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Ärzte der Welt Griechenland setzt sich für die psychologische Versorgung der Patient(inn)en ein.

Griechenland: Psychische Gesundheit ermöglichen

Griechenland: Psychische Gesundheit ermöglichen

Griechenland leidet seit Jahren unter einer schweren Wirtschaftskrise, die sich auch negativ auf die Gesundheitsversorgung für psychisch kranke Menschen auswirkt. Im Projekt Open Minds hilft Ärzte der Welt den Betroffenen und dokumentiert Missstände in der psychologischen und psychiatrischen Versorgung.

Gerade Menschen, die auch schon vor der Krise benachteiligt waren, sind seit bald zehn Jahren mit einem Abbau oder dem Wegfall ihrer sozialen Absicherung konfrontiert. Offiziell sind 20,8 Prozent der Griechen arbeitslos, 75 Prozent von ihnen sind langzeitarbeitslos. Nur 7,3 Prozent der Arbeitslosen erhalten soziale Leistungen. Das zeigt sich auch bei der Gesundheitsversorgung: Patientinnen und Patienten verschoben knapp 48 Prozent der medizinischen Behandlungen oder sagten diese ganz ab.

Stress, Unsicherheit und Enttäuschung werden am häufigsten genannt, wenn die Betroffenen nach ihrer psychischen Gesundheitssituation von Ärzte der Welt befragt werden. Unerfüllte Grundbedürfnisse wie körperliche Gesundheit, Wohnen, Essen, Bildung und Beruf führen zu einer Vielzahl von depressiven Gefühlen, Ängsten, Schlaflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Panikattacken und erhöhtem Stress.

Gesundheitsreform zeigt bisher kaum Wirkung

Im Jahr 2000 startete die griechische Regierung die Reform der psychiatrischen Gesundheitsversorgung durch einen nationalen Aktionsplan, den National Action Plan Psychargos. Aber es tut sich zu wenig, denn trotz dieser Maßnahmen sind nach wie vor spezialisierte Therapieangebote etwa für Kinder und Jugendliche und für Menschen mit Autismus, geistigen oder seelischen Behinderungen und eine geriatrische und forensische Versorgung völlig unzureichend. So gibt es im Schnitt in Griechenland nur 19 verfügbare Psychiatrieplätze pro 100.000 Einwohner, während der Durchschnitt in OECD-Ländern bei 73 Plätzen pro 100.000 Einwohner liegt.

Fachleute von Ärzte der Welt helfen weiter

Das Projekt Open Minds von Ärzte der Welt Griechenland zielt drauf ab, die psychologische und psychiatrische Gesundheitsversorgung und das Wohlergehen der Menschen, die in mehrfacher Hinsicht verletzlich sind, zu verbessern. Die spezialisierten Teams leisten durch verschiedene Angebote psychische und psychosoziale Unterstützung und stellen sicher, dass die Patient(inn)en ihre grundlegenden Menschenrechte ausüben können. Zusätzlich werden Daten und Patientenberichte gesammelt, um die Mängel des öffentlichen Systems zu belegen und zu verdeutlichen.

 

Häufigste psychische Störungen, erhoben aus der Gesamtzahl der psychiatrischen Konsultationen des Open Minds-Projekts, Januar bis Juni 2018:

32% Stimmungsschwankungen

27,5% Ängstliche, somatoforme und stressbedingte Störungen

5% Psychosen

5% Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

4% Störungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum und Sucht

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Open Minds-Projekts ist die Stärkung des nationalen Systems der psychischen Gesundheitsversorgung durch Kapazitätsaufbau und Sensibilisierung. In Workshops tauschten sich Expert(inn)en aus verschiedenen Bereichen über die unterschiedlichen Herausforderungen und die Notwendigkeit umfassender Dienste im Bereich mentale Gesundheit und psychosoziale Unterstützung aus, um unterschiedliche Bedürfnisse zu bewerten und angemessen zu behandeln.

 

Hintergrund

Seit Ende 2009 leidet die griechische Wirtschaft unter einer schweren Krise. Die gravierenden Auswirkungen auf die Bevölkerung sind extrem. Die Regierung war zu weitrechenden Sparmaßnahmen und Kürzungen der öffentlichen Ausgaben auch für die Gesundheitsversorgung im Bereich Psychiatrie / Mentale Gesundheit gezwungen – doch gleichzeitig hat die Nachfrage nach diesen sozialen Unterstützungsangeboten enorm zugenommen. Zusammen mit dem Anstieg von Flüchtlingen und Migranten in Griechenland seit 2015 hat dies zu einer weiteren Benachteiligung der am stärksten gefährdeten Gruppen beigetragen, wie etwa der mittellosen Griechinnen und Griechen, der Flüchtlinge und  Asylsuchenden, der Minderheit der Roma sowie der homo-, trans- oder intersexuellen Menschen.

Ende Mai 2018 waren schätzungsweise 58.100 Migrant(inn)en und Flüchtlinge in Griechenland gestrandet. Mehr als 50% der Ankommenden sind Frauen und Kinder.

 

 

Die Patient(inn)en in Griechenland leiden unter der lückenhaften staatlichen Gesundheitsversorgung. Ärzte der Welt unterhält Polikliniken und mobile Praxen im ganzen Land, um die Menschen zu versorgen. Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende.

Testimonial Michael berichtet von einer psychologischen Erkrankung
Testimonial Michael berichtet von einer psychologischen Erkrankung
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