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Projektleiterin Marianne Schaaf. Foto: Bente Stachowske

Marianne Schaaf: „Wir sind offen für alle“

Marianne Schaaf: „Wir sind offen für alle“

Was hat sich in den vergangenen Jahren in unserer offenen Praxis in Hamburg getan? Und warum brauchte sie einen neuen Namen? Projektleiterin Marianne Schaaf, die seit 2014 in dem Projekt arbeitet, berichtet.

Marianne, Du arbeitest seit fünf Jahren für die offene Praxis im westend für Menschen ohne Krankenversicherung. Wie bist Du dazu gekommen?

Nach meiner Ausbildung als Krankenschwester und einem Jahr in Ghana wollte ich mich neben meiner Tätigkeit im Krankenhaus sozial und medizinisch einbringen. Über eine Online-Plattform bin ich dann auf die Migrantenmedizin, jetzt open.med im westend, aufmerksam geworden.

Ich gehöre seit 2014 zum Team, in den ersten Jahren habe ich ehrenamtlich als Assistentin in den Sprechstunden mitgearbeitet. 2017 bekam ich eine feste Stelle im Projekt. Ich berate unsere Patient*innen und unterstütze sie dabei, den Versicherungsschutz und die Behandlungsmöglichkeiten zu klären oder sie in das Gesundheitssystem zu integrieren, wenn dies möglich ist.

Seit Mitte Februar bist Du Projektleiterin der Anlaufstelle. Wie gefällt Dir die neue Position?

Ich hatte schon einmal acht Monate unsere damalige Leiterin vertreten und konnte so die Funktion kennen lernen. Als dann klar war, dass meine Kollegin sich beruflich verändern würde, wurde mir die Stelle angeboten. Ich habe mich sehr gefreut – und dennoch kurz gefragt, ob ich diese große Verantwortung übernehmen will. Jetzt finde ich es spannend, mich in der Rolle neu zu definieren.

Die Leitungsrolle fordert mich mehr. Ich trage die Patientenschicksale länger mit mir herum, habe mehr Termine oder bespreche mich abends mit unseren ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen. Aber das ist okay. Meine bisherige Position der stellvertretenden Projektleiterin wird mit einer kompetenten Kollegin nachbesetzt, so dass ich in der Freizeit auch mal abschalten kann.

Hat sich, seit Du hauptamtlich dabei bist, viel verändert?

Von 2011 bis 2017 ist das Projekt stark gewachsen. Insbesondere mit Beginn der Kooperation von Hoffnungsorte e.V. - dem Träger der Anlaufstelle - mit Ärzte der Welt veränderte sich viel. Vieles wurde professioneller, organisierter und strukturierter. Gleichzeitig stiegen auch die Anforderungen. Seit 2017 ist alles relativ konstant geblieben, sowohl die Zahl der Patient*innen als auch andere Faktoren: Die Menschen in unserer Praxis kommen zu über 80 Prozent aus anderen EU-Mitgliedsstaaten. Es sind zu circa 60 Prozent Frauen und das Durchschnittsalter liegt bei etwa Mitte 30.

Allerdings suchen inzwischen verstärkt Eltern mit ihren Kindern unsere Sprechstunde auf. Und der Umfang unserer Sozialberatungen ist gestiegen. Glücklicherweise sind wir ein stabiles und eingespieltes Team.

Ebenfalls Anfang März ist die Anlaufstelle von Migrantenmedizin westend zu open.med im westend umbenannt worden. Was war der Grund hierfür?

Die Entscheidung hatte sich schon länger angebahnt. Zum einen fanden wir den Namen Migrantenmedizin missverständlich, denn natürlich behandeln wir in unserer Anlaufstelle nicht nur Migranten, sondern alle Menschen, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu einer Gesundheitsversorgung haben. Es ist egal, woher die Menschen kommen. Der Name open.med drückt das schön aus: Wir sind offen für alle!

Zum anderen war uns eine Vereinheitlichung wichtig. Durch den Namen zeigen wir unsere Zugehörigkeit zu Ärzte der Welt. Die Anlaufstellen in Berlin und München heißen ja auch open.med.

Bisher wurde der neue Name von unseren Ehrenamtlichen, den Kolleg*innen und Kooperationspartner*innen sehr gut aufgenommen. Wir hoffen, dass er sich schnell etablieren wird.


 
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