.med- Praxis wurde 2006 gegründet, um Klient*innen ohne geregelten Aufenthaltsstatus medizinisch zu versorgen. Inzwischen kommt fast ein Drittel der Patient*innen aus EU-Ländern, vor allem aus Bulgarien und Rumänien.
Krankenkassenbeiträge können sich die wenigsten leisten. Auch immer mehr Deutsche nehmen unsere Hilfe in Anspruch – zum Beispiel Selbstständige, die nicht (mehr) genug verdienen, um die Kassenbeiträge zu bezahlen.
Das Angebot von open.med München:
- Sozialrechtliche Beratungen, um eine (Wieder-)Eingliederung ins reguläre Gesundheitssystem zu erreichen.
- Allgemeinmedizinische Sprechstunden
- Sprechstunden für Kinder und Frauen, für chronisch und psychisch Erkrankte
- Mobile Einsätze mit dem Behandlungsbus
Ärzte der Welt hilft Menschen in Not mit medizinischer Versorgung und sozialer Beratung – kostenlos und anonym. Wir sind in Berlin, Hamburg, Magdeburg, München und Stuttgart mit Anlaufstellen und mobilen Einsätzen aktiv. Informationen, Adressen und die Öffnungszeiten finden Sie hier.
Mobile Teams versorgen Menschen vor Ort

Ergänzend zu den Sprechstunden in der open.med-Praxis ist das Team mit einem Behandlungsbus unterwegs: Am Münchner Hauptbahnhof sowie im Münchner Übernachtungsschutz hilft es Menschen, die oft in prekären Umständen leben müssen. Von den Betroffenen sind viele wohnungslos oder arbeiten als Tagelöhner.
Im Rahmen der psychosozialen Beratung helfen wir bei Fragen zur Krankenkasse und Unterbringung, zu Sozialleistungen und Antragstellungen.
Eines unserer wichtigsten Ziele ist, die Patient*innen in das reguläre Gesundheitssystem (wieder) einzugliedern und damit sicherzustellen, dass sie die Versorgung bekommen, die sie brauchen.
Dafür setzen wir uns auch auf politischer Ebene ein. Denn Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht.
Ehrenamtliches Engagement stellt Praxisbetrieb sicher

Im open.med-Team München arbeiten über 80 ehrenamtliche Mediziner*innen und medizinische Fachkräfte sowie vier hauptamtliche Kolleg*innen von Ärzte der Welt. Außerdem behandeln knapp 60 Fachärzt*innen und Therapeut*innen die Patient*innen kostenlos in ihren Praxen.
Deutschland
„Obdachlosigkeit ist in ganz Deutschland ein wachsendes Problem”

„Obdachlosigkeit ist in ganz Deutschland ein wachsendes Problem, vor allem in Großstädten. Obdachlose Menschen haben ein vielfach erhöhtes Krankheitsrisiko und dadurch eine niedrigere Lebenserwartung.“
„Obdachlosigkeit ist in ganz Deutschland ein wachsendes Problem, vor allem in Großstädten. Obdachlose Menschen haben ein vielfach erhöhtes Krankheitsrisiko und dadurch eine niedrigere Lebenserwartung.
Meist sind sie nicht krankenversichert und mittellos, so dass sie ärztliche Hilfe nicht in Anspruch nehmen können. Krankheiten werden verschleppt und werden oft erst bei dramatischer Zuspitzung sichtbar.
open.med leistet hier oft lebensrettende Basisversorgung. So z.B. bei einer Typ 1 Diabetikerin, der die lebensnotwendigen wöchentlichen Insulininjektionen im Behandlungsbus verabreicht werden, da sie dazu wegen anderer Krankheiten selbst nicht in der Lage ist.
Als Ärztin fand ich bei open.med die Möglichkeit, ehrenamtlich für Menschen, die nicht von unserem sonst recht dichtem Versorgungsnetz aufgefangen werden, zu arbeiten. Ich sehe hier meine Pflicht und die Möglichkeit, den hippokratischen Eid in die Tat umzusetzen.“
Dr. Waltraud Jobst, ehrenamtlichen Ärztin, open.med München
Deutschland
„Unsere Versorgung bei open.med ist mehr als nur Medikamente auszugeben“

„Unsere Versorgung bei open.med ist mehr als nur Medikamente auszugeben oder einen Verband anzubringen. Unsere Ehrenamtlichen hören zu, trösten, geben Tipps, ermutigen und unterstützen die Menschen ihre Situation zu verbessern.“
„Obdachlosigkeit ist deutlich vielseitiger als viele denken und auch als was man vielleicht auf der Straße sieht.
Menschen haben in München aus ganz unterschiedlichen Gründen kein sicheres zu Hause – Familien, die sich die hohen Mieten nicht leisten können; ein junger Mann, der seinen Job verloren hat und nun bei Freunden ein paar Tage auf der Couch übernachten kann ohne zu wissen, wo er danach hinsoll; junge Frauen, die aus nicht sicheren Familienverhältnissen kommen und nirgendwo anders hingehen können als auf die Straße.
Unsere Versorgung bei open.med ist mehr als nur Medikamente auszugeben oder einen Verband anzubringen. Unsere Ehrenamtlichen hören zu, trösten, geben Tipps, ermutigen und unterstützen die Menschen ihre Situation zu verbessern.“
Dörte Beuermann, Projektreferentin, open.med München
Für weitergehende Sozialberatung arbeiten das Team eng mit den Berater*innen des Café 104 zusammen.
Projektpartner
Café 104

Gegründet wurde das Café 104 von einer politisch engagierten Gruppe, des Bayerischen Flüchtlingsrates 1998.
Ziel der Initiative ist es die gesundheitliche Grundversorgung und die rechtliche Situation der Menschen ohne regulären Aufenthalt zu verbessern.
Ziel der Initiative ist es die gesundheitliche Grundversorgung und die rechtliche Situation der Menschen ohne regulären Aufenthalt zu verbessern.
Seit der Gründung von open.med München im September 2006 hat Café 104 alle unsere Sprechstunden mit juristischem Fachwissen begleitet und unterstützt.
Café 104 ist in München unser engster Partner und Verbündeter in vielen politischen Aktionen und Debatten auf lokaler und bundesweiter Ebene.
Ihre Unterstützung – was Sie jetzt tun können
Spenden mit Vertrauen:
So wirkt Ihre Hilfe
Jedes Jahr behandeln und beraten die Teams von Ärzte der Welt in Deutschland mehrere tausend Menschen. Sie befinden sich in der Regel in schwierigen Lebenslagen, doch jede*r bringt seine ganz eigene Geschichte mit. Lesen Sie hier einige Beispiele und wie wir helfen konnten.
Deutschland
Laura-Lavinia Corbuneanu: „Alle sind hier so nett und hilfsbereit.“

Laura-Lavinia Corbuneanu ist mit ihrem Partner aus Rumänien nach München gekommen, um Arbeit zu finden. Als sie ungeplant schwanger wurde, war sie geschockt. Sie hatte noch keinen Job, wie sollte es weitergehen? Ob die Schwangerschaft gut verläuft? Ihr Partner fand unsere Anlaufstelle open.med in München. Corbuneanu ist dankbar, dass sie sich dort kostenlos untersuchen und beraten lassen kann. „Alle sind hier so nett und hilfsbereit”, sagt sie.
Deutschland
„Heute ist mein vierjähriger Sohn gesund und mir geht es ganz gut!”

Jelena Jovanovic lebt seit fünf Jahren in München. Sie ist Kinderpflegerin und glückliche Mutter. Doch dafür musste sie viel durchmachen: Mit 21 Jahren floh sie von Serbien nach Deutschland, weil ihre Familie sie aufgrund einer ungeplanten Schwangerschaft bedrohte. Sie war allein, hatte kein Geld, keinen Aufenthaltstitel, keine Unterkunft und keine Krankenversicherung. Bei open.med München erhielt sie nach acht Monaten Schwangerschaft ohne Zugang zu medizinischer Versorgung ihre erste Vorsorgeuntersuchung.
Deutschland
„Offiziell bin ich nun auch wieder ein Mensch.”

Klaus Zott*, 72 Jahre, meldete sich telefonisch in der Münchener open.med-Praxis von Ärzte der Welt. Er klagte über Schmerzen und Blutungen aus dem Verdauungstrakt. Da er keine Krankenversicherung hatte, konnte Herr Zott keine reguläre Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen. Er arbeitete selbständig im IT-Bereich und hatte früher eine private Krankenversicherung.
Klaus Zott*, 72 Jahre, meldete sich telefonisch in der Münchener open.med-Praxis von Ärzte der Welt. Er klagte über Schmerzen und Blutungen aus dem Verdauungstrakt. Da er keine Krankenversicherung hatte, konnte Herr Zott keine reguläre Gesundheitsversorgung in Anspruch nehmen. Er arbeitete selbständig im IT-Bereich und hatte früher eine private Krankenversicherung. Diese hatte er jedoch vor 20 Jahren aufgrund von Beitragsschulden verloren. Das Ärzte der Welt-Team informierte Herrn Zott, dass er bei starken Beschwerden den Notarzt rufen könne, und baten ihn, zeitnah in die Sprechstunde zu kommen.
Eine Woche später kam er in die Praxis und es wurde unter anderem eine Blutprobe genommen. Diese ergab einen bedrohlich niedrigen Hämoglobinwert, woraufhin dem Patienten empfohlen wurde, schnellstmöglich ein Krankenhaus aufzusuchen. Mit Zustimmung von Herrn Zott veranlasste das Team, dass er in die Notaufnahme eingewiesen wurde. Dort wurde eine Darmkrebserkrankung diagnostiziert. Herr Zott verbrachte zehn Wochen im Krankenhaus, wo die Krebserkrankung mit einer Chemo- und einer Strahlentherapie sowie mit einem operativen Eingriff behandelt wurde. Danach wurde er nach Hause entlassen. Eine Betreuerin kümmerte sich darum, dass er in die Krankenversicherung reintegriert wurde.
* Name geändert.
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