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Programm von Ärzte der Welt in Burma. | Foto: Sophie Brandstrom

Ärzte der Welt in Myanmar: Operationen gegen Grauen Star

Myanmar

70.000

Kinder sterben jährlich, weil sie keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben

50.000

HIV-positive Menschen haben keinen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten

28%

männlicher und weiblicher Sexarbeiter sind HIV-positiv

Die Situation

HIV/AIDS stellen neben Malaria und Tuberkulose eines der größten Gesundheitsprobleme in Myanmar dar. Man geht davon aus, dass ein Viertel der Drogennutzer*innen infiziert ist.

Im Staat Kachin im Norden des Landes herrscht seit Jahrzehnten ein Konflikt zwischen der Militärjunta und bewaffneten Unabhängigkeitsgruppen. Drogennutzer*innen ist hier der Zugang zu Prävention und Behandlung besonders erschwert. In diesen abgelegenen Gebieten geht man sogar davon aus, dass etwa die Hälfte der Drogennutzer*innen HIV-positiv sind.

Die Menschen, die sich prostituieren, bilden eine weitere Bevölkerungsgruppe, die stark gefährdet ist. Auch sie werden diskriminiert, weshalb sie selten in Programme zur Sensibilisierung aufgenommen werden. Diagnose und Behandlung bleiben deshalb oft aus.

Ein Tuberkulose-Patient. Foto: William Daniels
Ein Tuberkulose-Patient. Foto: William Daniels

News

Cox's Bazar - Das größte Flüchtlingslager der Welt.  Foto: Arnaud Finistre
06.09.2019

Ärzte der Welt und 60 weitere NGOs warnen vor einer Verschärfung der Krise in Myanmar und rufen zu mehr Engagement für eine sichere und freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge auf.

Im Norden Myanmars führt Ärzte der Welt ein Programm zur Hepatitis-C-Behandlung durch. Foto: Sébastien Duijndam
26.07.2019

Obwohl es längst gute Medikamente gegen Hepatitis C gibt, leiden trotzdem weltweit Millionen von Menschen an der chronischen Krankheit. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages fordert Ärzte der Welt für alle Erkrankten einen besseren Zugang zu Behandlungen.

Prof. Schönfeld mit Mitarbeiter(inn)n des Yangon Eye Hospitals
14.12.2018

Der Münchner Augenchirurg Carl-Ludwig Schönfeld war Anfang Dezember am Yangon Eye Hospital in Myanmar im Einsatz, um Ärzte und Ärztinnen fortzubilden und Patient(inn)en zu behandeln. Von der positiven Entwicklung vor Ort ist er sehr beeindruckt.

Unsere Hilfe

FRAUEN & KINDER

HILFE FÜR MENSCHEN MIT SEHBEHINDERUNGEN

Jeder zweite erblindete Mensch in Myanmar hat sein Augenlicht durch Grauen Star verloren. In dem ostasiatischen Land gibt es nur etwa wenige hundert Augenärzte und für die meisten Menschen ist der Eingriff unbezahlbar. Seit 2014 fliegt mindestens ein mal pro Jahr ein Team von Ärzte der Welt Deutschland nach Myanmar, um Menschen mit dem Grauen Star zu behandeln: Mit einer einfachen Operation kann die Linseneintrübung behoben werden.

Ärzte der Welt schult das medizinische Personal und führt am Yangon Eye Hospital Lehroperationen durch. Das Team behandelt die oft sehr jungen Patient*innen. Ärzte der Welt wird hierbei auch von lokalen Ärzt*innen, Behörden und Freiwilligen unterstützt.

Prof. Klauss untersucht einen kleinen Patienten in Myanmar. Foto: Ärzte der Welt
Prof. Klauss untersucht einen kleinen Patienten in Myanmar. Foto: Ärzte der Welt

RISIKOGRUPPEN

Hilfe für Drogenkonsumenten

Im Kachin-Staat im Norden des Landes ist Ärzte der Welt im Einsatz bei Menschen, die Drogen nehmen und besonders von Infektionskrankheiten betroffen sind. An sie werden Kondome und sterile Spritzen zum Schutz vor einer Ansteckung verteilt, HIV, Tuberkulose und Hepatitiserkrankungen werden diagnostiziert. Die Teams bieten Schulungen zur Gesundheit und zur antiretroviralen Behandlung an, um Drogennutzer in Präventivmaßnahmen einzubinden. Ärzte der Welt führt aktuell vier Kliniken in Zusammenarbeit mit einem Team aus Gesundheitsexperten und Peer Educators.

Wir sind aktiv in der Präventions- und Sensibilisierungsarbeit und bieten Zugang zu einer Substitutionsbehandlung mit Methadon. 

Wir leisten außerdem Aufklärungsarbeit bei den lokalen Behörden und Vertretern der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, Maßnahmen zur Risikoreduzierung im Kachin-Staat zu entwickeln, Gewalt gegenüber Drogennutzern abzubauen und das Substitutionsprogramm mit Methadon zu fördern. 

Eine Ehrenamtliche klärt Sexarbeiter über die verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen auf. Foto:  William Daniels
Eine Ehrenamtliche klärt Sexarbeiter über die verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen auf. Foto: William Daniels
Rückblick
1991
Erste Kontakte im Land, punktuelle chirurgische Hilfeleistungen.
1994
Erstes HIV-Projekt im Kachin-Staat. Präventionsmaßnahmen bei Menschen, die Drogen durch Injektion nehmen.
1998
Das Kachin-Projekt wird im Shan-Staat wiederholt.
2000
Beendigung des Projekts im Shan-Staat und Beginn eines Programms in Ragun bei den Sexarbeitern-und –arbeiterinnen.
2002
Eröffnung des ersten medizinischen Behandlungszentrums. Ausgabe von antiretroviralen Behandlungen (ARV).
2006
Ärzte der Welt erhält die Genehmigung, Methadon auszugeben.
2008
Wegen des Zyklons Nargis erfolgt ein Notfalleinsatz im Delta von Pyapon, später Ausbau der Mutter-Kind-Versorgung.
2013
Einsatz bei Vertriebenen, den Opfern des Konflikts um Unabhängigkeit im Kachin.
2014
Ende des Programms bei den Vertriebenen im Kachin. Aufnahme von Programmen gegen Grauen Star.
2017
Ärzte der Welt schult medizinisches Personal am Yangon Eye Hospital. Behandlung von 930 Patienten, insgesamt 158 Operationen.

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