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Ärzte der Welt setzt sich für erschwingliche Medikamente ein.

Kampf gegen teure Medikamente

Kampf gegen teure Medikamente

Manche Pharmaunternehmen kassieren regelrechte Wucherpreise für lebenswichtige Medikamente. Ein Beispiel ist das von Gilead vertriebene Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C. Ärzte der Welt kämpft dafür. es erschwinglicher zu machen.

Mehr als 30 zivilgesellschaftliche Organisationen aus 17 Ländern haben sich an einer Patentanfechtung beteiligt, die am 13. und 14. September 2018 am Europäischen Patentamt (EPA) in München verhandelt wird. Bei der Anhörung geht es um die chemische Basisverbindung des Hepatitismedikamentes Sovaldi, das der Pharmariese Gilead vertreibt. Ärzte der Welt hatte die Anfechtung im März 2017 eingereicht. 

Sovaldi ermöglicht für viele der mehr als sieben Millionen Patienten und Patientinnen mit Hepatitis C in Europa eine schnelle Heilung. Die zwölfwöchige Behandlung kostet jedoch je nach Land bis zu 55.000 Euro. In Deutschland zahlen die Krankenkassen dafür über 43.000 Euro an Gilead. Dies ist eine extreme Belastung der Gesundheitsbudgets. Zudem haben die hohen Preise dazu geführt, dass Menschen in vielen Ländern Europas das Medikament aus finanziellen Gründen nicht bekommen, obwohl sie es aus medizinischer Sicht bräuchten.

Kein anderes Unternehmen darf das Medikament auf den Markt bringen 

Die eigentliche Herstellung Sovaldis ist günstig. In einigen Ländern ist die gleiche Behandlung bereits für etwa 100 Euro erhältlich. Gilead kann derart hohe Preise jedoch verlangen, weil der Wirkstoff mit einem Patent geschützt ist. Das bedeutet, dass kein anderes Unternehmen in Konkurrenz zu Gilead das Medikament auf den Markt bringen darf. 

Ob ein Unternehmen ein Patent erteilt bekommt, unterliegt internationalen Regeln. Ärzte der Welt ist überzeugt, dass diese Bedingungen im Falle des angefochtenen Patents nicht eingehalten wurden.

Regierungen können Zwangslizenzen für lebenswichtige Medikamente erlassen

Gegen ein anderes Patent von Gilead hatte Ärzte der Welt bereits im Februar 2015 eine Anfechtung erhoben. Dabei ging es um die chemische Verbindung, die den Wirkstoff Sofosbuvir innerhalb einer Zelle wirksam macht. Die EPA-Kommission hatte der Anfechtung bei der Anhörung im Oktober 2016 teilweise stattgegeben.

Ist die Patentanfechtung erfolgreich, wäre es anderen Unternehmen früher möglich, das Medikament ebenfalls herzustellen. Dies würde zu einer erheblichen Preisreduktion führen – zugunsten der Erkrankten und der Gesundheitsbudgets.

Jenseits der Patentanfechtung setzt sich Ärzte der Welt auch dafür ein, dass Regierungen alle ihre Möglichkeiten nutzen, um der Bevölkerung den Zugang zu erschwinglichen Medikamenten zu gewähren. Dazu gehört auch, dass sie bei extrem teuren Medikamenten eine Zwangslizenz erlassen. Dieses Rechtsmittel ermöglicht es der Regierung, anderen Unternehmen auch ohne Einverständnis des Patentinhabers eine Lizenz zur Herstellung eines patentgeschützten Medikaments zu erteilen, wenn dies im öffentlichen Interesse ist.

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