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Die Zivilbevölkerung leidet unter den Folgen der Bombardierungen. Foto: Ärzte der Welt
Nothilfe

Militärangriff in Daraa stoppen

Militärangriff in Daraa stoppen

Das syrische Regime hat am vergangenen Wochenende mit Bodenoffensiven und Luftangriffen den Süden des Landes attackiert. Ärzte der Welt äußert tiefe Besorgnis über die Eskalation der Gewalt und fordert Maßnahmen, die den Schutz der Bevölkerung und den Zugang zu Gesundheitseinrichtungen gewährleisten.

Die Nachrichten aus dem Süden Syriens sind äußerst alarmierend. Das Gouvernement Daraa, eigentlich eine Deeskalationszone, stand mehrere Tage lang unter Beschuss. Es war eine Verletzung der Waffenstillstandsregelungen, die im vergangenen Jahr etwas Ruhe für die lokale Bevölkerung gebracht hatten. Eine Gesundheitseinrichtung in Bosra el Harir wurde beschädigt und die Stadt Daraa wurde schwer bombardiert. Zivilisten starben, viele wurden verletzt, die genauen Zahlen sind bisher noch unklar. Die Kämpfe führten auch zur Vertreibung von mindestens 12.000 Menschen aus dem nördlichen Gouvernement Daraa in Richtung Quneitra und in Richtung der jordanischen Grenze, wo keine Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung stehen.

Etwa 750.000 Menschen sind in Daraa gefangen, da die Angriffe aus den Richtungen der möglichen Fluchtrouten kommen. Die Grenze zu Jordanien im Süden ist geschlossen. Das Gouvernement Daraa erklärte den Ausnahmezustand in der Region. Mitarbeiter von Ärzte der Welt berichteten, dass bei den Angriffen offenbar nicht-konventionelle Waffen zum Einsatz gekommen sind.

„Die aktuelle Eskalation der Gewalt bringt Mediziner in schwere Konflikte, beispielsweise die Mitarbeiter eines Krankenhauses im Norden des östlichen Daraa, dem einzigen Zentrum mit Notaufnahmen, einer Intensivmedizin und Facharztversorgung, einschließlich Dialyse. In dieser Gesundheitseinrichtung sollten die zahlreichen Verletzten aus der gesamten Region zu versorgt werden. Aber die zunehmende Gewalt hat es sehr schwer gemacht, sich um die Patienten zu kümmern und gleichzeitig für die Sicherheit der eigenen Familien zu sorgen”, sagte ein Mitarbeiter von Ärzte der Welt. „Einige von uns hatten keine andere Wahl als aus Daraa zu fliehen, weil es für ihre Familien einfach zu gefährlich wurde. Kürzlich sind eine Hebamme und ihre kleine Tochter während eines Beschusses getötet worden."

Das medizinische Personal versucht, Konsultationen und Behandlungen überall da möglich zu machen, wo Menschen während ihrer Flucht untergebracht sind, etwa in Schulen. Außerdem unterstützt Ärzte der Welt fünf Gesundheitseinrichtungen in der Region mit technischen Mitteln und Medikamenten.

„Während die Welt die Fußballweltmeisterschaft in Russland verfolgt, darf die internationale Gemeinschaft die Eskalation der Gewalt in Südsyrien und ihre Folgen für die Tausenden Zivilisten nicht ignorieren“, mahnte Dr. Philippe de Botton, Präsident von Ärzte der Welt Frankreich. „Wir fordern die Entscheidungsträger dringend auf, alle wirksamen Maßnahmen zu ergreifen, um die Waffenstillstandsregelungen einzuhalten und das Leben der Zivilbevölkerung sowie den Schutz der Gesundheitseinrichtungen und des Gesundheitspersonals gemäß der internationalen humanitären und menschenrechtlichen Bestimmungen zu schützen. Die Situation in Aleppo oder Ost-Ghouta darf nie wieder auftreten - obwohl wir befürchten, dass dies wahrscheinlich ist. "


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