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Programm von Ärzte der Welt in Burma. | Foto: Sophie Brandstrom

Ärzte der Welt in Myanmar: Operationen gegen Grauen Star

Myanmar

70.000

Kinder sterben jährlich, weil sie keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben

50.000

HIV-positive Menschen haben keinen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten

28%

männlicher und weiblicher Sexarbeiter sind HIV-positiv

Die Situation

2008 verwüstete der Zyklon Nargis, einer der folgenschwersten tropischen Wirbelstürme in der Geschichte, den Küstenstreifen des Irrawaddy-Deltas im Süden von Myanmar. Die Folgen sind immer noch spürbar: 450.000 Häuser und mehrere Hundert Gesundheitszentren wurden zerstört und noch immer besitzt die Region eine geringe und schlecht ausgestattete medizinische Infrastruktur. Dorfbewohner können erst nach tagelanger Reise eine gesundheitliche Grundversorgung erhalten. Besonders alarmierend ist die Situation von Müttern und Kindern: jährlich sterben 2.400 Mütter und 70.000 Kinder, da sie keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben.

Aids: Diese Epidemie trifft die Schwächsten

Zusätzlich ist Myanmar eines der Länder in Südostasien mit den meisten Aids-Kranken oder HIV-Infizierten. Von den 190.000 Menschen, die mit diesem Virus leben, haben fast 50.000 Menschen, die dringend antiretrovirale Medikamente benötigen, immer noch keinen Zugang zu einer Behandlung.

HIV trifft oft Drogennutzer, ein Viertel von ihnen ist in Mynamar infiziert. Im Staat Kachin, einer Verwaltungseinheit im Norden des Landes, herrscht seit Jahrzehnten ein Konflikt zwischen der Militärjunta und bewaffneten Unabhängigkeitsgruppen. Drogennutzern ist hier der Zugang zu Prävention und Behandlung erschwert, die Volksgruppe der Kachin werden zusätzlich diskiminiert. In diesen abgelegenen Gebieten geht man davon aus, dass etwa die Hälfte der Drogennutzer HIV-positiv sind.

Die Menschen, die sich prostituieren, bilden den anderen Bevölkerungsteil, der am meisten gefährdet ist. Auch sie werden diskriminiert. Deshalb werden sie selten in Programme zur Sensibilisierung aufgenommen, Diagnose und Behandlung bleiben deshalb oft aus. So liegt in einigen Städten und Regionen der statistische Anteil der Diagnose von Aids bei Prostituierten lediglich bei 28 Prozent und bei Präventionsmaßnahmen bei 15 Prozent.

Ein Tuberkulose-Patient. Foto: William Daniels
Ein Tuberkulose-Patient. Foto: William Daniels

Unsere Hilfe

FRAUEN & KINDER

HILFE FÜR MENSCHEN MIT SEHBEHINDERUNGEN

Jeder zweite erblindete Mensch in Myanmar hat sein Augenlicht durch Grauen Star verloren. In dem ostasiatischen Land gibt es nur etwa 200 Augenärzte und für die meisten Menschen ist der Eingriff unbezahlbar. Seit 2014 fliegt mindestens ein mal pro Jahr ein Team von Ärzte der Welt Deutschland nach Myanmar, um Menschen mit dem Grauen Star zu behandlen: Mit einer einfachen Operation kann die Linseneintrübung behoben werden.

Ärzte der Welt schult das medizinisches Personal und behandelt die oft sehr jungen, Patient(inn)en. Ärzte der Welt wird hierbei auch von lokalen Ärzten, Behörden und Freiwilligen unterstützt. Hunderte Menschen reisen teils von weither, in der Hoffnung ihr Augenlicht wiederzuerlangen. 2017 wurden insgesamt 930 Patient(inn)en behandelt und 158 Operationen wurden durchgeführt.

Prof. Klauss untersucht einen kleinen Patienten in Myanmar. Foto: Ärzte der Welt
Prof. Klauss untersucht einen kleinen Patienten in Myanmar. Foto: Ärzte der Welt

FRAUEN & KINDER

Mütter- und Kindersterblichkeit reduzieren

In den Townships von Pyapon ist Ärzte der Welt seit dem Zyklon im Mai 2008 aktiv. Das Angebot an medizinischer Basisversorgung wurde wiederhergestellt, jetzt geht es um die Unterstützung des einheimischen medizinischen Personals. Ärzte der Welt ist in 250 Dörfern im Einsatz, um kommunale Teams für die medizinische Primärversorgung, insbesondere von Kindern und Schwangeren, auszubilden. Entbindungsstationen wurden gebaut oder wiederhergestellt und Kliniken wurden ausgestattet.

Ärzte der Welt begleitet lokale Teams, die Impf- sowie Ernährungsprogramme umsetzen, und bildet Gruppen von Freiwilligen aus, die Informationen zur Prävention verbreiten sollen. Ärzte der Welt arbeitet eng mit dem Gesundheitsministerium zusammen, um eine Politik der Dezentralisierung umzusetzen. Im Jahr 2016 sollte dieser Einsatz und die kontinuierliche Übergabe der verschiedenen Aktivitäten an die Gesundheitsinstitutionen des Townships abgeschlossen sein.

Medizinische Konsultation in Myanmar. Foto: Sophie Brandstrom
Medizinische Konsultation in Myanmar. Foto: Sophie Brandstrom

RISIKOGRUPPEN

Hilfe für Drogenkonsumenten

Im Kachin-Staat im Norden des Landes ist Ärzte der Welt im Einsatz bei Menschen, die Drogen nehmen und besonders von Infektionskrankheiten betroffen sind. An sie werden Kondome und sterile Spritzen zum Schutz vor einer Ansteckung verteilt, HIV, Tuberkulose und Hepatitiserkrankungen werden diagnostiziert. Die Teams bieten Schulungen zur Gesundheit und zur antiretroviralen Behandlung an, um Drogennutzer in Präventivmaßnahmen einzubinden. Ärzte der Welt führt aktuell vier Kliniken in Zusammenarbeit mit einem Team aus Gesundheitsexperten und Peer Educators.

Wir sind aktiv in der Präventions- und Sensibilisierungsarbeit und bieten Zugang zu einer Substitutionsbehandlung mit Methadon. 

Wir leisten außerdem Aufklärungsarbeit bei den lokalen Behörden und Vertretern der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, Maßnahmen zur Risikoreduzierung im Kachin-Staat zu entwickeln, Gewalt gegenüber Drogennutzern abzubauen und das Substitutionsprogramm mit Methadon zu fördern. 

Eine Ehrenamtliche klärt Sexarbeiter über die verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen auf. Foto:  William Daniels
Eine Ehrenamtliche klärt Sexarbeiter über die verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen auf. Foto: William Daniels

RISIKOGRUPPEN

Hilfe für männliche und weibliche Prostituierte

Ärzte der Welt ist seit 2004 bei den Sexarbeitern und –arbeiterinnen in Rangun im Einsatz. Um HIV vorzubeugen, zu diagnostizieren und zu behandeln, ist die Hilfsorganisation zusammen mit Peer Educators in mobilen Kliniken aktiv. Sie hat auch eine fest stationierte Klinik eingerichtet, die jährlich mehr als eintausend Menschen, die sich prostituieren, empfängt. Zusätzlich zu antiretroviralen Behandlungen können sie sich beraten und andere Krankheiten wie Tuberkulose diagnostizieren lassen.

Ärzte der Welt arbeitet mit lokalen Hilfsorganisationen und Peergroups zusammen, um Menschen, die sich prostituieren, alternative Einkommensmöglichkeiten zu eröffnen. Außerdem arbeiten wir eng mit dem Gesundheitsministerium zusammen, um dessen Politik der Dezentralisierung und den nationalen Kampf gegen HIV zu unterstützen.

Rückblick
1991
Erste Kontakte im Land, punktuelle chirurgische Hilfeleistungen.
1994
Erstes HIV-Projekt im Kachin-Staat. Präventionsmaßnahmen bei Menschen, die Drogen durch Injektion nehmen.
1998
Das Kachin-Projekt wird im Shan-Staat wiederholt.
2000
Beendigung des Projekts im Shan-Staat und Beginn eines Programms in Ragun bei den Sexarbeitern-und –arbeiterinnen.
2002
Eröffnung des ersten medizinischen Behandlungszentrums. Ausgabe von antiretroviralen Behandlungen (ARV).
2006
Ärzte der Welt erhält die Genehmigung, Methadon auszugeben.
2008
Wegen des Zyklons Nargis erfolgt ein Notfalleinsatz im Delta von Pyapon, später Ausbau der Mutter-Kind-Versorgung.
2013
Einsatz bei Vertriebenen, den Opfern des Konflikts um Unabhängigkeit im Kachin.
2014
Ende des Programms bei den Vertriebenen im Kachin. Aufnahme von Programmen gegen Grauen Star.
2017
Ärzte der Welt schult medizinisches Personal am Yangon Eye Hospital. Behandlung von 930 Patienten, insgesamt 158 Operationen.

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