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Programm von Ärzte der Welt in Burma. | Foto: Sophie Brandstrom

Ärzte der Welt in Myanmar: Operationen gegen Grauen Star

Myanmar

70.000

Kinder sterben jährlich, weil sie keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung haben

50.000
HIV-positive Menschen

haben keinen Zugang zu notwendigen Medikamenten

28%

männlicher und weiblicher Sexarbeiter sind HIV-positiv

 

Die Situation

HIV/AIDS stellen neben Malaria und Tuberkulose eines der größten Gesundheitsprobleme in Myanmar dar. Man geht davon aus, dass ein Viertel der Drogennutzer*innen infiziert ist.

Im Staat Kachin im Norden des Landes herrscht seit Jahrzehnten ein Konflikt zwischen der Militärjunta und bewaffneten Unabhängigkeitsgruppen. Drogennutzer*innen ist hier der Zugang zu Prävention und Behandlung besonders erschwert. In diesen abgelegenen Gebieten geht man sogar davon aus, dass etwa die Hälfte der Drogennutzer*innen HIV-positiv sind.

Die Menschen, die sich prostituieren, bilden eine weitere Bevölkerungsgruppe, die stark gefährdet ist. Auch sie werden diskriminiert, weshalb sie selten in Programme zur Sensibilisierung aufgenommen werden. Diagnose und Behandlung bleiben deshalb oft aus.

Ein Tuberkulose-Patient. Foto: William Daniels
Ein Tuberkulose-Patient. Foto: William Daniels

News

Zwei Augenärzte des Ärzte der Welt-Projekts in Myanmar. Foto: Grüterich/Ärzte der Welt
17.05.2020

Es ist ein erfolgreicher Projektabschluss: Über 620 operierte Patient*innen und rund 5.000 Menschen, die untersucht und ambulant behandelt wurden. Ehrenamtliche Augenärzt*innen von Ärzte der Welt konnten in elf Aufenthalten Wissen und praktisches Know-how an die Kolleg*innen in Myanmar vermitteln und so langfristig die Qualität der Patientenversorgung verbessern.

Cox's Bazar - Das größte Flüchtlingslager der Welt.  Foto: Arnaud Finistre
06.09.2019

Ärzte der Welt und 60 weitere NGOs warnen vor einer Verschärfung der Krise in Myanmar und rufen zu mehr Engagement für eine sichere und freiwillige Rückkehr der Flüchtlinge auf.

Im Norden Myanmars führt Ärzte der Welt ein Programm zur Hepatitis-C-Behandlung durch. Foto: Sébastien Duijndam
26.07.2019

Obwohl es längst gute Medikamente gegen Hepatitis C gibt, leiden trotzdem weltweit Millionen von Menschen an der chronischen Krankheit. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages fordert Ärzte der Welt für alle Erkrankten einen besseren Zugang zu Behandlungen.

Unsere Hilfe

Operationen und medizinische Fortbildungen

HILFE FÜR MENSCHEN MIT SEHBEHINDERUNGEN (Projekt abgeschlossen)

Jeder zweite erblindete Mensch in Myanmar hat sein Augenlicht durch Grauen Star verloren. In dem ostasiatischen Land gibt es nur etwa wenige hundert Augenärzte und für die meisten Menschen ist der Eingriff unbezahlbar. Im Zeitraum 2014 bis 2019 ist ein Team von Ärzte der Welt Deutschland mindestens einmal pro Jahr nach Myanmar geflogen, um Menschen mit dem Grauen Star zu behandeln: Mit einer einfachen Operation kann die Linseneintrübung behoben werden. Ärzte der Welt hat während der Projektlaufzeit in drei Eye-Camps gemeinsam mit lokalen Ärzt*innen 566 Patient*innen in ländlichen Gebieten operiert und am Yangon Eye Hospital weitere Lehroperationen und Schulungen durchgeführt. Ärzte der Welt wurde hierbei auch von lokalen Ärzt*innen, Behörden und Freiwilligen unterstützt.

Das Projekt wurde 2019 abgeschlossen. Es wurden elf Einsätze in verschiedenen Regionen durchgeführt, bei denen insgesamt 623 Menschen operiert wurden. Die für das Projekt angeschafften Geräte, die seit Projektbeginn in Myanmar sind und auch außerhalb der Einsätze von den burmesischen Kolleg*innen genutzt werden, wurden alle in den Besitz des Yangon Eye Hospitals übergeben.

Prof. Klauss untersucht einen kleinen Patienten in Myanmar. Foto: Ärzte der Welt
Prof. Klauss untersucht einen kleinen Patienten in Myanmar. Foto: Ärzte der Welt

RISIKOGRUPPEN

Hilfe für Drogenkonsument*innen

Im Kachin-Staat im Norden des Landes ist Ärzte der Welt im Einsatz bei Menschen, die Drogen nehmen und besonders von Infektionskrankheiten betroffen sind. An sie werden Kondome und sterile Spritzen zum Schutz vor einer Ansteckung verteilt, HIV, Tuberkulose und Hepatitiserkrankungen werden diagnostiziert. Die Teams bieten Schulungen zur Gesundheit und zur antiretroviralen Behandlung an, um Drogennutzer in Präventivmaßnahmen einzubinden. Ärzte der Welt führt aktuell vier Kliniken in Zusammenarbeit mit einem Team aus Gesundheitsexperten und Peer Educators.

Wir sind aktiv in der Präventions- und Sensibilisierungsarbeit und bieten Zugang zu einer Substitutionsbehandlung mit Methadon. 

Wir leisten außerdem Aufklärungsarbeit bei den lokalen Behörden und Vertretern der Zivilgesellschaft. Ziel ist es, Maßnahmen zur Risikoreduzierung im Kachin-Staat zu entwickeln, Gewalt gegenüber Drogennutzern abzubauen und das Substitutionsprogramm mit Methadon zu fördern. 

Eine Ehrenamtliche klärt Sexarbeiter über die verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen auf. Foto:  William Daniels
Eine Ehrenamtliche klärt Sexarbeiter über die verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen auf. Foto: William Daniels
Rückblick
1991
Erste Kontakte im Land, punktuelle chirurgische Hilfeleistungen.
1994
Erstes HIV-Projekt im Kachin-Staat. Präventionsmaßnahmen bei Menschen, die Drogen durch Injektion nehmen.
1998
Das Kachin-Projekt wird im Shan-Staat wiederholt.
2000
Beendigung des Projekts im Shan-Staat und Beginn eines Programms in Ragun bei den Sexarbeitern-und –arbeiterinnen.
2002
Eröffnung des ersten medizinischen Behandlungszentrums. Ausgabe von antiretroviralen Behandlungen (ARV).
2006
Ärzte der Welt erhält die Genehmigung, Methadon auszugeben.
2008
Wegen des Zyklons Nargis erfolgt ein Notfalleinsatz im Delta von Pyapon, später Ausbau der Mutter-Kind-Versorgung.
2013
Einsatz bei Vertriebenen, den Opfern des Konflikts um Unabhängigkeit im Kachin.
2014
Ende des Programms bei den Vertriebenen im Kachin. Aufnahme von Programmen gegen Grauen Star.
2017
Ärzte der Welt schult medizinisches Personal am Yangon Eye Hospital. Behandlung von 930 Patienten, insgesamt 158 Operationen.
2019
Abschluss des Projektes Augenheilkunde in Myanmar: Insgesamt konnten seit 2011 über 865 Patient*innen operiert werden.